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Corona-Frust: "No6 Bodega" in Löbau macht dicht

Wirt David Lohmann fühlt sich von den Corona-Maßnahmen gegängelt. Und das schreibt er auch deutlich.

Von Markus van Appeldorn
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David Lohmann im Garten seiner "No6 Bodega" in der Löbauer Schulgasse.
David Lohmann im Garten seiner "No6 Bodega" in der Löbauer Schulgasse. © Rafael Sampedro Archiv

Die "No6 Bodega" in der Löbauer Schulgasse ist eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte gastronomische Institution. Seit 2017 bringt Wirt David Lohmann mediterranes Flair in die Region mit erlesenen Weinen und Speisen. Und die Fans der Bodega lieben sie auch für die regelmäßigen Auftritte bekannter Schlagersängerinnen - Schlager-Abende gehören zur DNA des Lokals. Gute-Laune-Gastronomie mit Stil und Ambiente. Doch künftig heißt es: "No Bodega". David Lohmann schmeißt hin und schließt das Lokal - wegen der Corona-Krise.

Lohmann schreibt wehmütige und bittere Worte auf seine Facebook-Seite: "Die Jahre mit Euch war'n die schönsten für mich." Doch nun bleibe ihm keine andere Wahl. "Schweren Herzens, doch mir und meinen Prinzipien treu bleibend, gestehe ich mir ein, meinen großen Traum aufzugeben, welchen ich mit Euch träumen durfte", schreibt er weiter und äußert dann auch Zorn gegen die Corona-Maßnahmen, die besonders auch die Gastronomie betreffen.

Zorn auf die Corona-Maßnahmen

"Keine ,Pandemie', sondern diese vom System gesteuerte Hexenjagd zwingt mich nun in die Knie", schreibt er. Er sei nicht bereit, eingeschränkt und unter ihm nicht begreiflichen Auflagen zu arbeiten. "Never ever", schreibt er - "niemals". Mit seinen Künstlerfreunden werde er weiterhin kooperieren. "Seid behütet Gäste, Freunde und Fans. Euer Lohmi", schließt er seinen Beitrag. Das Lokal ist schon seit mehreren Tagen geschlossen, das Unternehmen aber noch nicht abgewickelt, sagt Lohmann gegenüber SZ. Öffnen aber werde er nicht mehr.

Es ist das traurige Ende einer glücklichen Gastronomie-Geschichte. Denn selbst nach Beginn der Corona-Krise hatte David Lohmann sein Lokal sogar noch hoffnungsfroh erweitert. Im März 2020 musste er seine Bodega im ersten Lockdown für acht Wochen schließen. Die Zeit nutzte er, um kreative Ideen umzusetzen. So mietete er etwa das Erdgeschoss des Nebenhauses in der Schulstraße und brachte dort ein Schild "No 8" an. Er richtete dort einen Gastraum mit Antiquitäten ein und schuf auch eine Garderobe für seine Künstler. "Die Kosten dafür habe ich bis heute nicht wieder eingenommen", sagt er.

Die "No6 Bodega" in der Schulgasse.
Die "No6 Bodega" in der Schulgasse. © Rafael Sampedro Archiv
Der Gastgarten.
Der Gastgarten. © undefined

Mit Zuversicht in die Krise gegangen

Um auf behördliche Auflagen reagieren und seinen Gästen trotzdem eine Atmosphäre nach seinen Ansprüchen schaffen zu können, vergrößerte Lohmann damals auch seinen Gastgarten. So konnte er auch mit den gebührenden Abständen genauso viele Gäste bewirten wie zuvor - jedenfalls, sofern das Wetter es zuließ. Er fügte sich den Auflagen, etwa als er nach der Schließung wieder zu einem Konzert von Schlagersängerin Angelika Martin in seine Bodega lud. "Ich hätte 100 Karten verkaufen können, habe es aber wegen der Auflagen bei 50 belassen", sagte Lohmann damals.

Doch nach allem Optimismus trotz Corona-Krise im Vorjahr ist David Lohmann jetzt die Lust an all dem gründlich vergangen. Seine Stimmung beschreibt er bei Facebook so: "fühlt sich kaputt". Kaputt ist eben sein gastronomischer Lebenstraum. Was er künftig machen wird, dazu wollte er sich zur Stunde gegenüber SZ nicht äußern.