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Aschenputtel in 48 Teilen

Ulrich Lück kennt man vom Kottmarsdorfer Friseurmuseum. Nun verkauft er Puzzles, die eine Neugersdorferin gemalt hat. Und er hat Fans.

Aus diesen acht Motiven der Neugersdorferin Herta Rehm hat Ulrich Lück nun Puzzle anfertigen lassen.
Aus diesen acht Motiven der Neugersdorferin Herta Rehm hat Ulrich Lück nun Puzzle anfertigen lassen. © Anja Beutler

Ulrich Lück liebt Märchen. Die klassischen der Gebrüder Grimm vor allem. Deshalb träumt er schon seit knapp 40 Jahren davon, kindgerechte Märchen-Puzzles aus den Zeichnungen der Neugersdorfer Künstlerin Herta Rehm anfertigen zu lassen. Die Bilder hatte die Oberländerin, deren Werke wohl viele noch aus der alten Poliklinik in Neugersdorf - heute das Ärztehaus - kennen, einst extra angefertigt. Nun ist es endlich geglückt: Abschenputtel, das tapfere Schneiderlein, der Froschkönig, Schneewittchen und Co. sind bei Lück in 48 großen Teilen zu haben.

Angefertigt hat die Puzzles für Lück die Druckerei Dünnbier in Großschönau auf stabilerer Pappe mit einfachen Formen. "Ich biete sie vor allem in Kindergärten und Seniorenheimen an", erklärt Lück. Acht Puzzles hat er im Angebot, ein Puzzle kostet sechs Euro - offenbar ein gutes Angebot: "An 25 bis 30 Einrichtungen habe ich meine Puzzles schon verkauft", sagt er stolz. Dass Kitas daran Interesse haben, liegt auf der Hand. "Auf die Idee, auch Seniorenheime zu fragen, bin ich durch meine Vorträge gekommen", erklärt Lück. Schließlich spielten ja dort auch viele Senioren gern mal Gesellschaftsspiele. Grimms Märchen kennen zudem auch die meisten.

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Ulrich Lück mit einem seiner Puzzle-Motive: Aschenputtel, gemalt von der 2014 verstorbenen Neugersdorfer Künstlerin Herta Rehm.
Ulrich Lück mit einem seiner Puzzle-Motive: Aschenputtel, gemalt von der 2014 verstorbenen Neugersdorfer Künstlerin Herta Rehm. © Anja Beutler

Dass er diese alte Idee wieder ausgegraben hat, liegt wohl daran, dass ihm neue Darstellungen der Märchen irgendwie nicht mehr so recht zusagen wollten: "Da sah ja der Wolf gar nicht mehr aus wie der Wolf", kritisiert Lück. Und so holte er seine alte Idee aus DDR-Zeiten wieder hervor. Dass die Puzzle damals nicht angefertigt wurden, hat einen einfachen Grund: Als Lück 1982 die nötige Papier- und Druck-Genehmigung beim zuständigen Amt einholen wollte, sagte man ihm, dass er sich als Fußpfleger nicht in die Spielzeugherstellung reinhängen solle. "Und so konnte die Herrnhuter Druckerei Winter, die damals schon in den Startlöchern stand, die Puzzle nicht drucken", erinnert er sich.

Ulrich Lück freut sich, dass dieser lang gehegte Wunsch nun wirklich in Erfüllung gegangen ist. Ideen für weitere Spiele hat er auch: "Aber da suche ich noch nach den richtigen Materialien", sagt der Mann, der einfach nicht nichts tun kann. Auch wenn er das von ihm mit Herzblut gehegte und gepflegte Friseurmuseum vor einigen Jahren aufgeben musste - so richtig im Ruhestand ist er offenbar noch immer nicht.

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