merken

Keine Einbahnstraße am Lindenplatz

Planer Olaf Weidauer setzt sich noch einmal an die Entwürfe. Die Anwohner dürften zufrieden sein, mancher Stadtrat ist es nicht.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. Der Lindenplatz ist seit Jahrzehnten ein Grünstreifen am Rande der Altstadt. Das soll er auch wieder werden. Dafür hatte Olaf Weidauer von der Strabau Leipzig GmbH in den bisherigen Planungen das alleeartige Pflanzen neuer Bäume vorgesehen. Auch die weiteren Teile seiner Planungen konnten sich die Anwohner und darüber hinaus alle Leisniger anschauen. 13 nutzen die Möglichkeit, ihre Meinung und Hinweise dazu abzugeben. Diese haben zu einer abgewandelten Planung geführt, die Bauamtsleiter Thomas Schröder den Stadträten vorgestellt hat.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Verkehrsführung beibehalten

Von der vorgeschlagenen Einbahnstraßenregelung – auch nur in Teilabschnitten – haben die Räte wieder mehrheitlich Abstand genommen. Zum einen wollten sie den morgendlichen Eltern-Taxi-Verkehr von gezählten 70 bis 75 Fahrzeugen nicht ausschließlich auf die Karl-Wagler-Straße lenken. Dort halten die Schulbusse. Zusätzlicher Verkehr könnte dort Gefahren heraufbeschwören. Außerdem sollen Fahrzeuge, die den Parkplatz „Belvedere“ an der Poststraße verlassen, dies auch weiterhin über den Lindenplatz tun können. „Die Anwohner hatten sich gegen die Einbahnstraßenregelung ausgesprochen und dies damit begründet, dass sich die aktuelle Regelung über viele Jahre bewährt hat“, erklärte der Bauamtsleiter.

Hans-Hermann Schleußner (FW) findet das nicht gut. Er bezeichnete den neuen Entwurf als ausschließlich autofahrerfreundlich. „Was wir mit der Einbahnstraße erreichen wollten – nämlich die unübersichtliche Situation vor der ehemaligen Hundert zu entschärfen –, packen wir überhaupt nicht mehr an“, sagte er. Erst vor ungefähr einem halben Jahr hatten sich die Räte darüber Gedanken gemacht, wie der Schulweg sicherer zu gestalten ist.

Auch im Zwischenentwurf ist vorgesehen, direkt vor der Grundschule knapp ein Dutzend Parkplätze zu schaffen. Dort sollen Eltern kurz die Möglichkeit haben, mit dem Auto anzuhalten, das Kind auf der Fußwegseite aussteigen zu lassen und weiterzufahren.

Weniger Parkplätze, mehr Fußweg

Berücksichtigt hat die Verwaltung auch den Einspruch der Anwohner, dass diese einen Fußweg am Rande des Parks inmitten des Lindenplatzes benötigen. Der sollte ursprünglich wegfallen. Im provisorischen Entwurf war ein Stück bis in Höhe des Zwischenweges zur Schule vorgesehen. Den wollen die meisten Stadträte verlängert sehen, damit ein Anschluss auf den Fußweg gegeben ist, der über die Poststraße zur Treppenanlage in Nähe des Oberschulaltbaus führt. In diesem Rundbereich im Anschluss an eine Zisterne hatte die Verwaltung zusätzliche Parkplätze vorgesehen. Die sollen zugunsten eines durchgängigen Fußweges wegfallen. Wegrationalisiert werden nach aktuellen Planungen auch die Parkplätze, die jetzt noch gegenüber dem Grundschulgebäude zur Verfügung stehen. Das soll die Übersichtlichkeit für Kinder und Kraftfahrer erhöhen. Gar nicht erst gebaut werden die drei bis fünf Stellplätze, die die Verwaltung gegenüber dem Imbiss vorgesehen hat. Die Räte sind der Meinung, dass die Hungrigen genausogut über die Straße auf den Bezahlparkplatz „Alte Feuerwache“ laufen und dort die zeitlich begrenzten freien Plätze nutzen könnten.

Zu allen Punkten gab es reichlich Für und Wider. Namens der CDU bat Rüdiger Schulze, die Entscheidung zu vertagen. Diesen Aufschub räumte der Bauamtsleiter nicht ein und begründete dies mit einem gewissen zeitlichen Druck. Die Sommerferien soll Olaf Weidauer nutzen, um die Planungen entsprechend den getroffenen Absprachen anzupassen. Dazu gehört auch, dass die neuen Linden nicht durchgängig als Allee gepflanzt werden, sondern zu Beginn und am Ende mittig, ergänzt von Büschen und Sträuchern. Schon in der Ratssitzung am 23. August soll der neue Entwurf beschlossen werden. Die nächsten Schritte sind das Beantragen von Fördergeld und eine Ausschreibung über den Winter, um annehmbare Baupreise zu erzielen.