Merken

Letzter Schliff an der Winterkirche

Jetzt wird endlich die große Schiebetür eingebaut. Die Kirchenküche ist noch in Arbeit.

Teilen
Folgen
© K.-D. Brühl

Von Susanne Plecher

Bauda. Die Baudaer mussten sich lange gedulden, aber nun ist sie endlich da: die große Tür, die das Hauptschiff ihrer Kirche in der kalten Jahreszeit von jetzt an von der Winterkirche trennen soll. Am Donnerstag sind die sechs Segmente, die einzeln schiebbar sind, angeliefert und zum Teil eingebaut worden. Ursprünglich sollten sie bereits zu Ostern montiert sein. Aber die Grumbacher Tischlerei Auerbach & Hahn, die mit den Holzarbeiten betraut ist, hatte unter Engpässen des Zulieferers Dorma zu leiden. Die Traditionsfirma aus Ennepetal in Nordrhein-Westfalen ließ sich viel Zeit für die Spezialschiene, ohne die bei einer Schiebetür nun einmal gar nichts geht.

Tischlermeister Sebastian Heller und sein Kollege Guillermo Melians Hernandez hatten schwer an den einzelnen Segmenten zu schleppen. Immerhin messen diese 2,85 Meter in der Höhe und 1,10 Meter in der Breite. Heller hat sie selbst aus Kiefernholz getischlert. Die Fenster sind doppelt verglast, um die Wärme halten zu können. Am Freitag wollen die beiden Handwerker Bodenhülsen einbauen und Löcher in die Zargen bohren, um die einzelnen Segmente mit einem Gestänge fixieren zu können. Die eigentliche Tür ist zweiflügelig und wird danach eingehängt. Die mobile Wand kann komplett geöffnet werden. Die Spezialschiene, auch Bahnhof genannt, macht das möglich.

Die Grumbacher Tischlerei hat einen großen Teil der Holzarbeiten in der Winterkirche übernommen. Auch die inneren Rundbogenfenster, die Verkleidung der Trockenbauwand und die Toilettentür stammen aus der Werkstatt von Auerbach & Hahn. „Kommende Woche werden wir die alte Holzverkleidung der hinteren Bankreihen anbringen und die Abdeckung unter der Empore verkleiden“, erklärt Heller. Rund einen Meter ragt der Kubus nun in das Kirchenschiff hinein. Noch sind an seiner Decke die unverkleideten Balken und die Dämmwolle zu sehen.

Farblich passt sich das Türensystem sehr gefällig in den Innenraum der 1857 im neoklassizistischen Stil erbauten Dorfkirche ein. Das zarte Grau entspricht der Wandgestaltung und korrespondiert gut mit den Sandsteinquadern des Fußbodens. Der Einbau war eng mit dem Denkmalamt abgestimmt worden. 30 Quadratmeter groß ist der beheizbare Raum, der sich im hinteren Bereich des Kirchenschiffes befindet. Maximal 35 Personen sollen darin Platz finden.

Bis auf die noch ausstehenden Holzarbeiten ist die Winterkirche fertiggestellt. Im Erdgeschoss des Turmes sind WC und Waschbecken eingebaut worden, die Anschlüsse für die Küche im südlichen Bereich sind gelegt, sechs Infrarot-Heizstrahler sind an die Decke geschraubt. Zusätzlich werden vier schmale Wandheizkörper im Winter für Behaglichkeit sorgen. Das war den Baudaern sehr wichtig, denn ihre Kirche kühlt im Winter stark aus. Noch fehlt die Küche, aber: „Unsere Baudaer Tischlerei Kraft & Tomisch baut sie gerade“, sagt Kirchvorsteherin Maritta Reißig.

Dass der Abschluss der Bauarbeiten nun wesentlich länger dauert, als eigentlich geplant, hebt in der Gemeinde niemanden so recht an. „Wir brauchen die Winterkirche erst, wenn es wieder kalt wird. Und bis dahin ist hoffentlich alles fertig“, sagt sie.