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Von Rumänien nach Ruppersdorf aufs Sofa

Ehepaar Eifler hat zwei Straßenhunden ein neues Zuhause gegeben. Nun interessiert sich sogar der MDR für Tobi und Benni und ihr rührendes Schicksal.

Von Constanze Junghanß
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Familie Eifler mit den beiden Hunden auf der heimischen Couch.
Familie Eifler mit den beiden Hunden auf der heimischen Couch. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Eigentlich sucht Familie Eifler Hilfe von einem Fachmann. Dafür haben sie sich ans Fernsehen gewandt. Denn mit ihren beiden Hunden gibt es ein Problem. Tobi und Benni haben extreme Angst vor dem Tierarzt. Als Zuschauer der MDR-Serie 'Tierisch-Tierisch' schauen die Ruppersdorfer sehr gern die Beiträge mit dem Tierverhaltenstherapeuten Roland Lindner. Ihn wollten sie um Rat fragen, was zu tun ist.

Mit dem Kontakt hat es aber nicht so geklappt wie geplant, erzählt Marlies Eifler. "Tobi und Benni sind dermaßen ängstlich, wenn es zum Tierarzt geht, dass wir sie nicht aus dem Kofferraum herausbekommen“, sagt sie. Der heimische Tierarzt müsse die geliebten Vierbeiner jedes Mal im Auto behandeln. Notwendige Impfungen ebenso wie Untersuchungen fänden dann im Kofferraum statt, was für alle Beteiligten mit viel Stress verbunden sei.

Eiflers wissen nicht, weshalb die beiden Terriermixe so reagieren. Übernommen haben sie das Geschwisterpaar vor fünf Jahren aus dem Tierheim Bischdorf. Bei den Rüden handelt es sich um rumänische Straßenhunde. "Beide haben einen rumänischen Pass und waren ein Jahr alt, als sie das Tierheim übernahm", erinnert sich die Kindergärtnerin. Sie vermutet, die Angst der Vierbeiner könne mit früheren Erlebnissen in Rumänen zusammen hängen. Doch genau weiß das niemand. Auch das Tierheim nicht.

Tierschutzvereins-Chefin Ramona Loske kann sich jedoch noch gut daran erinnern, dass es zum damaligen Zeitpunkt in der Einrichtung viele freie Plätze für Hunde gab. Tierschützer seien deshalb auf das Heim zugekommen und hätten um Unterstützung gebeten, einige Hunde aus Rumänien unter die Fittiche zu nehmen und an Tierfreunde zu vermitteln. Mit dabei: Tobi und Benni – der zuvor Aslan hieß und den seine Ruppersdorfer Familie umbenannte. Ramona Loske schaute jetzt extra noch einmal in ihre Unterlagen. Bei den Terriermixen steht als Eintrag dabei: "Von Rumänien nach Ruppersdorf aufs Sofa." Da sitzen die beiden noch heute gern, dürfen auch mit ins Schlafzimmer, bekommen viele Streicheleinheiten und ab und an ein Leckerli. "Das sind unsere Fellkinder", wie Marlies Eifler augenzwinkernd sagt. Für die "Fellkinder" gibt es selbstverständlich zu Weihnachten ein Geschenk: Frisch gekochtes Hühnerfleisch, eingewickelt in Küchenpapier und zu einem großen Bonbon geformt.

"Meinen Hunden geht es besser als mir", kommentiert lachend Eberhard Eifler. Aber ohne die Zwei, dass kann sich der Hobbyimker und ehemalige Altenpfleger nicht mehr vorstellen. Seit 26 Jahren holt das Ehepaar ihre vierbeinigen Begleiter aus dem Bischdorfer Tierheim. Benni und Tobi sind die dritte Generation Tierheimhunde in dieser Zeit. Eiflers liegt der Tierschutz am Herzen, wie sie sagen. Beide sind auch Mitglieder im Tierschutzverein Löbau-Zittau. Gerade die Hunde aus dem Tierheim seien immer sehr dankbar, wenn sie eine Familie finden. Auch die Menschen profitieren. "Unsere Hunde sind Seelentröster, wenn es einem mal nicht so gut geht", sagt die 56-Jährige. Fit halten die wuscheligen Vierbeiner ihre Familie sowieso. Tägliche Runden bis zu acht Kilometern werden gemeinsam gelaufen.

Nun ist auch der MDR auf die Ruppersdorfer aufmerksam geworden. Durch die Anfragen bei dem Verhaltenstherapeuten kam gleichzeitig der Kontakt zum Fernsehsender zustande. Eiflers erzählen, dass er sie angefragt habe, zusammen mit ihren Hunden bei einer tierischen Weihnachtsgeschichte mitzuwirken. Wenn alles klappt, ist an diesem Mittwoch vielleicht Drehtermin. Darauf sind Marlies und Eberhard Eifler schon sehr gespannt. Geplant sind nach Angaben der Ruppersdorfer eine weihnachtliche Szene im Wohnzimmer, eine Tobe-Runde im Garten und einige Aufnahmen im herrlich weihnachtlich geschmückten Herrnhut.