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Zittau

Auszeichnung für Gottfried Hanzl

Beim 31. Sächsischen Ärztetag wurde dem Arzt aus Niederoderwitz eine ganz besondere Ehre zuteil.

Der Niederoderwitzer Hausarzt Gottfried Hanzl wurde für sein Engagement ausgezeichnet.
Der Niederoderwitzer Hausarzt Gottfried Hanzl wurde für sein Engagement ausgezeichnet. ©  SZ-Archiv / Matthias Weber

Auf der Festveranstaltung des 31. Sächsischen Ärztetages ist am Freitag Dr. Gottfried Hanzl aus Niederoderwitz als einer von sechs Ärzten mit der Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille ausgezeichnet worden. Das teilt Knut Köhler von der Landesärztekammer mit. Die Medaille wird seit 25 Jahren von der Sächsischen Landesärztekammer für hervorragende Leistungen als Arzt und Berufspolitiker sowie insbesondere wegen der Verdienste um die sächsische Ärzteschaft verliehen. Im Namen des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer nahm der Präsident, Erik Bodendieck, die Ehrung von Hanzl und seinen Kollegen vor.

Hanzl engagiert sich unter anderem als gewählter Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens und Vertrauensarzt für die Bereiche Löbau und Zittau, als Lehrarzt an der Technischen Universität Dresden sowie als Leiter einer akademischen Lehrpraxis der TU Dresden in Oderwitz und ebenfalls als Beisitzer im Vorstand des Gründelvereins Oderwitz. Als Sprecher der Hausärzte im Gebiet des Altkreises Löbau-Zittau organisiert er zudem seit vielen Jahren den Hausärztetag in Oybin. Für dieses Engagment wurde ihm unlängst das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Oderwitz verliehen.

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Hanzl wurde am 3. Dezember 1949 in Zittau in einem Arztelternhaus geboren. 1968 begann er in Jena sein Medizinstudium. Früh entschied er sich für die Allgemeinmedizin. 1973 trat er noch während der Facharztausbildung eine sogenannte Z-Stelle in der staatlichen Arztpraxis Niederoderwitz an. Nach bestandener Facharztprüfung 1978 wurde aus der Z-Stelle eine bis heute anhaltende Lebensaufgabe als der Niederoderwitzer „Landarzt“. Er baute die Arztpraxis Schritt für Schritt um und aus, so dass er 1988 das Landambulatorium Niederoderwitz als dessen Leiter mit zwei Facharztplanstellen und einer Physiotherapieabteilung eröffnen konnte.

Seit 1978 organisiert er Weiterbildungen

"Ein ganz besonderes Charakteristikum des zu Ehrenden ist seine gelebte ärztliche Kollegialität. Das konsistente Einstehen für unsere Profession und unsere Professionalität führte Gottfried Hanzl zwangsläufig in die vordersten Reihen der Berufspolitik", sagte Bodendieck in seiner Laudatio.

Seit 1978 organisiert er hausärztliche Weiterbildungsveranstaltungen. Der Niederlassung im Jahr 1991 folgte 1993 der Ankauf des bisherigen Landambulatoriums und dessen Umbau zu einer großen Landarztpraxis.

"Ein eindeutiges Bekenntnis für den medizinischen Nachwuchs ist für Gottfried Hanzl ein wichtiger Teil seines ärztlichen Selbstverständnisses. Ob als Seminarleiter und Lehrarzt der Medizinischen Fakultät der TU Dresden oder PJ-Praxis – seine Tür steht Medizinstudenten stets offen. Insgesamt zehn Ärzte in Weiterbildung lernten an seiner Seite die tagtäglichen Hürden in der Primärversorgung und die Facharztprüfung meistern", heißt es in der Laudatio weiter.

Besonderes Engagement für Demenzkranke

Sein besonderes Interesse gilt seit Jahren der Betreuung demenzkranker Patienten. Folgerichtig eröffnete er als Geschäftsführer der „DRK Wohnen im Alter GmbH“ die erste stationäre Wohngruppe und die erste Tagespflege für Demenzkranke in Zittau und initiierte im Pflegeheim Niederoderwitz die Einrichtung einer überregional bekannten Wachkomastation mit 12 Beatmungsplätzen unter seiner persönlichen medizinischen Leitung. Ferner engagiert er sich als CDU-Lokalpolitiker und im Volkschor Obercunnersdorf.

"Geradlinigkeit, hoher Sachverstand, Verlässlichkeit sowie ein außerordentliches Maß an persönlicher Integrität in Ausprägung mit einer Abneigung von Populismus – eine kleine Auswahl an charakterlichen Merkmalen des heutigen Ehrenträgers, die eine Zusammenarbeit mit ihm nicht nur ergiebig, sondern auch sehr angenehm macht", begründet Bodendieck die Auszeichnung des Landarztes.

Mittlerweile ist es eine über 25-jährige Tradition, Mitglieder der Sächsischen Landesärztekammer, die sich um die Ärzteschaft Sachsens und die ärztliche Selbstverwaltung besonders verdient gemacht haben, mit der Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille auszuzeichnen. Der große Verdienst des in Leipzig geborenen und in Dresden tätigen Arztes Prof. Dr. Hermann Eberhard Friedrich Richter bestand gerade darin, im Jahre 1872 für das deutsche Reichsgebiet die entscheidenden Impulse für die Vereinigung aller ärztlichen Vereine in ganz Deutschland gegeben zu haben.

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