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Anklage im Bernstädter Baby-Fall

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Tod des Säuglings in diesem Februar beendet. Kommt es noch dieses Jahr zum Prozessauftakt?

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Symbolbild © dpa

Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat am Landgericht Görlitz Anklage gegen eine 20-jährige Bernstädterin erhoben. Der Frau wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Sie soll am 17. Februar dieses Jahres ihr drei Monate altes Kind misshandelt haben, so dass es ins Uniklinikum Dresden eingeliefert werden musste und den Verletzungen in der Folge erlag. Die Frau sitzt derzeit noch in Untersuchungshaft.

Aktuell sind die Unterlagen beim Landgericht zwar angekommen - angenommen ist das Verfahren allerdings in dem Sinne noch nicht. "Momentan läuft noch die Stellungnahmefrist zur Anklageschrift", erklärt Landgerichts-Sprecher Jörg Küsgen. Das heißt, zum einen prüfe jetzt das Gericht beispielsweise, ob es sich um eine Straftat handele, ein hinreichender Tatverdacht bestehe und das Landgericht zuständig ist. Zum anderen haben auch die Angeklagte und ihre Verteidigung die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Küsgen rechnet bis Ende November mit einer Entscheidung, ob das Verfahren eröffnet wird. Die Staatsanwaltschaft hatte umfangreiche Gutachten auch im Zusammenhang mit den Verletzungen des Kindes angestrengt und dabei unter anderem mit Hamburger Spezialisten zusammengearbeitet.

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Ob es vor der Jugendkammer dann in diesem Jahr zu ersten Gerichtsterminen kommt, kann der Gerichtssprecher noch nicht abschätzen. "Da es sich aber um eine Haftsache handelt, ist es durchaus möglich, dass noch in diesem Jahr damit begonnen wird, wenn das Verfahren angenommen ist", sagt er. Küsgen geht zunächst davon aus, dass eine mögliche Verhandlung öffentlich sein werde, da die junge Frau zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war. "Heranwachsende werden in diesem Zusammenhang wie Erwachsene behandelt", erklärt er. Wenn allerdings gute Gründe dagegen sprechen, kann das Gericht in solchen Fällen auch anders entscheiden.

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