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Weißwasser

Licht und Schatten - und eine Überraschung

Auch der Nachwuchs der Lausitzer Füchse wurde vom Saisonschluss abrupt ausgebremst. Wie lief es bis dahin?

Eine rundum gelungene Sache war das gemeinsame Training der jüngeren Nachwuchsspieler mit den Profis am letzten Wochenende vor dem Abbruch der Saison. Dass dieser Nachmittag gleichzeitig das sportliche Halali für die beteiligten Akteure wie den gesamten E
Eine rundum gelungene Sache war das gemeinsame Training der jüngeren Nachwuchsspieler mit den Profis am letzten Wochenende vor dem Abbruch der Saison. Dass dieser Nachmittag gleichzeitig das sportliche Halali für die beteiligten Akteure wie den gesamten E © Steffen Bistrosch

Für den künftigen sportlichen Unterbau der DEL 2 soll die Nachwuchsarbeit im Weißwasseraner Fuchsbau sorgen. Aufwand und Kosten auf der einen und Identifikation auf der anderen Seite sind sehr hoch. Wie ist die sportliche Situation nach dem plötzlichen Saisonende einzuschätzen? Eine Analyse der verschiedenen Alters- und Leistungsklassen.

U 9 begrüßt viele Neulinge

Für die Laufgruppe und die „Unter-9-Jahre“-Übungsgruppe galt es in erster Linie, den Aufwärtstrend des letzten Jahres zu stabilisieren. Ganz wesentlich ist hier die Nachwuchsgewinnung. Aufbauend auf verschiedene Kennenlernprojekte und die gute Resonanz aus den Kitas konnten zahlreiche Neuanmelder begrüßt werden. Sportliche Höhepunkte in dieser Altersklasse bilden die „Learn-to-Play“-Turniere, bei denen erste Wettbewerbserfahrungen gesammelt werden. Trainer Torsten Hanusch zeigte sich zufrieden: „Für die jungen Spielerinnen und Spieler gilt es, die Grundlagen für die künftige Entwicklung zu legen. In der Laufgruppe stehen etwa 70 Kids auf dem Eis; trainiert wird bis zu dreimal pro Woche. Der Spaß soll im Vordergrund stehen.“ Einer der traditionellen Saisonhöhepunkte war der stark besetzte „Maschinenbaucup“ in Crimmitschau – dort konnte der erste Platz errungen werden. Die sächsischen Landesjugendspiele in Chemnitz waren ebenfalls von Erfolg gekrönt. „Läuferisch, stocktechnisch und taktisch zeigten sich die eingesetzten Spielerinnen und Spieler schon auf einem hohen Niveau“, schätzt Trainer Torsten Hanusch zufrieden ein.

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U-11-Team ist mehrfach Sieger

In der U-11-Mannschaft bestand der Anspruch der Spielerinnen und Spieler darin, die Erfolgsserie der letzten Saison fortzuführen. Der quantitativ starke Jahrgang wurde in zwei Meldeklassen (MK) unterschiedlicher Leistungsgruppen eingeteilt. Die erste Standortbestimmung stellte das hochklassig besetzte „Max-Groß-Dankeschön-Turnier“ in Crimmitschau dar, bei dem die Weißwasseraner Erste wurden. Auch in der Ostdeutschen Meisterschaft (ODM) gewannen die Jungfüchse (fast) alles, was es zu gewinnen gab. Die ersten Plätze standen sowohl für die MK 1 als auch die MK 2 weit vor Saisonende fest. Nicht so gut sah es dagegen beim heimischen „Glasmacherpokal“ aus. Das Team revanchierte sich kurz darauf in Berlin beim „Gasag Cup“. Hier wurde gegen ambitionierte Konkurrenz aus Berlin, Dresden, Crimmitschau, Bietigheim, München, Hannover und Mannheim der zweite Platz hinter Krefeld erkämpft. Der erste Platz bei den Landesjugendspielen in Chemnitz folgte. Trainer Hanusch ist stolz auf seine Schützlinge: „Sie wollen jedes Spiel gewinnen und kämpfen mit fairen Mitteln um jeden Zentimeter auf dem Eis. Das ist eine richtig gute Truppe“.

U 13 hatte kein gutes Jahr

Die U-13-Mannschaft konnte die Erwartungen aus unterschiedlichen Gründen nicht erfüllen. Im Verlaufe der Saison gelang lediglich ein voller Erfolg in der ODM. Trainer Sebastian Wolsch erkannte hinsichtlich Fehlerquote und Einsatzbereitschaft allerdings einen positiven Trend, außerdem werden etliche Spieler aus der U 11 nachrücken, sodass sich der letzte Platz in der ODM hoffentlich nicht wiederholt. Für die genannten wie für alle anderen Teams im Fuchsbau gilt, dass das Saisonende viel zu früh kam. Jetzt heißt es, individuell fleißig zu arbeiten, bis das reguläre Training beginnen kann. „Denn der erfolgreiche Eishockeyspieler wird im Sommer gemacht“, so Nachwuchschef Sebastian Wolsch.

