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Kinder leiden - weil sich Justiz nicht kümmern kann

Fälle zu Unterhalt und Umgangsrecht bei Kindern, Kindeswohlgefährdung und Scheidungen stauen sich am Amtsgericht Zittau wie nirgendwo sonst. Warum das so ist und wie es besser werden soll.

Von Anja Beutler
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Hat mit enorm vielen Personalausfällen am Amtsgericht Zittau zu kämpfen: Hermann Jöst.
Hat mit enorm vielen Personalausfällen am Amtsgericht Zittau zu kämpfen: Hermann Jöst. © Matthias Weber/photoweber.de

Seit mehreren Monaten passiert es dem Löbauer Rechtsanwalt Michael Lengert häufig, dass er nicht so recht weiß, wie er es seinen Mandanten erklären soll: Dass es nach Monaten noch immer keinen Gerichtstermin für die Klärung der Unterhaltszahlungen gibt. Dass das mit der Scheidung - und damit der Ordnung der Vermögensverhältnisse - noch eine Weile länger dauert als üblich. Dass die Entscheidung, welcher Elternteil wie oft die Kinder sehen darf, noch immer nicht getroffen ist. Ursache ist ein riesiger Bearbeitungsstau am Amtsgericht Zittau und seiner Außenstelle in Löbau, der zuletzt durch die Langzeiterkrankungen der beiden eigentlich zuständigen Richter dramatische Formen annahm und im Sommer die Abteilung Familienrecht nahezu zum Erliegen brachte. Derzeit sind hier noch immer 460 Richterverfahren offen - allein 145 davon sind Kindschaftssachen, stehen also im Zusammenhang mit Minderjährigen.

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