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Wärmestube für bedürftige Rentner

Ein extrem kalter Februar zwang die Volkssolidarität in Löbau vor 65 Jahren zu diesem Schritt.

Die Kosmetikindustrie nutzte den Kälte-Februar 1956 für Produktwerbung.
Die Kosmetikindustrie nutzte den Kälte-Februar 1956 für Produktwerbung. © Repro SZ

Eine „Wärmestube für hilfsbedürftige Arbeitsveteranen“ richtete im Februar 1956 die Ortsgruppe der Volkssolidarität Löbau ein. Täglich, auch sonntags, war sie von 8.30 bis 18.30 Uhr im Bräustübel der HO-Gaststätte „Oberlausitzer Hof“ geöffnet, ungefähr dort, wo sich heute die Parkplätze des multifunktionalen Zentrums an der Sachsenstraße befinden. Weitere Wärmestuben wollte die Volkssolidarität auch in Ebersbach und Neugersdorf einrichten. Sie sollten bedürftigen Rentnern einen warmen Aufenthaltsort ermöglichen, damit sie, wie mitgeteilt wurde, „wegen der anhaltenden Kälte nicht zusätzlich Brennstoffe kaufen müssen“.

Dieses Angebot kam nicht von ungefähr: Im Februar 1956 litten weite Teile Europas unter einer Kältewelle, die dem bis dahin kältesten Februar von 1929 harte Konkurrenz machte. Die Oberlausitz blieb davon nicht verschont. Die täglichen Wetterberichte sagten vier Wochen lang anhaltendes, teils strenges Frostwetter voraus. Nachts fielen die Quecksilbersäulen der Thermometer unter minus 20 Grad oder noch darunter. Kurzzeitige etwas mildere Perioden brachten Schneefälle und im Zusammenspiel mit Wind kräftige Verwehungen. Die Schneedecke unterstützte die nächtliche Abkühlung in sternenklaren Nächten noch.

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Das stellte die Energieversorgung und den Straßenwinterdienst vor große Herausforderungen. Bei der Bahn löste die Reichsbahndirektion Dresden für den gesamten Direktionsbezirk die Alarmstufe 3 aus, um Weichen und Signale betriebsbereit zu halten. Aber auch schöne Seiten hatten diese Februarwochen. Der Wintersport bekam Hochkonjunktur, ob im Zittauer Gebirge, auf dem Kottmar oder auf dem Ebersbacher Schlechteberg. In Löbau tummelten sich Hunderte auf den Tennisplätzen an der Vorwerkstraße, die als Eisbahnen hergerichtet waren, wenngleich sie eine Lautsprecheranlage mit passender Musik vermissten. Es dauerte bis zum 25. Februar, ehe eine Milderung einsetzte und dann am 27. Februar das Tauwetter begann. Nach Einschätzung von Meteorologen kam es zu diesem Extremwetter, weil ein andauerndes Hoch über dem Atlantik Tiefdruckgebieten und damit feuchter und milder Luft im Wege stand. Zudem wurde mit einer östlichen bis nordöstlichen Strömung sibirische Kaltluft nach Deutschland transportiert.

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