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Ist Löbauer Crystal-Dealer geständig?

Vor dem Landgericht Görlitz hat am Mittwoch der Prozess gegen den 42-Jährigen und seine Freundin begonnen. Auch dort gab's einen Deal.

Das Landgericht Görlitz verhandelt derzeit gegen ein Löbauer Drogenpärchen.
Das Landgericht Görlitz verhandelt derzeit gegen ein Löbauer Drogenpärchen. © Timotheus Eimert (Archiv)

Am Mittwoch hat vor dem Landgericht Görlitz das Verfahren gegen einen 42 Jahre alten Löbauer und dessen 37-jährige Lebensgefährtin begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Ende Juni und Anfang Juli 2020 sollen sie laut Anklage in der Löbauer Wohnung des Angeklagten zweimal Crystal verkauft haben. Am 12. Oktober wurden in der Wohnung über 23 Gramm Crystal gefunden, offenbar zum Zweck des gewinnbringenden Weiterverkaufs.

Strafrechtlich besonders brisant könnte sein, dass unmittelbar neben den Drogen ein sogenanntes Butterflymesser sowie eine geladene Gasdruckpistole nebst weiterer Stahlkugelmunition lagerten, laut Anklage um beim Drogenhandel gegen Übergriffe gewappnet zu sein. Diese Waffen bewirken, dass aus dem "einfachen" Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (und einer Strafandrohung von mindestens einem Jahr Freiheitsentzug) ein bewaffneter Handel wird, mit einer Strafandrohung von mindestens fünf Jahren Freiheitsentzug.

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Das Gerichtsverfahren begann nach der Anklageverlesung mit einem Verständigungsgespräch. Die Prozessbeteiligten kamen dabei zumindest für den angeklagten Mann zu einem Ergebnis. Demnach wird es eine Freiheitstrafe für ihn zwischen 3,5 und vier Jahren geben. Der Fall wird wegen der nicht ganz so hohen Drogenmenge (Wirkstoffgehalt "nur" doppelt so hoch wie die im Gesetz festgelegte Grenze für nicht geringe Menge) als minderschwerer Fall gewertet, was die Mindeststrafe auf drei Jahre senkt.

Der Angeklagte, der seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, kündigte im Gegenzug ein Geständnis an, allerdings ohne Angaben zu Mittätern zu machen. Also auch nicht zu Lieferanten, Kunden oder Helfern. Dieses Geständnis erfolgte im Nachgang auch so. Ein in Handschellen vorgeführter Zeuge machte auch keine weiteren, den Sachverhalt erhellenden Angaben. Die mitangeklagte Lebensgefährtin - die auf freiem Fuß ist - war nicht Teil der Verständigung. Ihre Tatbeteiligung wird nun das Gericht feststellen müssen. Die Verhandlung wird am 5. Mai fortgesetzt.

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