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Leipzig

"Lipsia-Turm" lässt die Hülle fallen

Die Wohnungsgenossenschaft Lipsia hat im Leipziger Stadtteil Grünau das erste Hochhaus seit dem Mauerfall errichtet.

Gerüstbauer haben das erste Drittel des neuen "Lipsia-Turm" vom Baugerüst befreit.
Gerüstbauer haben das erste Drittel des neuen "Lipsia-Turm" vom Baugerüst befreit. ©  dpa/Jan Woitas

Leipzig. Der "Lipsia-Turm" im Leipziger Stadtteil Grünau lässt derzeit die Hüllen fallen. Der Neubau, an dem jetzt die Gerüste abgebaut werden, ist ein im wahrsten Sinne des Wortes herausragendes Projekt. Es ist der erste Nachwende-Neubau eines Hochhauses in dem Stadtteil. Auf 13 Geschossen bietet er Raum für 60 Einheiten. Gebaut hat ihn die Wohnungsgenossenschaft Lipsia. Die Hälfte der Wohnungen sei bereits fest vermietet, sagte die Vorstandsvorsitzende der Lipsia, Kristina Fleischer. "Die Reaktionen sind sehr positiv."

Die ersten Mieter sollen nach den bisherigen Planungen am 1. Juli einziehen. Allerdings bremse die Corona-Krise im Moment auch die Genossenschaft aus. Die Vermietungsgespräche seien ins Stocken geraten, sagte Nelly Keding, Vorstand Wohnungswirtschaft bei der Genossenschaft.

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Das Projekt richtet sich in erster Linie an ältere Mieter. Neben den barrierefreien Wohnungen sollen sie ein Service-Paket dazubekommen - von einer Cafeteria bis zum Concierge. "Das ist schon eine Beruhigung für die älteren Mieter, dass im Zweifel ein Ansprechpartner da ist", sagte Keding.

Der Komfort schlägt sich auch im Mietpreis nieder. Zur Grundmiete von etwas über zehn Euro pro Quadratmeter kommt laut Fleischer eine Servicepauschale von 2,38 Euro. "Die Miete ist geradeso kostendeckend", sagte die Vorstandsvorsitzende. Die Genossenschaft könne mit dem "Lipsia-Turm" "maximal eine schwarze Null" erreichen. Sie liege aber immer noch unter den Durchschnittsmieten für Neubauten in Leipzig, sagte Fleischer.

Dem Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften VSWG ist landesweit kein anderer Hochhausneubau bekannt. Wenn auch nicht so herausragend wie der "Lipsia-Turm" in Leipzig, so wird aber auch andernorts von den Genossenschaften gebaut. Laut VSWG sollen in diesem Jahr 499 Wohnungen neu entstehen. Das sind mehr als 2019, als die Genossenschaften 431 neue Wohnungen auf den Markt gebracht haben. Abgerissen wurden voriges Jahr 248 Einheiten. Im VSWG sind 209 Genossenschaften organisiert.

Für die Genossenschaften sei der Neubau von Wohnungen eine wichtige Säule. Man wolle passenden Wohnraum für Familien oder Ältere anbieten, den eigenen Bestand verjüngen und auch für eine Durchmischung sorgen. Probleme bereiteten allerdings die Beschaffung von Bauland - und die Baupreise. "Aufgrund der Baupreise sind in Zukunft kaum noch Mieten unter zehn Euro möglich", teilte der VSWG mit. Günstiger sind Bestandswohnungen. Hier sei bei Neuverträgen 2019 im Schnitt 5,62 Euro als Mietpreis vereinbart worden. (dpa)