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Wohnmobile - das begehrte Urlaubsgut in der Corona-Krise

Die Wohnmobil-Branche boomt. Caravan-Zinke in Ebersbach kann wegen Lieferengpässen gar nicht so viele Fahrzeuge liefern wie nachgefragt werden.

Matthias (l.) und Jost Zinke können gar nicht so viele Wohnmobile ausliefern wie nachgefragt werden.
Matthias (l.) und Jost Zinke können gar nicht so viele Wohnmobile ausliefern wie nachgefragt werden. ©  Matthias Weber (Archiv)

Hotels und Ferienwohnungen dicht, Ferienflieger am Boden - wer in der Corona-Pandemie überhaupt Urlaub machen konnte, brauchte oft eine Alternative zu früheren Lösungen. Mobil und ein Dach über dem Kopf, das bieten Wohnmobile. Und die erleben seit Beginn der Corona-Krise einen immer noch anhaltenden Boom. Das spürt auch das Caravan-Center Zinke in Ebersbach - einer der größten Wohnmobil-Anbieter der Region.

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Leergefegt ist der Firmenhof an der Adam-Rieß-Straße nicht - aber zumindest gelichtet. "40 bis 50 Fahrzeuge habe ich vielleicht noch hier stehen", sagt Junior-Chef Matthias Zinke. Normalerweise aber wären es an die 100. "Spontankäufer können wir also bedienen", sagt Zinke. Aber viele Wohnmobilkunden sind Individualisten und wollen sich ihr Fahrzeug selbst konfigurieren. Solche Bestellungen aber sind gerade mitunter problematisch.

Corona setzt auch den Lieferketten zu

"Die Nachfrage ist groß. Das Problem ist bloß, dass die Hersteller nicht so viel liefern können wie nachgefragt wird", erklärt Matthias Zinke. Neben einer extrem gestiegenen Nachfrage hemmen jetzt auch noch coronabedingt gestörte Lieferketten den Absatz. "Es gibt bei vielen Komponenten Engpässe", sagt Zinke. Seien es die kompletten Chassis, auf denen die Wohnmobile aufgebaut werden oder auch nur Zulieferteile wie Markisen. Die Automobilindustrie wird zudem gerade von einem Mangel an Halbleiterchips getroffen, die in modernen Fahrzeugen an vielen Stellen benötigt werden. Das wichtigste Herstellerland China hat Produktion und Export extrem gedrosselt. Der Preis von Silizium, dem wichtigsten Rohstoff zur Chipherstellung, ist explodiert.

Und diese Lieferkrise schlägt natürlich auch bis zum Händler in der Oberlausitz durch. "Wer im nächsten Sommer mit seinem selbst konfigurierten Wohnmobil unterwegs sein möchte, sollte sich jetzt ranhalten", sagt Zinke. Denn die Lieferfristen würden bereits bis Juli 2022 reichen. "Normalerweise könnte ich bis Anfang des Jahres liefern, wenn jetzt jemand ein Wohnmobil bestellt", sagt er. Deutlich spürbar ist der Boom auch im Vermietgeschäft von Wohnmobilen. "Wir haben unsere Mietflotte um rund 40 Prozent aufgestockt", sagt Zinke. Und diese Fahrzeuge seien bereits jetzt zu den Sommerferien 2022 beinahe ausgebucht. Und obwohl Wohnmobile zu einem knappen und begehrten Gut geworden sind, gibt's auch eine gute Nachricht: "Wir haben unsere Mietpreise stabil gehalten", sagt Matthias Zinke.

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