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Hubschrauber-Einsatz am Oderwitzer Spitzberg

Am Freitag und Samstag trainieren Piloten, Bordtechniker, Notärzte und Bergwächter für den Ernstfall. Und der ist auch schon eingetreten.

Ein Rettungshubschrauber wird am Freitag und Samstag am Spitzberg in Oderwitz - hier eine Montage - im Einsatz sein.
Ein Rettungshubschrauber wird am Freitag und Samstag am Spitzberg in Oderwitz - hier eine Montage - im Einsatz sein. © Rafael Sampedro/SZ-Montage

Wenn ein Rettungshubschrauber die kommenden zwei Tage über den Oderwitzer Spitzberg kreist, so liegt das dieses Mal nicht an einem abgestürzten Kletterer, verletzten Wanderer oder anderweitig medizinischen Notfall. Stattdessen trainiert die DRF-Luftrettung von jeweils 9 bis 16 Uhr dort Einsätze mit der Rettungswinde. Beteiligt sind Piloten, Bordtechniker, Notärzte sowie Bergwächter. Als Hubschrauber dient ein baugleicher "Christoph 62"-Ersatz.

Mit ihm müssen die Besatzungen verschiedene Stationen bewältigen. Eine davon ist das Herablassen und Hochziehen - in der Fachsprache auf- und abwinschen genannt - der Einsatzkräfte an verschiedenen Stellen des felsigen Gebietes, eine weitere das Retten eines Patienten daraus mit dem Bergesack. "Der Spitzberg bietet dafür reale Verhältnisse", teilt Mitorganisator und Notfallsanitäter Milan Trexler mit. Schließlich sind die Luftretter immer dann gefragt, wenn Menschen aus unwegsamen Gelände gerettet werden müssen - und kennen sich im Ernstfall dann schon mit den Gegebenheiten vor Ort aus.

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Auch zum Oderwitzer Hausberg ist der Rettungshubschrauber deshalb schon geflogen. Beispielsweise 2014, als ein Mann dort tödlich verunglückte, eine Frau lebensbedrohliche Verletzungen erlitt - Fehlverhalten und Naturgewalt waren ursächlich dafür. Auch ein Jahr danach stürzte ein Kletterer ab. Er zog sich schwere Verletzungen zu - ein Unglück, wie sich später herausstellte.

Rettungseinsätze wie diese müssen regelmäßig geübt werden. Das passiert zweimal im Jahr - im Frühjahr und Herbst. Einmal sind die Luftretter in der Sächsischen Schweiz, einmal in der Oberlausitz. "Um den Lärm zu verteilen", begründet Milan Trexler den Ortswechsel.

"In der Trainingszeit ist das Klettern und Wandern auf und am Spitzberg zu unterlassen", sagt der Mitorganisator. Der Grund: Unfallgefahr durch herabfallende Äste oder Steine. Zudem verursachen die Rotorenblätter des Hubschraubers so viel Wind, dass dieser laut Milan Trexler Personen in der Nähe zum Umfallen oder Abstürzen bringen kann.

Am Freitag und Samstag werden insgesamt zwölf Teams - fünf am ersten, sieben am zweiten Tag - im Einsatz sein, die jeweils aus einem Notarzt und einem Bergwächter bestehen. Am Spitzberg trainieren die Luftretter nach 2019 das zweite Mal in der Größenordnung. Untergebracht sind sie im Querxenland Seifhennersdorf, was gleichermaßen die Startbasis für die Flüge ist.

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