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Jungers schließt seinen Löbauer Laden

Der Einzelhandel ist durch die Corona-Pandemie stark gebeutelt. Sven Junger gibt nun nach fast 15 Jahren in der Zittauer Straße auf - und steigt aufs Internet um.

Sven Junger wird auf den Märkten der Region weiter seine Ostprodukte und 1.000 kleine Dinge mehr anbieten. Auch der Laden in Weißenberg bleibt.
Sven Junger wird auf den Märkten der Region weiter seine Ostprodukte und 1.000 kleine Dinge mehr anbieten. Auch der Laden in Weißenberg bleibt. © Constanze Junghanß

Wer kennt noch das Klammerkleidchen aus DDR-Zeiten? Oder die grobmaschigen Einkaufsnetze, die beim Befüllen immer länger wurden? Wobei, wie Sven Junger erzählt, vor allem die vorwendezeitlichen Holzquirle mit dem Plastikrührer obendrauf der absolute Renner seien. "Sogar Mitarbeiter vom Filmteam der Wolfsland-Krimiserie haben bei mir schon eingekauft", erzählt er. "Als Requisiten". In seinem Laden auf der Inneren Zittauer Straße in Löbau sind die Ostprodukte neben Haushaltswaren und anderen 1.000 kleinen Dingen noch bis Sonnabend zu haben. Dann ist Schluss. Endgültig. Der 52-Jährige macht die Tür in Löbau dann für immer zu, wie er bestätigt. Den Laden will er am 12. Dezember aber länger öffnen – bis 17 Uhr.

Wäre Corona nicht in die Quere gekommen, hätte der Unternehmer in Löbau noch eine kleine Weile weiter gemacht. "Aber auch nur bis zum Jahresende", sagt er. Der Mietvertrag sei bereits vor dem angekündigten Lockdown ab Montag gekündigt gewesen. Durch den gehe aber nun ein Teil vom so wichtigen Vorweihnachtsgeschäft flöten. Dass der Einzelhandel dicht machen muss, findet Sven Junger nicht ganz richtig. Gerade in den kleinen Läden sei besonders auf Abstand und Hygiene geachtet worden. "Bei uns durften nur noch drei Kunden in den Laden, bei den großen Ketten dagegen drängen sich die Leute", hat er beobachtet.

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Seine Meinung: "Von Stadt zu Stadt ein eigenes Hygienekonzept zu erarbeiten, hätte eher Sinn gehabt." So sei die Situation gerade für die kleinen Geschäftsbetreiber zusätzlich erschwert. Die Zeit vor den Feiertagen sei das Hauptgeschäft dieser Unternehmen. "Große Rücklagen hat da wahrscheinlich keiner", schätzt er ein. So oder so gebe es bereits durch den Onlinehandel allerorts ein Ladensterben und dadurch immer mehr Straßenzüge, die verwaisen. Die Innere Zittauer Straße gehöre dazu.

Der Renner: Quirle, Klammerkleidchen und Dederon-Beutel a lá DDR.
Der Renner: Quirle, Klammerkleidchen und Dederon-Beutel a lá DDR. © Constanze Junghanß

Vollständig aufgeben wird Sven Junger jedoch keinesfalls. Auch seine Ostprodukte und Co. will er künftig über das Internet anbieten. "Die Seite wird aufgebaut", sagt er. Das dauert eine Weile. Immerhin müssten dann etwa 20.000 Artikel eingepflegt werden. Bisher fehlte dafür die Zeit. Das soll sich ändern. Im nächsten Jahr wird der Shop an den Start gehen. Außerdem sind da weiterhin die Märkte, auf denen der Händler seine Waren anbieten möchte: Reichenbach, Ostritz, Niesky, Görlitz und Bautzen will er weiter machen. Ebenso bleibt sein zweites Geschäft in Weißenberg bestehen.

Nichtsdestotrotz fällt dem Unternehmer die Aufgabe seines Ladens in Löbau schwer. "Im nächsten Jahr wären wir 15 Jahre an dem Standort", sagt Sven Junger und auch, dass das Geschäft in Löbau sein Lebenswerk war. Nun wird er sich auf die Märkte, den Weißenberger Standort und das Internet konzentrieren. Wie der Online-Handel angenommen wird, davon lässt sich Sven Junger überraschen.

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