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Corona: "Stiller" Rekord-Protest an der B96

Diesen Sonntag haben rund 400 Menschen allein zwischen Zittau und Oppach gegen die Maßnahmen demonstriert - mit allerlei Sprüchen.

"Keine Zwangsimpfung" - mit Schildern wie diesen haben Menschen an der B96 in Oppach am Sonntag demonstriert.
"Keine Zwangsimpfung" - mit Schildern wie diesen haben Menschen an der B96 in Oppach am Sonntag demonstriert. © Matthias Weber/photoweber.de

Mit einer neuen Rekord-Teilnehmerzahl ist am Sonntagvormittag der "Stille Protest" gegen die Corona-Maßnahmen an der B96 zwischen Zittau und Oppach zu Ende gegangen. Das belegen die Zahlen der Polizei, die deswegen seit Monaten im Einsatz ist.

So haben die Beamten bei der jüngsten Demo im Revierbereich Zittau-Oberland 402 Teilnehmer gezählt. Nach einem Einbruch vorige Woche mit "nur" 208 Protestlern lag die Zahl nun höher als die Male davor. Damit kamen erneut mehr als in den Revierbereichen Bautzen (131) und Hoyerswerda (7) zusammen.

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Oppach galt wieder einmal als Kritiker-Hotspot. Allein 213 Demonstranten standen hier entlang der B96. Danach folgten Eibau (52), Oderwitz und Ebersbach (je 43), Neusalza-Spremberg (17), Zittau (15), Mittelherwigsdorf (11) und Friedersdorf (8).

Die Polizisten erblickten Reichs-, Deutschland-, Oberlausitz- und Sachsen- und Schlesienfahnen. Auch Russland und USA waren vertreten. In Oppach schwenkte ein Teilnehmer auch eine Weltfriedensfahne. Dazu kamen Schilder wie "Angstfreie Zukunft für Kinder", "Maulkorb? Nein, Danke! Wir wollen frei atmen", "Wacht auf" und "Die Gedanken sind frei". In Ebersbach sahen die Beamten Plakate wie "Schluss mit der Schikane" und "Frau Merkel ist nicht für meine Gesundheit zuständig", in Oderwitz ein Schild mit "Frieden, Freiheit, keine Diktatur", in Mittelherwigsdorf eines mit dem durchgestrichenen Wort "Merkel-Diktatur". In Eibau stand auf Schildern unter anderem "Nein zur Impfpflicht" und "Meinungsfreiheit auch für Polizisten" sowie "Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht". "Dort stellten Teilnehmer auch Kerzen an den Fahrbahnrand und hatten zahlreiche Luftballons dabei", berichtet Polizeisprecherin Anja Leuschner. Sie berichtet, dass alles Gesehene ohne strafrechtliche Relevanz war.

"Die Teilnehmer hielten die Abstände zwar ein, aber 95 Prozent trugen keinen Mund-Nasen-Schutz", teilt Anja Leuschner mit. Erst nachdem die Beamten das Gespräch suchten, seien diese der Aufforderung nachgekommen.

Die Demo an der B96 in Zittau zum Thema "Wahrung unserer Grundrechte" war wieder anders als in den anderen Orten angemeldet. Die Beamten erstatteten deshalb "nur" Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Gehweg um den Stadtring besprüht

In Zittau haben Unbekannte auch am späten Sonntagabend den Gehweg um den Stadtring besprüht. Zeugen informierten die Polizei. "Die Täter konnten trotz der eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen nicht aufgegriffen werden", so Anja Leuschner.

Die Beamten zählten knapp 80 Schriftzüge auf dem Bürgersteig - mit Bezug zu dem "Spaziergang" gegen die Corona-Maßnahmen am Montagabend. Mithilfe einer Schablone brachten die Unbekannten in pink und grün Schriftzüge wie "Masken auf" und "Abstand halten" sowie "Covid 19 trifft jeden" und "Gerade- statt Querdenken" auf. Der Sachschaden belief sich nach ersten Schätzungen auf etwa 1.000 Euro. Der Kriminaldienst des örtlichen Reviers übernahm die Ermittlungen.

Während der Fahndung nach den Sprayern vom Stadtring haben Beamte einen 21-Jährigen an der Marschnerstraße kontrolliert. Zwar gehörte er nicht zu den Verdächtigen. Allerdings fanden die Polizisten bei dem Deutschen ein Messer mit einer Klingenlänge von circa 15 Zentimetern. Sie stellten es sicher und erstatteten Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Dieses Messer haben die Beamten bei dem 21-Jährigen entdeckt.
Dieses Messer haben die Beamten bei dem 21-Jährigen entdeckt. © Polizei

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