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Was wird nun aus dem Spreequellcenter?

Voriges Jahr stellten die Betreiber Pläne für das Einkaufszentrum in Neugersdorf vor. Seitdem ist scheinbar wenig passiert. Nun sagt die Chefin, wie es weitergeht.

Die Chefs vom Spreequellcenter: Eckhard Unruh, Charlotte Deerberg und Karl-Wilhelm Deerberg (von links) halten an den Erweiterungsplänen für das Center fest.
Die Chefs vom Spreequellcenter: Eckhard Unruh, Charlotte Deerberg und Karl-Wilhelm Deerberg (von links) halten an den Erweiterungsplänen für das Center fest. © Matthias Weber/photoweber.de

Neugersdorf. Einkaufen und bequem parken auf rund 20.000 Quadratmetern mitten in Neugersdorf - das klingt nach Zukunftsmusik. Ist es auch noch, aber eine durchaus schon hörbare. Denn in dieser Größenordnung stellen sich die Betreiber des Spreequellcenters, das jetzt ganze 30 Jahre besteht, das Einkaufszentrum künftig vor. Erweiterungspläne waren schon vor mehreren Jahren vorgestellt worden. Hintergrund waren Forderungen des Discounters Aldi, der im Center eingemietet ist. Die Handelskette wollte größere Flächen haben. Das ist aber im Spreequellcenter nur mit einer baulichen Erweiterung zu realisieren. Vergrößert sich die Einkaufsfläche, müssten jedoch auch mehr Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

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Weil unter anderem der geplante Bau eines Parkdecks nicht auf Zustimmung stieß und auch andere technische Probleme zutage kamen, entwickelten die Center-Betreiber einen Plan B: Sie wollten das Areal der Firma Edelfisch - den früheren Neugersdorfer Schlachthof - schräg gegenüber vom Spreequellcenter kaufen und dort neue Parkplätze errichten sowie das Center erweitern. Damit sollte sich vor allem das Parkplatzproblem lösen.

Edelfisch-Gelände ist gekauft

Auf der ehemaligen Fläche der Firma Edelfisch in Neugersdorf will sich das Spreequellcenter erweitern.
Auf der ehemaligen Fläche der Firma Edelfisch in Neugersdorf will sich das Spreequellcenter erweitern. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Das hatte die Unruh-Deerberg Immobiliengesellschaft als Eigentümer des Spreequellcenters bereits Anfang 2020 angekündigt. Seitdem ist nicht viel passiert, so scheint es. Doch das trügt, wie Charlotte Deerberg von der Immobiliengesellschaft auf Nachfrage bestätigt. Auch, wenn in den vergangenen Monaten nach außen nicht viel Sichtbares passiert ist - der Plan zur Erweiterung steht nach wie vor, versichert die Unternehmerin. Und hinter den Kulissen wurde an den Plänen weiter gearbeitet.

Das heißt, die Immobiliengesellschaft hat, wie geplant, das Gelände von Edelfisch gekauft. Familie Fischer aus Nordrhein-Westfalen, die hier rund 25 Jahre lang die Fischverarbeitung und den Verkauf betrieben hatte, gab das Unternehmen aus Altersgründen im Frühjahr 2020 auf. Bis die Familie alles beräumt hatte, dauerte es zudem eine Weile - auch wegen der Pandemie, begründet Charlotte Deerberg, weshalb sich so lange nichts Sichtbares getan hat.

Auch Abrisse stehen zur Diskussion

Nun sei man im ständigen Kontakt und in Verhandlungen mit der Stadt, berichtet Charlotte Deerberg. Das sei aufgrund der Coronapandemie ebenfalls nicht ganz einfach gewesen in den vergangenen Monaten. "Vieles musste telefonisch abgewickelt werden, das ist natürlich schwieriger, als wenn man sich persönlich trifft", erzählt die Unternehmerin, die mit ihrer Firma in Lübbecke in Nordrhein-Westfalen sitzt. Inzwischen pendelt sie wieder oft nach Neugersdorf, um notwendiges für die Baupläne zu klären.

