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Literatur und mehr im Domladen

Zwei Veranstaltungsreihen laden die Bautzener zum Austausch ein. Es geht um Themen wie Behinderung, Schule und andere Kulturen.

© dpa

Madeleine Siegl-Mickisch

Bautzen. Das Literaturcafé in Bautzens Ökumenischem Domladen hat sich längst etabliert – und doch gibt es an diesem Freitag zur 40. Lesung eine Premiere. Erstmals wird in der 2009 gestarteten Veranstaltungsreihe zweisprachig gelesen. Nicht etwa auf Deutsch und Sorbisch, wie man das in Bautzen vielleicht als Erstes erwartet, sondern auf Deutsch und Arabisch. Die Zuhörer sollen etwas über die Kultur der Menschen erfahren, die jetzt in großer Zahl nach Deutschland kommen, sagt Organisatorin Barbara Pohl. Mehr durch Zufall sei sie dazu auf ein „wunderbares Kinderbuch“ gestoßen. „Prinzessin Sharifa und der mutige Walter“ kann von rechts nach links oder von links nach rechts, auf Deutsch oder auf Arabisch gelesen werden. In der Mitte treffen sich zwei ähnlich gelagerte Geschichten: eine aus der arabischen Welt – jene von der furchtlosen Prinzessin Sharifa, und eine aus der westlichen Welt – die von Walter, dem Sohn von Wilhelm Tell.

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In Bautzen werden eine Frau aus Dresden und eine Frau aus Syrien daraus vorlesen. Die Illustrationen des Buches werden per Beamer gezeigt. Damit möglichst viele Menschen – Einheimische und Zugezogene – zuhören können, findet diese Veranstaltung aus Platzgründen ausnahmsweise im Kirchgemeindehaus am Stadtwall statt.

Alle weiteren Lesungen sind dann im Domladen, An den Fleischbänken 5. Im März geht es zum Beispiel um Menschen mit Behinderungen. Im August stellt Herausgeber Peter Vogt sein Lesebuch über die Herrnhuter Brüdergemeine in der Literatur vor. Erschienen ist der Band in einem kleinen Verlag mit Sitz in Ohorn.

Jahresprogramm 2016

Literaturcafé

29. Januar: Prinzessin Sharifa und der mutige Walter, Lesung in Deutsch und Arabisch

18. März: Mehr vom Leben, Geschichten und Erlebnisse von Menschen mit Behinderungen

20. Mai: Hoffnung – ein Geschenk, Texte von Joachim Scholz aus Netzschkau

19. August: Von Goethe bis Grass. Herrnhuter in der Literatur – Ein Lesebuch

18. November: Blickwinkel, es liest Christiane Schlenzig aus Bautzen

Gast im Domladen

10. Februar: Jochen Bohl, Altbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen

13. April: Marko Suchy, ehemaliger Direktor der sorbischen Stiftung

28. September: Christine Pallmer, Schulleiterin der Daimler-Oberschule Bautzen

19. Oktober: Gundula Seyfried, Dozentin im Bereich Hospiz und Palliative Care

Beginn jeweils 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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„Unterschiedliche Angebote sind uns wichtig, um Menschen zum Austausch und zur Begegnung in den Domladen einzuladen“, sagt Andreas Deckwart. Er kümmert sich zusammen mit Bernhard Pech um die zweite Veranstaltungsreihe. „Gast im Domladen“ läuft erst seit Ende 2014. Darin sollen Menschen zu Wort kommen, die eine wichtige Funktion haben oder hatten. So standen voriges Jahr der Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken, der Chef des größten Landwirtschaftsunternehmens im Landkreis und der Trainer von Regionalligist Budissa Rede und Antwort. Diesmal geht es unter anderem um Schule und Hospiz. „Wie es um die Bildung an unseren Schulen steht, halten wir zum Beispiel für ein ganz wichtiges Thema“, sagt Deckwart.

www.domladen-bautzen.de