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Linke wollen Ostritzer Friedensfest wieder unterstützen

Anfang November soll es viele kleine Aktionen gegen das nächste Neonazi-Festival geben.

© dpa

Von Frank Seibel

Ostritz hat auch in der linken Szene Punkte gemacht. „Von einer sächsischen Kleinstadt erwartet man mittlerweile eher, dass sie sich wegduckt, wenn Rechtsextremisten anrücken“, gibt der Görlitzer Landtagsabgeordnete Mirko Schultze die Stimmung in jenem Netzwerk von Gruppen wieder, die unter den Labels „Antifa“ oder „Links“ agieren. Aber mit dem Friedensfest im April habe die kleine Stadt gezeigt, dass sie der europäischen Neonazi-Szene nicht das Feld überlassen will.

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Auch das Bündnis „Rechts rockt nicht“ hat vor einigen Tagen eine positive Bilanz zum Wochenende vom 20./ 21. April gezogen. Damals hatten sich verschiedene linke Gruppen zusammengetan, um das „bürgerliche“ Friedensfest um ein ausdrücklich politisch ausgerichtetes Musik-Festival zu ergänzen. Die Kooperation zwischen den Veranstaltern lobt Schultze im Rückblick.

So soll es nicht wie ein „trotzdem“, sondern eher wie ein „deswegen“ klingen, wenn sich „Rechts rockt nicht“ nun auch an künftigen Aktionen gegen Rechtsextremismus in Ostritz beteiligen will. Das wird schon Anfang November der Fall sein. Denn für den 2. und 3. November hat der thüringische NPD-Vorsitzende Torsten Heise erneut ein Festival unter dem Titel „Schild und Schwert“ angemeldet; wiederum auf dem Gelände des Hotels Neißeblick, direkt am Übergang zum Bahnhof, der auf polnischer Seite liegt. Was die Linken machen werden, sei noch offen, sagt Mirko Schultze. Aber ein Konzert wie im April soll es nicht geben. „Es kann im November richtig kalt werden“, sagt er. Und er rät auch den Friedensfest-Machern, keine zu langen Veranstaltungen im Freien zu planen.

Statt einer Großveranstaltung wollen die linken Gruppen im November eher mit kleinen Aktionen an verschiedenen Orten auftreten, sagt Schultze. Damit wollen sie dazu beitragen, dass die Neonazis nicht – wie im April – über verschiedene Straßen zum Festival-Gelände am Hotel Neißeblick gelangen. Das, sagte Schultze, sei ein Schwachpunkt im April gewesen.

Aber „Rechts rockt nicht“ wolle sich wieder eng mit den Organisatoren des Friedensfestes abstimmen, so Schultze. Auch die wollen im November „politischer“ sein als bei der Premiere im April. Vorträge, Filme, Diskussionsveranstaltungen sollen einen guten Teil des Programms ausmachen.

www.ostritzer-friedensfest.de