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Lichtenberg wendet sich von Pulsnitz ab

Ein Beschluss des Gemeinderates sieht den Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft mit der Pfefferkuchenstadt vor. Ganz so schnell kommt er aber nicht.

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Die Gemeinde Lichtenberg will aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Pulsnitz austreten. Sie orientiert sich in Richtung Wachau.
Die Gemeinde Lichtenberg will aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Pulsnitz austreten. Sie orientiert sich in Richtung Wachau. © René Plaul

Lichtenberg. Der Gemeinderat von Lichtenberg hat den Grundsatzbeschluss zum Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Pulsnitz mehrheitlich mit den Stimmen der CDU-Fraktion gefasst. Das berichten Beobachter der Sitzung in der Vorwoche. Die war wohl eine der meistbesuchten der zu Ende gehenden Legislaturperiode. Die Sitzplätze in den Besucherreihen reichten trotz zusätzlicher Stühle bei Weitem nicht aus, heißt es. 

Bürgeranfragen zur Tagesordnung seien trotz eines Antrags von Erich Pest (Linke) nicht zugelassen worden. Mahnende Worte zur besseren Bürgerbeteiligung vor solchen Grundsatzbeschlüssen seien wirkungslos geblieben, ebenso wie alternativ formulierte Beschlusstext-Vorschläge bzw. Anträge zur Änderung der Tagesordnung von den Räten Erich Pest und Oliver Tübel. „Für die anwesenden Einwohner war diese Ratssitzung aber wenigstens eine sehr eindrucksvolle Demonstration zum jeweiligen Demokratieverständnis der einzelnen Gemeinderäte“, berichtet Beobachter Marco Birnstengel.

Deutliches Signal für Gemeindefusion

Mit dem Beschluss setzte der Rat ein deutliches Signal in Richtung bestehender Fusionspläne mit der Nachbargemeinde Wachau. Der Beschluss hatte im Vorfeld auch für Kritik gesorgt, unter anderem aus den Reihen der Linken. Erst müsste doch der Wille der Bürger abgefragt werden, bevor solche Entscheidungen getroffen würden, hieß es. 

Gespräche zwischen Lichtenberg und Wachau über eine Fusion gibt es schon seit etlichen Jahren. Großnaundorf gehörte zwischenzeitlich auch mit zum Kreis der Fusionskandidaten, hat sich aber wieder zurückgezogen. Nun haben die Fusionsbestrebungen zwischen Lichtenberg und Wachau wieder Fahrt aufgenommen.

Die Eingemeindung von Lichtenberg nach Wachau könnte jetzt auch zum Wahlkampfthema werden. Für den Gemeinderat bewerben sich diesmal 25 Kandidaten auf fünf Listen. Neben der CDU und Linken, die bereits vertreten sind, stellen sich auch Kandidaten der AfD, der Freunde des Heimatvereins und Frischer Wind für Lichtenberg zur Wahl. (SZ)