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Löbau: Ärztemangel gab es auch früher

Bereits vor 65 Jahren kritisierte der Löbauer Amtsarzt die Zustände und forderte von der Bevölkerung Zurückhaltung.

Symbolfoto
Symbolfoto © www.foto-sampedro.de

Im Verhältnis der Einwohnerzahl haben wir noch viel zu wenig Ärzte! Diese klaffende Lücke kann bis zum Eintreffen des Ärztenachwuchses nur teilweise durch gewaltige Mehrarbeit geschlossen werden. So arbeitet ein großer Teil der angestellten Ärzte ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit aus Hilfsbereitschaft zur Gesunderhaltung der Bevölkerung als einzige Berufsgruppe täglich zwölf Stunden. Leider ist es nicht möglich, den Ärzten nach einem durchgehenden Nachtdienst am folgenden Tag zum Ausschlafen freizugeben. Der anschließende Tagesdienst muss zur Aufrechterhaltung der Sprechstunden- und Operationstätigkeit, unabhängig davon, normal weiterlaufen. So kommt es, dass der Gesundheitszustand vieler unserer Berufskollegen oft schlechter ist, als der ihrer Patienten.

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Uns könnte aber die Bevölkerung helfen, wenn sie ihre Bedürfnisse auf dem Gebiet der ärztlichen Betreuung nicht übermäßig hinaufschraubt und den Arzt zu Hausbesuchen nur kommen lässt, wenn dies unumgänglich notwendig ist. Erfahrene, langjährig praktisch tätige Ärzte in unserem Versorgungsbereich Löbau schätzen die Zahl nicht notwendiger Hausbesuche, insbesondere in den Nacht- und Sonntagsdiensten, auf etwa 70 Prozent!

Quelle: Aus einem offenen Brief des ärztlichen Direktors der Gesundheitseinrichtungen Löbau, Sommer 1956

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