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Was machen die Rohre im Berzdorfer See?

Die Bootsanleger am See werden jetzt für Sportboote und ein Fahrgastschiff umgebaut. Das geht nicht immer ganz problemlos.

Das Team der Firma Orka Steganlagen ist mit der Arbeitsplattform auf dem Berzdorfer See. Es rammt Rohre in den Seeboden - bei Wind und Wetter.
Das Team der Firma Orka Steganlagen ist mit der Arbeitsplattform auf dem Berzdorfer See. Es rammt Rohre in den Seeboden - bei Wind und Wetter. © Martin Schneider

Trotz Winterwetter und Schnee ist das Team der Firma Orka Steganlagen auf dem Wasser. Die drei Mitarbeiter der Brandenburger Firma rammen jetzt mit Spezialtechnik Rohre in den Untergrund des Berzdorfer Sees, damit die vorhandenen Schiffsanleger so erweitert und umgebaut werden können, dass neben kleineren Booten auch Segelboote und ein größeres Fahrgastschiff anlegen können. Vor sechs Jahren tauchte diese Idee erstmals in der Öffentlichkeit auf. Nun folgen den vielen Diskussionen und Anträgen für die Finanzierung auch Taten.

Das Team der Firma Orka Steganlagen - Martin Krüger (rote Jacke, Vorarbeiter), Tommy Frenzel (schwarze Jacke), Karl-Heinz Bart (gelbe Jacke) - rammt am Berzdorfer See bei Deutsch Ossig Rohre in Boden. Der erste Schritt für den Ausbau der Bootsanleger.
Das Team der Firma Orka Steganlagen - Martin Krüger (rote Jacke, Vorarbeiter), Tommy Frenzel (schwarze Jacke), Karl-Heinz Bart (gelbe Jacke) - rammt am Berzdorfer See bei Deutsch Ossig Rohre in Boden. Der erste Schritt für den Ausbau der Bootsanleger. © Martin Schneider

Nahe der bereits seit Längerem fertiggestellten Schiffsanleger werden nun weitere Rohre verlegt. Zunächst welche mit einem 219-Millimeter-Durchschnitt. Sie werden vier bis fünf Meter in den Seegrund gerammt. An der Blauen Lagune ragen sie bereits wie Orgelpfeifen aus dem Wasser. An ihnen werden dann die Seitenstege, die als schräge Rampe näher an die Wasseroberfläche führen, befestigt. Damit sollen auch kleinere Sportboote gut festmachen und deren Insassen problemlos aussteigen können, denn die derzeit bestehenden Stege enden sehr weit oberhalb der Wasseroberfläche.

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Ende Februar werden die Brandenburger nochmals mit einem größeren Kran an den vier Schiffsanlegern anrücken, denn dann werden die größeren Rohre mit 500 Millimeter Durchmesser und elf Metern Länge angeliefert und in den Boden gebracht. Sie sind nötig, damit auch ein größeres Fahrgastschiff an den Stegen haltmachen kann und auch tatsächlich Halt findet.

An der Blauen Lagune sind sie schon zu sehen: eingerammte Rohre, die zwischen den großen Pfeilern aus dem Wasser ragen. Ende Februar rückt die Firma mit einem Kran an. Dann kommen noch größere Rohre.
An der Blauen Lagune sind sie schon zu sehen: eingerammte Rohre, die zwischen den großen Pfeilern aus dem Wasser ragen. Ende Februar rückt die Firma mit einem Kran an. Dann kommen noch größere Rohre. © Martin Schneider

Was die Arbeiten derzeit ein bisschen behindert, ist nicht das Winterwetter, betont Orka-Vorarbeiter Martin Krüger. In der Blauen Lagune habe alles gut funktioniert. Aber am Anleger von Deutsch Ossig verzögern die großen Steine im Untergrund, die als Sicherung gegen ein Abrutschen eingebracht worden waren, die Arbeiten. "Die muss dann eine Firma mit dem Bagger erst einmal beiseite räumen, damit wir die Rohre einrammen können", erklärt Krüger. Normalerweise schaffen er und seine beiden Kollegen bis zu acht Rohre am Tag, hier waren es nur drei. Ende der Woche wollen die Arbeiter aber dann bereits am Görlitzer Nordstrand und in Klein Neundorf mit ihren Arbeiten fortfahren.

Die eigentlichen Stegaufbauten aus Holz wird danach eine andere Firma anbringen. Da dies keine sehr aufwendigen Arbeiten sind, rechnet Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos) damit, dass die Arbeiten im Sommer fertig sind. Auch wenn Schönau-Berzdorf sich als treibende Kraft um die Arbeiten gekümmert hat, finanziert werden die Umbauten nur zu geringem Teil von den Kommunen. Bei einer Gesamtsumme von 1,6 Millionen Euro allein für die Umbauten, haben Görlitz und Schönau-Berzdorf pro Steg zehn Prozent zu tragen - wobei Görlitz für drei Stege zahlt. Insgesamt werden die vier Schiffsanleger seit ihrem Bau dann 2,5 Millionen Euro gekostet haben, hauptsächlich finanziert vom Bergbausanierer LMBV und dem Freistaat.

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