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Angekettete Schafe aus Wald gerettet

Wanderer haben die Tiere in Eibau entdeckt, ohne Futter und Wasser. Sie sind nun im Tierheim Bischdorf. Der Halter und die Zustände scheinen bekannt zu sein.

Tierschützer haben zwei Schafe aus einem Waldstück befreien müssen. Dort waren sie an Bäume angekettet, doch ohne Nahrung.
Tierschützer haben zwei Schafe aus einem Waldstück befreien müssen. Dort waren sie an Bäume angekettet, doch ohne Nahrung. © Tierschutzverein

Tierschützer haben am Sonntagnachmittag mit dem Veterinäramt zwei weibliche Schafe in Eibau gerettet. Die Tiere standen bei frostigen Temperaturen mit einer Eisenkette angekettet in einem Eibauer Wäldchen nahe des alten Gaswerks. "Sie hatten weder Wasser noch Futter, scharrten auf der Suche nach etwas Fressbaren verzweifelt im Erdboden", schildert Ramona Loske, die Vorsitzendes des Tierschutzvereins Löbau-Zittau. Eins der Schafe war geschoren. Im Winter unüblich, wie Ramona Loske weiß.

"Dann brauchen sie ihr Fell als Schutz und gegen die Kälte, deshalb wird die Schur in der Regel erst im April oder Mai durchgeführt", sagt sie. Warum das Tier "nackt" war, steht bisher nicht fest. Die Tiere sind nun erst einmal im Bischdorfer Tierheim untergekommen, gefüttert und getränkt. Sie hatten offenbar großen Hunger und Durst, wie die Tierschützerin schildert. Auf das Heu und Wasser hätten sie sich regelrecht gestürzt. Wanderer informierten das Tierheim, denen der Standort und der Zustand der Schafe aufgefallen war. "Ihre Augen tränen und sind etwas vergrindet", sagt Ramona Loske.

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Montagnachmittag hat sich ein Tierarzt die Schafe angeschaut. Sie seien unterernährt und die Rippen bereits zu spüren, heißt es vonseiten der Tierschützer. Zudem stellte der Arzt eine Augenentzündung und bei einem der Schafe zusätzlich ein Augenexzem fest, das nun behandelt wird. Fest steht noch nicht, ob die Schafe trächtig sind. Einen Transport zu einer Tierarztpraxis mit Ultraschallgerät wird den Schafen im Moment noch nicht zugemutet. Sie sollen erst einmal zur Ruhe kommen und aufgepäppelt werden. So kommen die geretteten Schafe mit zu den fünf Tierheimziegen und einem weiteren Schaf in den Auslauf. Ihnen wird außerdem ein Bungalow auf dem Tierheimgelände als Stall zurecht gemacht, wo sie in der Nacht Unterschlupf finden.

Wem die beiden Kettenschafe gehören, stehe nicht 100-prozentig fest, heißt es vonseiten des Bischdorfer Tierheims. Sie trugen keine Ohrmarken. Allerdings wurde das Tierheim im vergangenen Jahr bereits zweimal wegen einer Schafshaltung in Eibau informiert, bei der es Probleme gegeben haben soll. Ob diese Schafe aus derselben Haltung stammen, wird nun geprüft. "Auf jeden Fall kommen sie dahin nicht mehr zurück", sagt Ramona Loske. Entweder bleiben die Schafe beim Tierheim, oder ein Schafhalter aus Vierkirchen wird sich um sie kümmern. Über Futterspenden in Form von Heu, Mohrrüben und Futterrüben für ihre neuen Schützlinge freuen sich die Bischdorfer . Wer das Tierheim damit unterstützen kann, meldet sich am besten telefonisch (03585 8789408).

Eines der Schafe war geschoren - unüblich im Winter.
Eines der Schafe war geschoren - unüblich im Winter. © Tierschutzverein

Auf Facebook erstellte der Tierschutzverein einen Beitrag zu den geretteten Schafen. Der wurde bis Montag Mittag mehr als 80 Mal geteilt. Auch mehrere Kommentatoren meldeten sich zu Wort.

Unter anderem heißt es da, in Eibau gebe es vom selben Halter mehr als 20 Schafe, die sich in einem miserablen Zustand befinden würden. Eine Anwohnerin schildert, dass es die Probleme seit mehr als zehn Jahren gebe. "Wir haben Unterschriften gesammelt und der Gemeinde und dem Veterinäramt gegeben", heißt es da und auch, dass zwar alle über die "unhaltbaren Zustände" Bescheid wüssten, jedoch nichts passiert sei.

Im Februar und im März 2020 mussten Bundespolizisten wegen Eibauer Schafen ausrücken. Die Tiere waren an der Bahnstrecke an den Gleisen unterwegs. Bundespolizisten scheuchten die Schafe von den Schienen weg. Der Tierhalter wurde auf seine Halterpflichten hingewiesen.

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