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Leute, die Dinge bewegen

Die Freien Bürger schicken 18 Frauen und Männer in die Wahl zum Stadtrat – Topthema ist das Freibad in Bohnitzsch.

Von Udo Lemke
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Dorothee Finzel (l.) und Simone Teske sind die beiden Frauen, die die Freien Bürger in den Kommunalwahlkampf führen. Dabei interessieren sie pragmatische Lösungen mehr als Parteipolitik.
Dorothee Finzel (l.) und Simone Teske sind die beiden Frauen, die die Freien Bürger in den Kommunalwahlkampf führen. Dabei interessieren sie pragmatische Lösungen mehr als Parteipolitik. ©  Foto: Claudia Hübschmann

Meißen. Im Stadtrat sitzen die zwei Frauen und zwei Männer, die die Fraktion der Freien Bürger bilden, Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) gegenüber. Frontal, wäre übertrieben. Im Gegenteil. Seit im vergangenen Jahr die einst eher linksbürgerlich orientierte Fraktion Freie Bürger/SPD/Grüne auseinandergebrochen ist, hat das konservative Lager im Stadtrat eine noch klarere Mehrheit. Und der Oberbürgermeister in den Freien Bürgern eine neue Stütze. Und so erklärt Dorothee Finzel denn auch: „Eigentlich sind wir als Stadtrat Teil der Verwaltung.“

Simone Teske, die zweite Frontfrau, erklärt, dass die Freien Bürger eine nichtorganisierte Wählergemeinschaft sind, die kein Statut hat und keine Mitgliedsbeiträge erhebt“, wie sie betont. „Es ist immer unser Anspruch im Stadtrat gewesen, pragmatische Lösungen zu finden, das Parteipolitische ist uns eher fremd“, erklärt Dorothee Finzel. Nach diesem Prinzip habe man auch Leute angesprochen, für die Freien Bürger bei den Kommunalwahlen am 26. Mai anzutreten: „Unsere Interesse ist es, diejenigen zu binden, die Impulse in der Stadt setzen, Leute, die ohnehin Dinge bewegen, zusammen zu bringen.“

So ist eine Kandidatenliste von 18 Frauen und Männern für den Stadtrat zusammengekommen. Da finden sich allein fünf Handwerksmeister, so Maurermeister Sebastian Langner und Elektromeister Frank Kießling, auf der Liste. Dazu Bildungs- und Kulturarbeiter wie Erzieher Alexander Rost, der bereits derzeit im Stadtrat sitzt, SZ-Fotografin Claudia Hübschmann und Lehrer Sascha Kotztin. Hinzu kommen Akteure aus der Wirtschaft und Angestellte wie Simone Teske, die diplomierte Ökonomin ist und im Landratsamt arbeitet. Dorothee Finzel ist Diplom-Verwaltungswirtin und arbeitet als Geschäftsführerin der Freien Werkschule.

„Die Meißener sollen fühlen: Für uns wird was gemacht“, nennt Simone Teske die Zielrichtung des Wahlkampfes. Paradebeispiel dafür ist die Wiederbelebung des Freibades in Bohnitzsch. Nach zehn Jahren Einsatz dafür habe es das Thema in Form von 80 000 Euro nicht nur in den Stadthaushalt geschafft. In der vergangenen Stadtratssitzung seien auch fünf Varianten für die Gestaltung des Freibadgeländes vorgestellt worden, die mit solchen Geldern finanziert worden seien. „Das Freibad ist ein sehr wichtiges Thema für uns“, so Simone Teske. „Jetzt kommt Schwung in die Sache“, sagt Dorothee Finzel. Was auch insofern wichtig sei, als es immer mehr Kinder gebe, die nicht mehr schwimmen könnten.

Der Freibadverein sei ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Generell wollen die Freien Bürger die Vereinsarbeit besser finanziell unterstützt und ehrenamtliche Arbeit mehr anerkannt wissen. „Neben einer besseren finanziellen Ausstattung ist ein Ansprechpartner für die Vereine in der Verwaltung wichtig. „Ebenso das Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit.“

„Wenn man sich anschaut, was wir an Themen in den letzten Jahren in den Stadtrat eingebracht haben, dann sieht man, dass es uns um Klimaschutz und Mobilität geht“, erklärt Simone Teske. Es sei wichtig, dass der Bürger Wahlmöglichkeiten habe. Was das Radfahren in Meißen betrifft, so sei das noch immer schwierig. „Wir müssen deutlich machen, dass der Radverkehr nicht nur selbstverständlich dazu gehört, sondern in Zukunft noch wichtiger werden wird“, sagt Dorothee Finzel. Und: „Ein gutes Radwegenetz an den Hauptverkehrsachsen muss ausgebaut werden.“