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Seriendieb aus dem Oberland bleibt frei

Ein Tscheche hat 29 Einbrüche und Diebstähle in Seifhennersdorf, Neugersdorf und Neusalza-Spremberg begangen. Das Urteil fällt dennoch mild aus. Warum?

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Symbolbild © David-Wolfgang Ebener/dpa (Symbolbild)

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren hat das Landgericht Görlitz jetzt einen 42-jährigen Tschechen aus Sluknov (Schluckenau) verurteilt, der im Jahr 2015 Einbrüche zumeist in Gartenlauben, Garagen oder Nebengebäuden im Raum Seifhennersdorf, Neugersdorf und Neusalza-Spremberg beging. Allerdings ist die zur Bewährung ausgesetzt.

Warum diese Strafe angesichts von 29 Straftaten mit einem geschätzten Stehlschaden von 14.000 Euro und einem angerichteten Sachschaden von knapp 10.000 Euro so milde ausfiel, begründet der Vorsitzende Richter Jörg Küsgen so: "Der Mann hatte wegen ganz ähnlicher Delikte in Tschechien eine viereinhalb-jährige Haftstrafe von November 2016 bis April dieses Jahres abgesessen". Mit den hier verhandelten Taten wären die tschechischen Taten gesamtstrafenfähig gewesen. "Es hätte dann vielleicht fünf statt der viereinhalb Jahre gegeben", so Jörg Küsgen. "Ihm jetzt noch einmal so lange die Freiheit zu entziehen, erscheint uns nicht angemessen." Deshalb entschied er sich für eine Bewährungsstrafe, zumal der Mann auch vollumfänglich geständig war und die Taten lange zurückliegen. Das Landgericht hob den Haftbefehl gegen den Tschechen auf.

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Tatsächlich hatte der Mann alle Taten eingeräumt, aber gleichzeitig betont, sich an viele nicht mehr erinnern zu können. Bei der Besichtigung von Fotos kam dann an der einen oder anderen Stelle die Erinnerung zurück, bei manchen Diebstählen aber auch nicht. Der Staatsanwalt hatte trotz der Vorgeschichte eine zweieinhalbjährige Haftstrafe gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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