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Letzte Schwertransporte rollen übers Terrassenufer

Auf Tiefladern kommen neue Türme ins Kraftwerk Reick. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.

© René Meinig

Von Peter Hilbert

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Die Drewag baut ihr Kraftwerk Reick aus. Um das Fernwärmesystem noch besser betreiben zu können, wird die dortige Wärmespeicheranlage erheblich erweitert. Aufgestellt werden 20 neue silberne Wärmespeicher, die mit einer Höhe von knapp 30 Metern die alten Türme weit überragen.

Im Februar kommen die letzten sechs Transporte mit den etwa 100 Tonnen schweren Behältern, kündigt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann an. Vorgeschrieben ist, dass die Zugmaschinen mit den Tiefladern nur nachts rollen dürfen. „Derzeit stimmen wir noch die Details mit der Stadt ab“, sagt die Sprecherin.

14 Behälter waren bereits Anfang Dezember angeliefert und aufgestellt worden. Möglich wurde das erst, nachdem der erste Bogen der Augustusbrücke Anfang November abgerissen war. Zudem hatten die Bauleute die Straße um 60 Zentimeter tiefergelegt, damit die Tieflader mit ihrer großen Ladung auch unter der kleinen Behelfsbrücke hindurch passen. Denn übers Terrassenufer verläuft die vorgeschriebene Strecke vom Alberthafen nach Reick.

Ein Schiffstransport über die Elbe bis zum Blauen Wunder war abgelehnt worden. Hergestellt wurden die Türme von einer Bielefelder Spezialfirma. Über den Mittellandkanal waren sie auf dem Schiff zum Alberthafen gekommen. Die erweiterte Reicker Anlage soll im Sommer in Betrieb genommen werden. Mit den neuen Behältern kann viel mehr überschüssiges Heißwasser aus dem Fernwärmesystem der Drewag während der Zeiten gespeichert werden, in denen es nicht benötigt wird.

Die letzten Schwertransporte müssen im Februar rollen. Derzeit wird der Bau des neuen Bogens über dem Terrassenufer vorbereitet. In den nächsten Wochen stellen die Bauleute das Fundament für das Traggerüst her. Das wird Ende Februar errichtet, sodass Tieflader nicht mehr hindurchpassen würden. Wegen der Arbeiten muss das Terrassenufer an mehreren Wochenenden gesperrt werden, so am 3. und 4. Februar.

Durch die tiefergelegte Fahrbahn an der Augustusbrücke wird auch gesichert, dass trotz der Gerüste durchgängig eine Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern erhalten bleibt, erläutert Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Für die Drewag-Schwertransporte hätte dies zwar nicht gereicht. Normale Lkws können dadurch aber auch weiterhin übers Terrassenufer fahren.

„Im Sommer dieses Jahres soll der neue Bogen fertig werden“, sagt Koettnitz. Dann fallen auch die Gerüste. Danach wird das Terrassenufer in diesem Abschnitt wieder auf die ursprüngliche Höhe gebracht und frisch asphaltiert. Das ist unter anderem nötig, damit keine Kuhle bleibt, die bei Hochwasser überflutet würde. Außerdem wird die Fahrbahn somit wieder an die Höhen der vorhandenen Gehwege angepasst.