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Liebesanleitung in der Volkshochschule

Was passiert, wenn ein unfähiger Kursleiter Rentnern das Flirten beibringen will? Das Theater zeigt es in „Blütenträume“.

© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Es ist eine gemischte Gesellschaft, die sich in der Volkshochschule trifft. Da ist Britta, ehemalige Bibliothekarin, alleinstehend, die einen Menschen für den Gedankenaustausch sucht, der ihr nicht zu sehr auf die Pelle rückt. Und Heinz, der Autolackierer im Ruhestand, bodenständig, Lausitzer. Er will einfach eine Frau, die zu ihm passt. Friedrich, Schuldirektor a. D., oberlehrerhafter Intellektueller, Rotarier und Mitglied der Möhring-Gesellschaft, wie er alle ungefragt wissen lässt. Ansonsten unglücklich geschieden, weil er seine Frau mit einer Kollegin betrogen hat. Und Julia, erfolgreiche Geschäftsfrau mit katastrophalem Liebesleben, die eigentlich nicht in diese Rentner-Runde passt. Aber der 40+ Kurs war nicht zustande gekommen.

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Vier Frauen und drei Männer treffen sich im „Flirtkurs 55+“, um zu lernen, wie man den Mann oder die Frau fürs Ende des Lebens findet. Es geht nicht mehr nur um Blumenstrauß und gute Manieren, sondern um Persönlichkeitsprofile, Speed-Dating und Flirt-Strategien. Jan, der Kursleiter, soll die Senioren mit den Ausprägungen dieser modernen Zeit vertraut machen. Die Erfolgsquote? Na ja, es ist sein erster Kurs. Aber er hat Erfahrungen mit radikalen Lebensumstellungen. Am Ende scheitern seine Bemühungen jäh.

Der Erfolgsautor Lutz Hübner geht in dem Stück „Blütenträume“ der Frage nach, „ob man Flirten lernen kann, ob man es in der Volkshochschule lernen kann und wie man das eigentlich übt“, so Pressedramaturg Matthias Wolf bei der Soiree zu dem Stück, zu der dieses Mal in die Rechtsanwaltskanzlei Buschmann und Rasser eingeladen wurde.

„Blütenträume“ ist nach „Frau Müller muss weg“, „Geisterfahrer“ und „Die Firma dankt“ das vierte Stück des Erfolgsautors Lutz Hübner, das das Mittelsächsische Theater auf die Bühne bringt. Regie hat dieses Mal Alexander Stillmark geführt. „Ich hatte dieses Genre noch nie. Dazu kommt, dass acht Schauspieler ständig auf der Bühne sind und keiner abgeht. Das habe ich als Herausforderung gesehen“, sagte der Regisseur. Was passiert, wenn Lebenserfahrung auf den modernen Begegnungsmarkt trifft? Der Autor habe das mit einem reichhaltigen Textmaterial zu einem Stück verarbeitet, das nicht abgehoben daherkommt. „Jeder kann sich dem Thema mit seinen eigenen Erfahrungen nähern. Das macht den Reiz des Stückes aus“, so der Regisseur.

Jan Alexander Schroeder, der für die Ausstattung zuständig ist, hatte nicht viel zu tun. Auf der Bühne lenkt nichts von der Kunst der Schauspieler ab. Da stehen nur ein schräg gestelltes Podest, darauf ein paar Stühle und wenige Möbel, die für die jeweilige Situation verschoben werden.

Premiere „Blütenträume, Sonnabend, 19.30 Uhr, Theater Döbeln