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Leverkusen wirft Trainer raus

Das 1:2 beim HSV war zu viel. Sami Hyypiäs Zeit bei Bayer Leverkusen ist vorbei. Sein einstiger Mittrainer übernimmt. Sascha Lewandowskis Auftrag: Nichts weniger als die Champions League.

© dpa

Von Jens Marx und Claas Hennig

Leverkusen. 13 Stunden nach der 1:2-Pleite beim HSV war Sami Hyypiäs Schicksals bei Bayer Leverkusen besiegelt. Der Fußball-Bundesligist gab am Samstagvormittag das sofortige Ende der Zusammenarbeit mit dem 40 Jahre alten Finnen bekannt. „Die dramatische Entwicklung der jüngsten Wochen ließ uns letztlich keine andere Wahl, als nun die Trennung herbeizuführen“, rechtfertigte Sportdirektor Rudi Völler den Schritt: „Wir wollen und müssen alles versuchen, die Saison noch zu retten.“

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Mit Sascha Lewandowski als starkem Mann auf der Trainerbank. Er hatte zusammen mit Hyypiä die Werkself in der vergangenen Saison in die Champions League geführt. Dann aber übernahm Hyypiä die alleinige Verantwortung für die Mannschaft, Lewandowski hatte sich als Chefcoach wieder dem Nachwuchsbereich der Leverkusener gewidmet.

„Es ist für mich keine leichte Situation, nun Samis Stelle einzunehmen“, sagte Lewandowski in einer Stellungnahme des Vereins. Er erinnerte an die gemeinsame Saison. „Da übernimmt man nicht, ohne zu bedauern, dass der einstige Partner seine Vorstellungen nicht mehr verwirklichen konnte. Aber als Angestellter des Vereins stehe ich auch in der Verantwortung, meinem jetzigen Auftrag gerecht zu werden.“ Lewandowski habe schon bewiesen, dass er ein Toptrainer sei. Er habe schon einmal dem Verein „nach dem Scheitern von Robin Dutt gemeinsam mit Sami Hyypiä in einer kritischen Situation geholfen“, sagte Völler.

Als künftige Cheftrainer auf der Leverkusener Bank nach der Ein-Monats-Mission von Lewandowski werden bereits Arm Veh (bis Saisonende bei Eintracht Frankfurt), Thomas Schaaf (vereinslos) und auch Markus Weinzierl vom FC Augsburg in den Medien gehandelt. Insgesamt ist es der siebte Trainerwechsel in der laufenden Bundesligasaison.

Und er hatte sich abgezeichnet. Nach dem zweiten Platz zum Abschluss der Hinrunde ging in der zweiten Saisonhälfte bislang so gut wie nichts mehr. Unter Hyypiä schaffte die Mannschaft in der Meisterschaft nur drei Siege in den vergangenen zwölf Spielen, vor der Niederlage in Hamburg hatte sich das Team zu Hause mit einem 1:1 gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig blamiert.

Ein Platz in der Champions League ist mittlerweile auch in akuter Gefahr. Zudem war die Werkself im DFB-Pokal vor heimischer Kulisse gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ausgeschieden und in der europäischen Königsklasse von Paris St. Germain vor allem im Hinspiel im eigenen Stadion regelrecht vorgeführt worden.

„Nach reiflicher Überlegung und angesichts der anhaltenden Krise sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass zum jetzigen Zeitpunkt nur noch ein Wechsel in der Mannschaftsführung die dringend notwendige Wende herbeiführen kann“, erklärte daher Bayers Geschäftsführer Michael Schade. (dpa)