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Löbaus Oberbürgermeister tritt zurück

Dietmar Buchholz ist seit Wochen schwer krank. Nun steht fest: er wird nicht ins Amt als OB zurückkehren. Wie es jetzt in Löbaus Stadtspitze weitergeht.

Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz hat am Dienstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er will aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht fortführen.
Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz hat am Dienstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er will aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht fortführen. © Matthias Weber

Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) beantragt seinen vorzeitigen Ruhestand - aus gesundheitlichen Gründen. Oberbürgermeister Dietmar Buchholz habe aus diesem Grund beim Rechts- und Kommunalamt des Landkreises seine Versetzung in den Ruhestand beantragt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Aufgrund seines Alters könnte er das sogar ohne Angabe von Gründen. "Ab 65 Jahre geht das jederzeit", bestätigt Eva Mentele, Pressesprecherin der Stadt Löbau. Der OB wird in diesem Jahr 67 Jahre alt. In einer nichtöffentlichen Sitzung erfahren zur Stunde Stadträte, Mitarbeiter der Verwaltung und die Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaften vom Rücktritt.

Derzeit ist der Oberbürgermeister im Krankenstand und arbeitet nicht im Rathaus. Wie lange er bereits krank ist, will die Stadtverwaltung nicht mitteilen. Zuletzt war Dietmar Buchholz bei der Dezembersitzung des Stadtrates öffentlich aufgetreten, die Versammlung hatte am 3. Dezember stattgefunden. Seitdem tauchte er nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Das Gerücht, der Oberbürgermeister sei an Corona erkrankt gewesen, wollte das Rathaus ebenfalls nicht bestätigen. Gegenüber SZ haben aber mehrere Quellen die Corona-Erkrankung bestätigt. Außerdem sollen Personen aus seinem näheren Umfeld an Covid 19 erkrankt gewesen sein. Nach SZ-Informationen soll Buchholz zwischenzeitlich sogar im Krankenhaus gewesen sein.

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OB wieder auf den Beinen

Dietmar Buchholz selbst ist für Nachfragen nicht zu sprechen gewesen. Er sei aber soweit wieder auf den Beinen, ist aus dem Rathaus zu erfahren. Die Entscheidung, jetzt frühzeitig das Amt aufzugeben, habe er sich nicht leicht gemacht und reiflich überlegt. Buchholz' Wahlperiode wäre im nächsten Jahr regulär geendet und er hätte dann auch aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl antreten dürfen.

Nun wird er nicht mehr ins Amt zurückkehren. Er hat seinen Rücktritt zum 1. Mai beantragt. Bis dahin ist er weiterhin im Krankenstand, teilt die Stadtverwaltung mit. Damit ist klar: Löbau muss einen neuen Oberbürgermeister wählen. Der Termin steht noch nicht fest, es gibt einiges vorzubereiten und zu beantragen. Rathaussprecherin Eva Mentele sagt aber auf Nachfrage, sie gehe davon aus, dass die Neuwahl in diesem Jahr stattfinden werde. Dazu muss nun ein Termin per Beschluss festgelegt, ein Wahlausschuss gewählt werden. Und es müssen Bewerber gefunden werden.

Die Amtsgeschäfte laufen derweil auch ohne den OB weiter. Es gibt mehrere Vertreter. Zum einen sind aus den Reihen der Stadträte drei Vertreter gewählt: Ingo Seiler (Löbauer Bürgerliste), Klaus Werner (AfD) und Heinz Pingel (Die Linke) in dieser Reihenfolge. Sie vertreten den OB nach außen. Das bedeutet, dass einer von ihnen die Stadtratssitzungen und Ausschüsse vorbereitet und leitet und die Stadt repräsentiert.

Bei den Amtsgeschäften wird Dietmar Buchholz in erster Linie von Hauptamtsleiter Guido Storch vertreten. Ist er verhindert, übernimmt Kämmerer Holm Belger, an dritter Stelle in der Rangfolge steht Bauamtsleiter Albrecht Gubsch.

Über 20 Jahre im Amt

Mit dem Ausscheiden des Löbauer Oberbürgermeisters aus dem Amt endet eine der längsten politischen Karrieren in der Region Löbau-Zittau. Dietmar Buchholz ist seit 2001 Chef im Löbauer Rathaus. Zuvor war er bereits Bürgermeister in seinem Wohnort Lawalde gewesen.

In seiner Amtszeit in Löbau ist in der Stadt viel erreicht worden: unter anderem wurde die Industriebrache der Zuckerfabrik zum Landesgartenschaugelände, eine Messehalle errichtet, die Straßenführung in der Innenstadt wurde mit Kreisverkehren völlig umgebaut, die historische Nudelfabrik ist jetzt in der Hand der Stadt und es wird an einem Konzept gearbeitet, das Gelände zu sanieren und wieder zu beleben. Vieles hat Buchholz maßgeblich ins Rollen gebracht und forciert. Auch Großereignisse hat Löbau in dieser Zeit erlebt, zum Beispiel die Landesgartenschau oder den "Tag der Sachsen". Seine Amtsführung und der Umgang mit Kritikern dagegen stießen teilweise auf Kritik.

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