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Kamenz

Wie die Lichtenberger Kita Eltern hilft

Das Kind schlägt um sich oder es will ewig nicht einschlafen - manchmal wissen Mütter und Väter nicht mehr weiter. Ein neues Projekt bietet Unterstützung.

Karola Kreuz (vorn) und Josephine Baatzsch aus der Lichtenberger Kita zeigen die Schatzkarte, mit der sie zusammen mit Eltern auf Entdeckungsreise zu den Stärken ihrer Kinder gehen wollen.
Karola Kreuz (vorn) und Josephine Baatzsch aus der Lichtenberger Kita zeigen die Schatzkarte, mit der sie zusammen mit Eltern auf Entdeckungsreise zu den Stärken ihrer Kinder gehen wollen. © Matthias Schumann

Lichtenberg. "Ich will jetzt nicht aufräumen." "Nein, Zähneputzen ist doof". Solche Sätze bekommen Eltern von kleinen Kindern oft zu hören. Es wird geweint, es gibt Geschrei. Szenen, die sich wohl in jeder Familie irgendwann einmal abspielen. Und manchmal stehen die Eltern da und wissen nicht mehr weiter. So oft haben sie es mit ruhigen Worten probiert, doch es passiert immer wieder. Und dann tauchen Fragen auf: Ist nur mein Kind so bockig? Was kann man bloß machen?  

Mit genau dieser Problematik beschäftigen sich jetzt Mitarbeiter des DRK-Kinderhauses Entdeckerland in Lichtenberg. Die Kita nimmt an einem Projekt teil, das sich Schatzsuche nennt. Zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung haben in Dresden an der Weiterbildung "Schatzsuche-Reise" teilgenommen und jetzt ihren Abschluss gemacht. "Das Programm dient der Förderung des seelischen Wohlbefindens von Kindern in Kitas", heißt es von Seiten des Veranstalters, der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung.

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Kinder und Eltern profitieren

Obwohl es um das Wohl der Kinder geht, arbeiten die geschulten Mitarbeiter ausschließlich mit den Eltern. Diese sollen Beispiele aufgezeigt bekommen, wie sie in bestimmten Situationen mit ihren Kindern umgehen, wie sie Konflikte lösen können. Und das so, dass beide Seiten davon profitieren.

Zwei Mitarbeiterinnen der Kita Entdeckerland dürfen sich jetzt Schatzsuche-Referentinnen nennen. Karola Kreuz arbeitet seit Oktober 2019 in der Kita in Lichtenberg. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin. Josephine Baatzsch, Heilerziehungspflegerin, kam einen Monat später dazu. Auf das Schatzsuche-Programm stieß die Leiterin der Einrichtung, Sandra Klengel. Sie fand es gut und fragte die beiden Mitarbeiterinnen, ob sie daran teilnehmen wollen. Die beiden jungen Frauen sagten sofort Ja.

Im März startete die Zusatzausbildung. Dann kam Corona, und es zog sich alles in die Länge. Im Juli machten Karola Kreuz und Josephine Baatzsch dann ihren Abschluss. In Sachsen gibt es erst acht Kindertagesstätten, in denen Mitarbeiter im Schatzsuche-Programm geschult sind, im Landkreis Bautzen sind die Lichtenberger die einzigen. 

Doch warum heißt das Ganze jetzt Schatzsuche-Programm? "Die Eltern machen sich auf die Suche nach den wertvollen, manchmal unentdeckten Fähigkeiten und Schätzen der Kinder. Die Freude daran, Erziehungsaufgaben zu fördern und die Entwicklung der Kinder kompetent zu begleiten, steht im Mittelpunkt des Programms", so die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung.

Kleine Gruppen für intensive Gespräche

In der Praxis werden Elterngruppen von maximal zwölf Personen gebildet. Diese Gruppen treffen sich dann an sechs Terminen mit den beiden Referentinnen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und zu lernen - auch voneinander. "Wir bilden ganz bewusst so kleine Gruppen, damit es zu intensiven, offenen Gesprächen kommen kann", erklärt Karola Kreuz.  "Wir fahren mit den Eltern auf unserer Schatzsuche symbolisch sechs Inseln an, auf denen wir dann bestimmte Fragestellungen erörtern", ergänzt Josephine Baatzsch. Eine davon ist zum Beispiel "Eine Kiste voller Gefühle", eine andere "Spurensuche - Entwicklung von Kindern verstehen".   

Eine Schatzsuche mit den Eltern gab es in der Lichtenberger Kita bis jetzt noch nicht - coronabedingt. Aber wenn es dann richtig los geht, wollen die beiden Erzieherinnen "starke Eltern für starke Kinder" machen. Das ist ihr Plan.

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