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Letzter Heideparkplatz weg

Immer wieder türmt sich an der Straße zwischen Radeberg und Dresden der Müll. Nun zieht das Forstamt die Reißleine.

© Thorsten Eckert

Jens Fritzsche

Radeberg. Jetzt ist Schluss! Die nervigen heimlichen Müllentsorger müssen sich nun etwas anderes einfallen lassen. Ihr „beliebter“ Müllabladeplatz an der viel befahrenen Straße zwischen Radeberg und Dresden durch die Heide steht ihnen ab sofort nicht mehr zur Verfügung: der Parkplatz gleich am Abzweig nach Langebrück ist jetzt dicht. Und damit ist abgesehen vom Parkplatz an der Heidemühle quasi der letzte Heideparkplatz Geschichte.

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Ein Fakt, der natürlich auch dem zuständigen Forst-Chef Heiko Müller Sorgenfalten auf die Stirn treibt. „Aber wir haben einfach keine andere Wahl“, bedauert er. Und weiß, dass es nun besonders bei gutem Wanderwetter oder in der Pilzsaison sicher reichlich eng zugehen wird. Keine Wahl haben die Forstleute deshalb, „weil das Problem mit der illegalen Müllentsorgung in der Heide in den vergangenen beiden Jahren noch einmal spürbar zugenommen hat“, ärgert sich Heiko Müller. „Wir entsorgen regelmäßig, aber es hört einfach nicht auf“, klingt er resigniert. Also zieht der Forst nun sozusagen die Reißleine.

Illegale Müllentsorger schwer zu schnappen

Ertappt wurde im Übrigen bisher noch niemand. Denn den Müllentsorgern auf die Schliche zu kommen, ist ausgesprochen schwierig, macht die zuständige Ullersdorfer Revierförsterin Uta Krauße klar. „Wir müssten den Platz quasi rund um die Uhr bewachen, das ist illusorisch“, unterstreicht sie. Denn nur wer sozusagen auf frischer Tat ertappt wird, kann auch bestraft werden. „Ansonsten müssten wir uns ein bisschen wie Müll-Detektive betätigen und nach Hinweisen den Verursacher suchen“, beschreibt die Ullersdorfer Revierförsterin. Was im Übrigen auch getan werde, „aber große Erfolge sind da nicht zu erwarten“, weiß sie.

Zudem geht Revierförsterin auch davon aus, dass es sich hier nicht allein um private Entsorger handelt – „sondern so wie es aussieht, sind das auch Firmen, die sich hier einfach mal die Entsorgungskosten sparen“, ist Uta Krauße hörbar sauer. Heiko Müller hat dabei durchaus eine Idee, wie zumindest dieser Teil des Mülls künftig nicht mehr illegal im Wald landen könnte: „Bauherren beispielsweise oder überhaupt Auftraggeber an Firmen müssten sich die Entsorgung der entstehenden Abfälle nachweisen lassen – bezahlt wird das Ganze nämlich.“ Hier gebe es aus seiner Sicht jedenfalls dringenden Kontroll-Bedarf, ist der Forst-Chef überzeugt. Aber im Moment landet der Müll eben beispielsweise auf dem Parkplatz an der Straße zwischen Radeberg und Dresden mitten im Wald.

Zufahrt wird versperrt

Ausbaden müssen das Dilemma nun also alle. Nachdem schon seit Wochen Hinweisplakate auf die baldige Schließung aufmerksam gemacht hatten, sind nun auch die blau-weißen Parkplatzschilder an der Straße durch die Heide mit rotem Klebeband quasi aus dem Verkehr gezogen worden. Demnächst wird die Zufahrt zum Parkplatz versperrt. Der Forst will dazu dicke Baumstämme und Steinbrocken auf den beiden Einfahrten platzieren. Dann geht hier also für Autofahrer nichts mehr.

Bepflanzt wird die Fläche übrigens vorerst nicht, sagt Forstchef Heiko Müller. „Wir brauchen das Areal als Ausweichlagerplatz für geschlagenes Holz.“ Dann können die Zufahrten wieder freigemacht und das Holz abtransportiert werden, ohne Waldwege allzu arg durch die breiten Reifen zu beschädigen. So gesehen, hat das Parkplatz-Aus auch seine positive Seite.