U 15 muss körperlich zulegen

Der U-15-Mannschaft bescheinigte Cheftrainer Sebastian Wolsch eine „durchwachsene“ Saison. Vielen guten Auftritten folgten einige weniger gelungene, oft gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten. Dennoch wurde das Team in der Ostdeutschen Meisterschaft (ODM) punktgleich hinter Crimmitschau (bei zwei Spielen weniger) Zweiter in der unvollständigen Tabelle. Eine positive Entwicklung ist bei dem Großteil der Spielerinnen und Spieler zu erkennen gewesen, so Sebastian Wolsch. „Zumindest für ausbaufähig“ hält er die Trainingsbeteiligung und Leistungsbereitschaft einiger Spieler. Durchgeführte Leistungstest ergaben zum Teil Defizite im Kraft- und Ausdauerbereich. Hier gilt es in der Saisonvorbereitung, das Leistungsgefälle im Team abzubauen. Potenzial haben die Spielerinnen und Spieler allemal – da ist sich Trainer Wolsch sicher.

U 17 übertrifft alle Erwartungen

Die U-17-Mannschaft des vergangenen Jahres fiel altersbedingt und infolge des sportlichen Abstiegs aus der 1. Division ausein-ander. Aus den verbliebenen Spielern und einigen wenigen Neuzugängen konnte aus einem kleinen und vergleichsweise jungen Kader ein erfolgreiches Team geformt werden, das die gestellten Erwartungen deutlich übertreffen konnte. Meister in der U-17-Division 2 Nord, beste Überzahlquote, zweitbeste Unterzahlquote und zugleich das beste Torverhältnis belegen diese Behauptung. Die bereits vorzeitig erreichten Relegationsspiele finden wegen des Abbruchs der Saison nun leider nicht statt. Die Enttäuschung ist riesig, wird die Mannschaft doch um den verdienten Lohn monatelanger harter Arbeit gebracht. Das Management lotet derzeit die Möglichkeiten aus, um am „Grünen Tisch“ in die Division 1 Nord aufrücken zu können.

U 20 bringt wieder DEL 2-Spieler hervor

Saisonziele für die U-20-Mannschaft zu formulieren – das fiel den Verantwortlichen und Trainern nach dem Abstieg aus der 2. Division in der vergangenen Saison schwer. Gegnerschaft und eigenes Leistungsvermögen stellten unbekannte Größen dar. Das eigene Team verfügte zudem über eine nur dünne Personaldecke. Der Saisonstart war wenig erfolgreich. Durch konsequente Trainingsarbeit stabilisierten sich die Leistungen des Teams im Laufe der Saison aber. Zum Ende des Jahres zeigte die Leistungskurve steil aufwärts. Mit erfolgreich gestalteten Spielen arbeitete sich das Team um Luis Rentsch und Justin Geschke weiter nach vorn. Am letzten Spielwochenende wurde mit zwei vollen Erfolgen und sechs Punkten der erhoffte dritte Tabellenplatz erreicht. Erwähnenswert bleibt, dass mit Luis Rentsch ein Spieler des Teams bei den Profis der ersten Mannschaft regelmäßige Einsatzzeiten erhielt.

Fazit: Hochklassigkeit ist ein Muss

Generell war es eine Saison mit Licht und Schatten. Im Bereich der jüngsten Spielerinnen und Spieler herrscht Optimismus, an vergangene Erfolge anknüpfen zu können. In den Altersklassen darüber wechseln sich Hochs und Tiefs ab. Entscheidend wird künftig, inwiefern die Übergänge von einem Jahrgang zum folgenden eine tatsächliche Leistungssteigerung erbringen können. Hier steht das Halten potenzieller Leistungsträger an erster Stelle, dazu die kontinuierliche Weiterentwicklung der einzelnen Spielerinnen und Spieler. Für den Standort Weißwasser ist es mittelfristig von nahezu existenzieller Bedeutung, in der U 15 und U 17 möglichst hochklassig zu spielen, um potenziell hochklassigeren Spielern eine Entwicklungs-Chance im Fuchsbau geben zu können. Nur durch Erfolg haben der Verein und die Jungfüchse Gelegenheit, im Werben um die begehrten und zahlenmäßig knappen Talente im Nachwuchseishockey mithalten zu können.

Für alle Eishockey-Begeisterten gilt indes: Wer dem Eishockey-Sport tatsächlich Gutes tun will, sollte seinen eigenen Nachwuchs im Fuchsbau zum Training anmelden. Eigener erfolgreicher Nachwuchs ist die beste Investition in die Zukunft. Die nächste Gelegenheit dazu besteht ab Anfang August – so der Plan. (Steffen Bistrosch)

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