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Seifhennersdorf: Diebstahlsserie aufgeklärt

Vor dem Landgericht hat ein heute 42-jähriger Tscheche 29 Taten aus dem Jahr 2015 gestanden. Für ihn war es der einzige Ausweg.

Symbolbild
Symbolbild © Silas Stein/dpa (Symbolbild)

Über sechs Jahre sind seit jener Diebstahlserie vergangen, die Menschen im Oberland aufgeregt hat. Jetzt wird sie vor Gericht aufgearbeitet. Angeklagt ist ein 42-jähriger Tscheche aus Sluknov, untersetzt, die gelockten Haare in einem Zopf nach hinten gebunden, in Handfesseln in den Gerichtssaal geführt.

Die Anklage umfasst 29 einzelne Straftaten. Einbrüche zumeist in Gartenlauben, Garagen oder Nebengebäuden im Raum Seifhennersdorf, Neugersdorf und Neusalza-Spremberg. Die erste angeklagte Tat stammt aus dem Jahr 2012, als der Mann in eine leerstehende Wohnung in Seifhennersdorf einbrach und vor allem Kupferkabel mitnahm. Alle anderen Taten beziehen sich auf den Zeitraum März bis Mai 2015 und wurden zum Teil allein von dem Angeklagten begangen, teilweise auch gemeinsam mit einem Kumpel.

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Immer die gleiche Mache

Die Mache war immer die gleiche. Die Diebe drangen gewaltsam in Schuppen, Garagen, Gartenlauben oder Bungalows, einmal auch in ein Wohnhaus ein und nahmen mit, was irgendwie von Wert war: Fahrräder, Werkzeuge, Maschinen (sogar eine Rüttelplatte), Alkohol und so weiter. Manchmal gelangen die Einbrüche auch nicht oder fanden die Diebe nichts Lohnendes. Opfer waren in aller Regel Privatpersonen, aber auch Einrichtungen wie der Kinder- und Jugendverein Seifhennersdorf, der Jagdgeschwader-Verein Seifhennersdorf oder die Jagdgemeinschaft Friedersdorf. Weil Türen oder Fenster gewaltsam geöffnet wurden, entstand immer auch Sachschaden.

Der ermittelte oder geschätzte Wert des gesamten Diebesgutes beträgt rund 14.000 Euro, der angerichtete Sachschaden knapp 10.000 Euro. Juristisch besonders relevant sind zwei Einbrüche in bewohnten Wohnhäusern, bei denen der Angeklagte und sein Kumpan allerdings schnell entdeckt wurden und sie das zur Flucht veranlasste.

Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten gibt es nicht. Er räumte vor Gericht ein, dass die Vorwürfe so stimmen. Nur an die Einzelheiten erinnern könne er sich jetzt, sechs Jahre später, nicht mehr. Getan habe er das damals, weil er auf der Straße lebte und irgendwie den Lebensunterhalt bestreiten musste. "Deshalb sind wir nach Deutschland gegangen, um dort Dinge zu finden, die wir zu Geld machen können", sagte er.

Das Gericht hat für den 29. Juni einen weiteren Verhandlungstag angesetzt. Langsam war die Justiz übrigens nicht. Die Anklage für dieses Verfahren war bereits im Januar 2016 fertig, das Gericht hat die Anklage vor über vier Jahren zugelassen. Nur habhaft wurde man des Tschechen eben nicht eher.

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