merken

Letzter Akt an der Taucherstraße

Auf Höhe des August-Bebel-Platzes in Bautzen rollen ab April die Bagger. Betroffen ist auch der Busbahnhof.

© Steffen Unger

Von Marleen Hollenbach

Anzeige
Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Bautzen. Noch einmal kommen die Bauarbeiter zur Taucherstaße, noch einmal reißen sie die Straße auf, noch einmal müssen die Autofahrer mit Umwegen und Anwohner mit Lärm vor ihrer Haustür leben. Im April startet der letzte Abschnitt. Es ist der Abschluss einer vier Jahre währenden Baumaßnahme und gleichzeitig für die Planer der Baustelle die größte Herausforderung.

Vom Friedrich-Engels-Platz in Bautzen bis zur Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße erstreckt sich der Baubereich in diesem Jahr. Auf einer Strecke von 260 Metern lässt die Stadt die Straße und die Gehwege erneuern. Außerdem werden analog zu den vorangegangenen Bauabschnitten auch Rohre und Leitungen neu verlegt. Problematisch sind die Bauarbeiten deshalb, weil in diesem Jahr auch der August-Bebel-Platz und damit der Bautzener Busbahnhof von den Bauarbeiten betroffen ist. „Das wird für uns Auswirkungen haben“, erklärt Peter Bitterlich, Betriebsleiter von Regiobus.

Das heißt, dass die Busse den Platz eine bestimmte Zeit lang nicht anfahren können. Wahrscheinlich während der kommenden Sommerferien wird das so sein. Einen genauen Zeitplan kennt Peter Bitterlich noch nicht. „Das wird sich im Laufe der Bauzeit zeigen“, erklärt er. Fest steht aber schon, dass die Busse dann an der Muckestraße halten werden. Die Bauplaner müssen aber nicht nur auf die Sperrung des Busbahnhofes achten. Auch der Untergrund der Taucherstraße auf dem letzten Bauabschnitt ist problematisch. Wenn sich die Bagger ab dem Frühjahr tief in die Erde wühlen, dann werden sie teilweise auf harten Fels treffen. An anderen Stellen besteht der Bauuntergrund aus lockerem Gestein. Wie Falko Wendler, Chef des Hoch- und Tiefbauamtes der Stadt erklärt, ist auch das nicht optimal, weil der Boden an diesen Stellen nicht tragfähig ist.

Bäume können bleiben

Und dann sind da noch die Bäume am Straßenrand. In einer ersten Variante hatte die Stadt geplant, drei Bäume zu fällen. Weil die großen Pflanzen zu wenig Platz haben, heben ihre Wurzeln teilweise schon das Pflaster an. Doch die Stadt hat umgeplant. Die Verwaltung lässt die Straße nun so ausbauen, dass die Bäume bleiben können. Und weil die Verwaltung schon Ersatzpflanzungen bestellt hatte, werden nun noch drei neue Bäume gepflanzt. Eine Entscheidung, die vor allem bei CDU-Stadträtin Elisabeth Hauswald gut ankommt. „Die Stadt ist auf dem richtigen Weg. Viele Bürger wird das freuen“, sagt sie. Das war beim Bauabschnitt im vergangenen Jahr noch anders. Weil für die Bauarbeiten mehr als 20 Ahornbäume weichen mussten, hatten Anwohner sogar eine Protestaktion gestartet. Sie kritisierten, dass schon bei den vorangegangenen Bauabschnitten an der Taucherstraße Bäume gefällt worden waren. Die Stadt argumentierte damals damit, dass die Bäume von Schädlingen befallen waren. Anschließend wurden neue Bäume gepflanzt.

Seit Sommer 2015 saniert die Stadt in einzelnen Etappen die Taucherstraße zwischen Löbauer Straße und August-Bebel-Straße. Der Großteil der Holperpiste ist bereits verschwunden. Alte Pflastersteine wurden durch eine neue Betondecke ersetzt. Die Autos rollen dadurch viel leiser über die Straße. Auch Fahrradfahrer kommen nun besser voran. Weggeworfen hat die Stadt die alten Pflastersteine aber nicht. Sie wurden zum Beispiel für die Erneuerung der Parkbuchten genutzt. Das ist auch beim aktuellen Bauabschnitt so geplant.

Die Erneuerung des Abschnittes kostet die Stadt 740 00 Euro. Kosten für eine neue Straßenbeleuchtung sind da schon miteingerechnet. Bautzen plant dabei mit Fördermitteln in Höhe von 130 000 Euro. Noch ist der Zuschuss nicht genehmigt worden. „Wir wollen aber nicht auf die Zusage warten, sondern schon jetzt mit der Vergabe der Bauleistungen beginnen“, erklärt Falko Wendler. Nur mit einem frühen Baubeginn sei es möglich, den Zeitplan einzuhalten, die Arbeiten Ende September abzuschließen. Für die komplette Sanierung der Taucherstraße rechnet die Stadt mit einer Investition in Höhe von drei Millionen Euro.