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Sachsen-Stiftung übernimmt Gedenkstätte

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten übernimmt die Trägerschaft für Großschweidnitz - dergleichen gab es noch nie. Zudem soll 2021 Geld fließen.

Die Stelen für die durch Euthanasie in Großschweidnitz ums Leben Gekommenen, sind vor Kurzem errichtet worden.
Die Stelen für die durch Euthanasie in Großschweidnitz ums Leben Gekommenen, sind vor Kurzem errichtet worden. © Foto: Matthias Weber

Der Stiftungsrat der Stiftung Sächsische Gedenkstätten hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Gedenkstätte zu Ehren der Euthanasieopfer in Großschweidnitz in die Trägerschaft der Stiftung zu übernehmen. Das teilte der Freistaat jetzt mit. Gemeinsam mit der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein entsteht innerhalb der Stiftung damit ein fachlicher Verbund zur Erforschung der nationalsozialistischen »Euthanasie« und zur Erinnerung an deren Opfer.

Bislang agierte der Verein Gedenkstätte Großschweidnitz e. V. als Träger der Erinnerungsstätte. Zuletzt berichtete der Vorstandsvorsitzende des Vereins und Bürgermeister des Ortes, Jons Anders, darüber, dass im kommenden Jahr die Sanierung des Gedenkstättengebäudes vorangehen solle. Das sei auch weiterhin der Plan. Dass die Gedenkstätte nun in die Trägerschaft der Stiftung übergehen soll, begrüßt Anders sehr. Man habe schon seit längerer Zeit darauf hingearbeitet, zunächst galt es aber zu klären, ob die Gedenkstätte an sich inhaltlich selbstständig bleibe. Das ist mit den nun gefassten Beschlüssen offenbar der Fall: Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und Großschweidnitz sollen demnach zusammen verwaltet werden, inhaltlich aber - auch wenn es Berührungspunkte gibt - weiterhin eigenständig sein.

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Der Umbau des Gebäudes sowie ein Anbau für die Gedenkstätte stehen im kommenden Jahr auf dem Programm. Verbaut werden sollen rund 2,1 Millionen Euro.
Der Umbau des Gebäudes sowie ein Anbau für die Gedenkstätte stehen im kommenden Jahr auf dem Programm. Verbaut werden sollen rund 2,1 Millionen Euro. © Matthias Weber

Anders zeigte sich zufrieden, dass dem Verein nun die finanzielle Verantwortung und der laufende Betrieb der Gedenkstätte von den Schultern genommen werde. Das hätte man als Verein nicht stemmen können. "Wir werden künftig ein reiner Förderverein sein", betont er. Auch wenn man dann auf die inhaltliche Ausrichtung keinen Einfluss mehr habe, werde man bei dem Wechsel der Trägerschaft die nötigen Weichen stellen, um das Begonnene fortzusetzen, betonte der Bürgermeister. Seit 2009 hatte sich eine Interessengruppe für die Einrichtung und Verstetigung der Gedenkstätte eingesetzt, 2012 erfolgte die Vereinsgründung.

Die Stiftung wird gemeinsam mit dem Verein die Übernahme vorbereiten. Die Überführung einer Gedenkstätte in Stiftungsträgerschaft ist seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1994 bislang einmalig. Der Vorgang umfasst neben der Schaffung vertraglicher Grundlagen die gemeinsame Erarbeitung der Ausstellungsinhalte und pädagogischer Projekte.

Zustimmung des Landtages noch nötig

Der Beschluss des Stiftungsrates zur Übernahme in die Trägerschaft der Stiftung bedarf noch der Zustimmung der Sächsischen Staatsregierung. Danach wird der Geschäftsführer im Einvernehmen mit dem Trägerverein Gedenkstätte Großschweidnitz e. V. und dem Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus den konkreten Zeitpunkt der Übernahme nach dem Beschluss des Haushaltes des Freistaates Sachsen 2021/22 festlegen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Sächsische Gedenkstätten hat zudem für die Gedenkstätte Großschweidnitz im kommenden Jahr erhebliche Mittel vom Freistaat in Aussicht gestellt. Insgesamt stellt Sachsen insgesamt 1,4 Millionen Euro Zuwendungen zur Verfügung, die unter anderem an "die derzeit im Aufbau befindlichen Erinnerungsorte Gedenkstätte Großschweidnitz, die Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck, der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis sowie die Gedenkstätte KZ Sachsenburg" vergeben werden sollen. Nötig ist jedoch noch der Beschluss des Doppelhaushaltes 2021/22 durch den Sächsischen Landtag. (SZ/abl)

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