Zu klären gibt es noch einiges, denn bisher ist das Schlachthof-Gelände nicht Teil des Bebauungsplanes vom Spreequellcenter gewesen. Die Erweiterungspläne bezogen sich bislang nur auf das Grundstück, auf dem das bisherige Einkaufszentrum steht. Nun muss geklärt werden, was und wie auf dem Erweiterungsgelände gebaut werden kann.

Dabei stehen auch Abrisse zur Diskussion. "Wir werden sicher nicht alle der alten Gebäude erhalten können", so Charlotte Deerberg. Momentan sind noch keine Gebäudeteile abgerissen worden, bestätigt Frau Deerberg - auch, wenn es den Anschein hat. Angesichts kahler Stellen auf dem Gelände fragten sich Neugersdorfer schon, ob hier bereits abgebrochen wurde. Der Fischverarbeitungsbetrieb hatte Kühlzellen auf dem Gelände und die waren überdacht. Mit den Kühlzellen sind auch die Dächer zurückgebaut worden.

Neue Parkplätze und Gebäude geplant

© SZ Grafik

Das ehemalige Schlachthof-Gelände umfasst rund 10.000 Quadratmeter. Damit würde sich das Spreequellcenter auf das Doppelte vergrößern. Entstehen sollen dort in erster Linie Parkplätze. Das würde den oft voll besetzten Parkplatz auf dem Centergelände entlasten. Laut ursprünglichen Plänen sollte das Parkplatzproblem mit einem zweistöckigen Parkdeck direkt am Kaufhaus gelöst werden. Das war aber vor allem von Nachbarn und Anliegern kritisch gesehen worden. "Mit der Edelfisch-Fläche können wir nun das Parkdeck-Problem lösen", so Charlotte Deerberg.

Auch aus anderen Gesichtspunkten hält die Centerchefin die Erweiterung auf der zusätzlichen Fläche für günstiger. Vor allem ist es baulich einfacher. "Die bestehende Centerfläche ist sehr begrenzt und bereits jetzt voll ausgelastet." Jegliche Anbauten wären mit Problemen verbunden. Auch optisch müsse man so nicht ins Center eingreifen, sondern könnte neben Parkplätzen auch neue Gebäude auf dem Edelfisch-Gelände errichten und hier einen neuen Teil des Centers aufbauen. Wo und in welcher Größe, das gehört aber ebenfalls zu den Dingen, die noch geklärt werden müssen.

Neuer Mieter für Aldi-Fläche in Aussicht

Wichtig sei für die Betreiber des Spreequellcenters bei den weiteren Planungen auch, wie und wann es nun mit dem geplanten Neubau an der Rudolf-Breitscheid-Straße hinter "Stadt Zittau" weitergeht, sagt Frau Deerberg. Dort will Edeka bauen und Aldi sich mit einmieten. Damit steht auch fest, dass Aldi aus dem Spreequellcenter ausziehen wird. Ursprünglich war das schon jetzt - Mitte dieses Jahres - geplant. Inzwischen hat man sich aber auf eine Verlängerung geeinigt.

Wie Charlotte Deerberg sagt, gibt es aber auch schon Interessenten für die Aldi-Fläche. Dabei handle es sich ebenfalls um einen Lebensmittler. Bevor der neue Mieter einziehen kann, müsste der Markt aber noch umgebaut werden. Denn auch der neue, potenzielle Mieter hat gewisse Anforderungen an die Räume, so wie alle Discounter und Supermärkte. Und damit kann erst begonnen werden, wenn die Aldi-Fläche frei ist.

"Uns ist natürlich daran gelegen, zügig voranzukommen", sagt Frau Deerberg. "Aber wir müssen den Lauf der Verwaltung und die Genehmigungsverfahren einhalten." Deshalb tue sie sich schwer, eine konkrete Zeitschiene zu benennen, wann mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte.

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