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Linke kritisieren Vize-Landrat

Der Kreisverband wirft Udo Witschas vor, Rechtsextreme in der Region zu bestärken. Für die Bundestagsabgeordnete Caren Lay ist er nicht mehr tragbar.

© Uwe Soeder

Bautzen. Mit heftiger Kritik haben die Linken im Landkreis Bautzen auf die Berichte über die Gespräche zwischen Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) und dem Chef des Kreisverbandes der NPD, Marko Wruck, reagiert. „Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass Herr Witschas drei Stunden mit dem NPD-Vorsitzenden spricht und mit ihm Gedanken über weitere Asylbewerber austauscht, statt sich als zuständiger Beigeordneter mit den betroffenen Ausländern zu unterhalten“, so die Landtagsabgeordnete und Linken-Kreisvorsitzende Marion Junge. Bei dem Gespräch ging es um die jüngsten Geschehnisse auf dem Kornmarkt und einen daran beteiligten Libyer, der sich vor einer Woche auf dem Dach der Asylunterkunft an der Flinzstraße umbringen wollte.

Die Politikerin sieht den Rechtsextremismus dadurch bestärkt. „Wer auf dem rechten Auge blind ist, braucht sich über die Auswüchse rechter Gewalt in Bautzen und anderswo nicht zu wundern. Die Zustände in Bautzen sind ein Ergebnis jahrelangen Wegschauens der politischen Verantwortlichen im Land Sachsen, Landkreis und Stadt Bautzen“, sagt Marion Junge.

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Deutliche Worte findet die Bundestagsabgeordnete Caren Lay: „Herr Witschas ist für mich als stellvertretender Landrat nicht tragbar.“ Für Unbehagen sorgt der Verdacht, dass Udo Witschas im Gespräch mit Marko Wruck möglicherweise Informationen der Polizei weitergeleitet haben könnte. „Herr Witschas muss sich dazu öffentlich erklären“, fordert die Bundespolitikerin. Zugleich wirft sie dem CDU-Mann vor, dass er sich von der NPD vor den Karren habe spannen lassen. (SZ/sko)