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US-Firma will Funkloch an neuer B178 stopfen

American Tower will in Ruppersdorf einen Mast errichten. Warum die Nähe zur Bundesstraße so wichtig ist, gab Anlass zu Spekulationen - dabei ist der Grund simpel.

Ein neuer Funkmast soll an der B178n nahe Ruppersdorf und Ninive entstehen.
Ein neuer Funkmast soll an der B178n nahe Ruppersdorf und Ninive entstehen. © Archiv/Symbolbild: Nikolai Schmidt

Wer auf der B178n nahe Ruppersdorf und Ninive unterwegs ist, hat große Chancen, in ein Funkloch zu geraten. Denn die Netzabdeckung ist in diesem Gebiet eher dürftig. Doch das könnte sich mit den Plänen der deutschen Tochterfirma des amerikanischen Unternehmens American Tower aus Boston ändern. Die Firma mit ihrem deutschen Sitz in Ratingen möchte auf Neuruppersdorfer Flur einen Funkmast errichten, den sie dann an Mobilfunkunternehmen, Sicherheitsbehörden oder regionale mobile Breitbandanbieter zur Nutzung vermietet.

Der Standort, so beschrieb es Herrnhuts Bürgermeister Willem Riecke (Herrnhuter Liste) jüngst in einer Ratssitzung, liege auf dem Gelände der Kartoffelsortieranlage der Eibauer Agrargenossenschaft, recht weit weg von der nächsten Wohnbebauung. Für welche Anbieter und welchen Standard der Mast eingerichtet wird, konnte Riecke allerdings noch nicht sagen. Sicher ist aber, dass es bislang eher selten vorkam, dass sich unabhängige Firmen für einen Funkmastbau interessieren. Normalerweise bewerben sich direkt Baufirmen der großen Mobilfunkunternehmen bei den Kommunen um konkrete Plätze für ihr Netz.

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American Tower geht hier anders vor, beschreibt Torsten Kreitlow für das Unternehmen, das nach eigenen Worten weltweit zu den größten Betreibern derartiger Infrastruktur gehört. Allein in Deutschland hat sich das Unternehmen seit 2012 ein Netzwerk aus knapp 4.600 frei stehenden Masten und rund 6.000 Dachstandorten aufgebaut. "Unsere Standorte sind darauf ausgelegt, gemeinsam von allen Netzbetreibern, regionalen Anbietern aber auch innovativen Dienstleistern genutzt zu werden", erklärt er. Und da man mit einer eigens entwickelten Software nach den besten Plätzen suche, die möglichst effektiv Lücken in den Netzen schließen, nutzen die Masten im Idealfall gleich mehrere Anbieter. Damit reduziere sich die Zahl weiterer Masten, wenn nicht jeder seinen eigenen baut, führt Kreitlow weiter aus.

40-Meter-Mast an der B178n

Konkret für Ruppersdorf ist ein knapp 40 Meter hoher Mast geplant, der vor allem den Empfang entlang der B178n verbessern soll und zudem auch für die Ortschaft ringsum einiges bringen könnte. Dass die Bundesstraße den Ausschlag für die Bemühungen gab, hat im Stadtrat Verwunderung ausgelöst. Ob man denn die Unfallquote erhöhen wolle, weil dann noch mehr Menschen durch ihr Handy am Steuer abgelenkt werden oder ob es denn schon um autonomes Fahren gehe, kommentierten die Räte. Um autonomes Fahren gehe es derzeit nicht, teilt Torsten Kreitlow von American Tower auf SZ-Nachfrage mit. Typischerweise werden die Standorte von den Betreibern aktuell im LTE-/4G-Modus ausgebaut - auch die neue Technik 5G spiele bei der Entscheidung für diesen Standort damit keine Rolle, was aber nicht bedeutet, dass dies in Zukunft möglich ist.

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Ein Grund, sich für Bundesstraßen zu interessieren, liege in einer Auflage der Bundesnetzagentur, betont Kreitlow. Dort sei unter anderem festgelegt, dass spätestens bis 2024 alle Bundesstraßen zu 100 Prozent breitbandige Internetabdeckung haben sollen. Kein Wunder also, dass das Unternehmen bereits einen weiteren Standort an der B178n im Visier hat, wie Torsten Kreitlow bestätigt. Ohnehin ist es für American Tower nicht der erste Funkmast in der Region: An der Kreisstraße 8681 zwischen Löbau und Herwigsdorf habe man bestehende Masten. Ob auch einer in Ruppersdorf hinzukommt, wird sich zeigen. Das Unternehmen hofft, dass "das Baugenehmigungsverfahren zeitnah abgeschlossen wird". Dann wolle man mit den Arbeiten beginnen.

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