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Dämpfer für Großschweidnitzer Pläne

Bürgermeister Jons Anders freut sich zwar über den Baustart für die Gedenkstätte. Aber andere Planungen machen ihm derzeit Bauchschmerzen.

Bald rollen die Bagger an - die Gedenkstätte Großschweidnitz wird ausgebaut. Das Geld für dieses Projekt ist sicher.
Bald rollen die Bagger an - die Gedenkstätte Großschweidnitz wird ausgebaut. Das Geld für dieses Projekt ist sicher. © Matthias Weber

Freud und Leid liegen in Großschweidnitz derzeit nah beieinander: Zwar kann die Gemeinde mit einem großen Bauprojekt starten - an vielen anderen Stelle klemmt es mit dem Investieren aber. Woran liegt das?

Bewilligt und an der Startlinie ist der Ausbau der Gedenkstätte für insgesamt rund 2 Millionen Euro. Ab Mitte April sollen hier die Bagger anrollen, bestätigt Bürgermeister Jons Anders (parteilos). Zuerst werde der Neubau errichtet, der dann an der Giebelseite des Altbaus - in Richtung Gedenkstein - andockt. Danach folgt die Anbindung und Sanierung des Altbaus in einem zweiten Schritt. Damit wird der Grundstein für eine effektive Gedenkstättenarbeit gelegt - ein wichtiges Ziel für Gemeinde und Vereinsmitglieder, die bislang bereits diese Arbeit geschultert haben.

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Das Geld für den Gedenkstätten-Bau gibt in diesem Fall das Kulturministerium des Freistaates. Es stammt aber nicht aus dem laufenden Sächsischen Haushalt - wird also keinen anderen Projekten vorenthalten - sondern kommt aus einem Sondervermögen: Zum einen gibt der Bund 750.000 Euro und unterstreicht damit auch die nationale Bedeutung des Themas und des Ortes. Die weiteren Mittel stellt Sachsen aus dem Vermögen der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Vermögen) zur Verfügung, hieß es bereits vor einem Jahr in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Wichtige Dinge liegen auf Eis

Weit weniger gut sieht es hingegen beim kommunalen Haushalt von Großschweidnitz aus: "Wir müssen ihn noch einmal umstricken und Prioritäten setzen", schildert Bürgermeister Anders. "Baustellen" hätte die Gemeinde durchaus - nur ist dort nicht mit Fördergeldern zu rechnen, ohne die weder die beiden Brücken saniert noch Straße und Fußweg erneuert werden könnten. Auch der Einbau des Fahrstuhls ins Gemeindeamt - für den barrierefreien Zugang - liegt noch auf Eis. Hier kam die Gemeinde beim beabsichtigten Förderprogramm nicht zum Zug und sucht nach Alternativen.

Auch generell engen sich die Gestaltungsspielräume der Gemeinde ein - auch wegen der momentanen Situation, die viele Unwägbarkeiten mit sich bringt. So konnte Großschweidnitz aus dem Förderprogramm für den ländlichen Raum "Leader" in den vergangenen Jahren immer um die 100.000 Euro pro Jahr für Vorhaben einsetzen. Dieses Mal seien es nur um die 30.000 Euro. Was Großschweidnitz anpacken kann, darüber muss sich der Gemeinderat nun noch einmal intensiv beraten.

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