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Lidl baut neues Zentrallager in Radeburg

Das Unternehmen will rund 45 Millionen Euro investieren. Der Standort Lampertswalde wird dafür geschlossen.

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Von Sven Görner

Radeburg. Das nennt man perfektes Timing. Am Donnerstag früh hatte Jens Köhler, der Prokurist der Lidl-Niederlassung in Lampertswalde, mit der Bauland GmbH die Kaufverträge für die drei großen Baufelder im Gewerbegebiet Radeburg unterschrieben. Danach wurden die 150 Beschäftigten in einer Mitarbeiterversammlung über die geplante Standortverlegung informiert. Am Abend konnte die neue Großansiedlung dann im Stadtrat der Zille-Stadt verkündet werden. Der hatte in seiner Beratung im November bereits die Weichen dafür gestellt, indem er den Beschluss fasste, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Radeburg-Süd entsprechend den Erfordernissen des Investors zu ändern.

Wie Jens Köhler erklärt, sind mit dem unterschriebenen Kaufvertrag rund 85 Prozent des 115 000 Quadratmeter großen künftigen Lidl-Areals gesichert. Auch der Erwerb der noch fehlenden Grundstücke dürfte kein Problem sein, denn diese gehören der Stadt. Dabei handelt es sich um Teile der jetzigen Guericke- und Winckelmannstraße sowie die Bayerische Allee. Auch der Grünzug zwischen der Allee und der Gottfried-Schenker-Straße gehört dazu. Vor dem Verkauf, so Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos), müssen diese Grundstücke allerdings zunächst vom Gutachterausschuss des Landkreises bewertet werden. Den notwendigen Beschluss zur sogenannten Einziehung der drei genannten öffentlichen Straßen fassten die Räte aber gleich noch am Donnerstagabend.

Mit der geplanten Errichtung des neuen Zentrallagers entlang der Straße Zum Wertfeld – die Lidl GmbH & Co. KG will dafür rund 45 Millionen Euro investieren – sind dann alle großen Flächen im Gewerbegebiet Süd belegt.

Für Radeburg dürfte die Ansiedlung künftig einen kräftigen Zuwachs bei den Gewerbesteuern bringen. Lampertswaldes Bürgermeister Wolfgang Hoffmann sprach von stabilen 500 000 bis 600 000 Euro pro Jahr. In der Zille-Stadt könnte es sogar noch mehr werden. Schließlich soll das neue Zentrallager mit 42 000 Quadratmetern etwa doppelt so groß werden wie das jetzige. Der Platzmangel, so Jens Köhler, war einer der Gründe, sich nach einem neuen Standort umzusehen. „Radeburg war nicht die erste Wahl. Aber Dresden hat keine Möglichkeit gesehen, uns Flächen anzubieten.“

Die Mitarbeiterzahl soll in Radeburg auf um die 200 anwachsen. Jens Köhler hofft, bis Ende 2014 Baurecht zu haben.