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Ein Sorgen-Telefon in Corona-Zeiten

Das Fachkrankenhaus Großschweidnitz hat für Patienten und Mitarbeiter eine Nummer parat, die psychologische Hilfe brauchen. Das hilft beiden Seiten.

Das Sächsische Krankenhaus in Großschweidnitz hat mit Beginn der Corona-Pandemie ein Sorgentelefon eingerichtet.
Das Sächsische Krankenhaus in Großschweidnitz hat mit Beginn der Corona-Pandemie ein Sorgentelefon eingerichtet. © Matthias Weber/photoweber.de

Wartelisten für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gibt es in Großschweidnitz nicht erst seit der Corona-Pandemie. "Wir stehen fast immer unter Aufnahmedruck", sagt Sprecherin Andrea Witschel. Aktuell und weiterhin sei es kaum möglich, mehr Patienten zu behandeln. Die Situation habe sich also nicht verändert. Wegen den Hygieneanforderungen sind es jetzt eher sogar weniger Patienten auf den Stationen. "Wir müssen auswählen, wer am dringlichsten behandelt werden muss - das ist keine leichte Aufgabe", so die Sprecherin. Zwar sei es nicht schwerer einen Termin zu bekommen, "aber wir möchten die Pandemie besiegen und alle möglichen Kontakte auf ein Minimum beschränken".

Auch deshalb hat das Krankenhaus mit Beginn der Pandemie ein für die Anrufer kostenfreies Corona-Sorgentelefon eingerichtet. Das ist für diejenigen gedacht, die akute psychiatrische Probleme haben und zeitnah mit einem Psychologen reden möchten. Eine Schutzmaßnahme für beide Seiten: Mit dem Angebot werden mögliche Kontakte reduziert. "Anhand der Wartelisten für die einzelnen Kliniken haben wir die Notwendigkeit gesehen und die Möglichkeit geschaffen", erklärt Andrea Witschel. Vor allem während der Pandemiezeit will sich das Fachkrankenhaus so noch mehr in der Region einbringen.

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Erhöhte Mediensucht bei Kindern

Diese Unterstützung kommt offenbar an. Das Sorgentelefon sei 2020 oft genutzt worden, berichtet die Sprecherin. Auch 2021 gingen Anrufe ein. Wobei: Corona-Themen spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle. Mehr werde über die persönlichen Nöte gesprochen, sagt Andrea Witschel. Welche Sorgen derzeit im Fokus stehen, darüber gibt es keine Statistiken oder Zahlen. Auffällig jedoch: "Wir können die erhöhte Mediennutzung und damit verbundene Mediensucht in der Kinder- und Jugendpsychiatrie feststellen", sagt Andrea Witschel.

Für die etwa 700 Mitarbeiter an den sechs Standorten des Fachkrankenhauses ist ebenfalls ein Sorgentelefon geschaltet. Ein internes selbstverständlich. "Auch unsere Mitarbeiter sind von Homeschooling, Quarantäneverordnungen und natürlich auch von dem Virus betroffen", begründet Andrea Witschel. Jeder einzelne werde gebraucht, um den Stationsablauf aufrecht zu erhalten. Ein intern einberufener Krisenstab kommuniziert wöchentlich an alle Mitarbeiter über Änderungen, gesetzliche Vorgaben oder die Nutzung aktueller Dokumente, zum Beispiel für die Notbetreuung in den Kitas. "Das hilft den Kollegen schon sehr, stets aktuell informiert zu sein", so die Krankenhausmitarbeiterin.

Corona-Sorgentelefon: 03585 4531460

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