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Die wohl kleinste Mühle der Oberlausitz

Einen Nachbau der berühmten Kottmarsdorfer Bockwindmühle gibt es jetzt in Ebersbach. Wer sie gebaut hat und was es damit auf sich hat.

Oliver Mayer und seine Mühle.
Oliver Mayer und seine Mühle. © Matthias Weber/photoweber.de

Eine Bockwindmühle in Ebersbach? Ja, die gibt es tatsächlich. Sie ist ein Nachbau der berühmten Kottmarsdorfer Mühle und sie steht bei Oliver Mayer im Garten am Hofeweg. Gebaut hat er sie selbst. Vor gut einem halben Jahr begann er mit den Planungen dafür. Oliver Mayer, hauptberuflicher Maler, suchte damals eine kleine Mühle als Dekoration für seinen Garten. "Es sollte keine normale Windmühle holländischer Art sein. Das, was ich mir vorgestellt hatte, gab es aber nirgends", erzählte der 36-Jährige. Also legte er selbst Hand an.

Der Hobby-Handwerker machte sich zuerst eine grobe Skizze in seiner Garage. Die Maße hat er sich hierbei nicht selbst ausgedacht: "Ich habe die echte Windmühle mit einem Laser-Messgerät ausgemessen." Ursprünglich sollte sein Replikat im Maßstab 1:10 zum Original stehen. "Aufgrund eines Rechenfehlers, habe ich es dann 1:11 gemacht."

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Ungefähr sieben Monate dauerte der komplette Bau. Heute wiegt seine Bockwindmühle stolze 80 Kilogramm. Mit maximaler Flügelspanne erreicht sie eine erstaunliche Höhe von 1,70 Meter. Auch beim Material hielt sich Mayer an das Original. "Das Dach ist aus Zinkblech, wie bei der echten Mühle. Das war besonders schwer zu bauen mit den ganzen Maßen." Bei den Flügeln hat er sich für Buchenholz entschieden, für die Außenfläche wählte er Eiche.

Sogar Beleuchtung ist noch geplant

Auch die kleinen Fenster an der Außenseite sind echt, lediglich zwei auf der Rückseite sind aus technischen Gründen nur aufgemalt. Alle andere sind aus Plexiglas. "Innen habe ich das ganze mit Kiefernholz stabilisiert", erklärt Mayer. "Ich habe noch überlegt, eine Beleuchtung im Inneren anzubringen, aber das plane ich noch." Funktionieren tut die Windmühle aber allemal. Die Flügel drehen sich jetzt, nach ein paar kleinen Tests, immer mit im Wind.

Gebaut hat er sein Werk größtenteils allein in seiner Garage. Kollegen haben ihm bei kleinen Teilen am Flügel und bei der Grundplatte aus Metall geholfen. Da er so ein aufwändiges Projekt noch nie gewagt hatte, bestellte er sich über die Zeit immer neue Geräte, oder lieh sich die DDR-Maschine eines Freundes aus. "Ich habe immer nach der Arbeit so circa zwei Stunden lang an der Mühle gearbeitet. Deshalb hat sich der Bau auch so lang gezogen." Das Endergebnis kann sich dafür sehen lassen. Jetzt ist er wohl einer der wenigen, die eine typische Oberlausitzer Bockwindmühle im Garten stehen haben.

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