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Das "Schissn" fiel aus, das Chronikheft nicht

Nummer 36 der Hefte zur Neugersdorfer Ortsgeschichte ist erschienen – mit einem lesenswerten Themenspektrum.

Das Titelblatt des neuen Neugersdorfer Heftes. Von Anfang an werden bekannte Stadtmotive in dessen Gestaltung einbezogen.
Das Titelblatt des neuen Neugersdorfer Heftes. Von Anfang an werden bekannte Stadtmotive in dessen Gestaltung einbezogen. © SZ-Repro

Zum "Gierschdurfer Schissn" gehören seit über 35 Jahren die Chronik-Hefte, die der Heimat- und Geschichtsverein unter dem Titel "Neugersdorf – Beiträge zur Heimatgeschichte" herausgibt. Jedes neue Heft, das seit 1984 einmal im Jahr erscheint, hat am Jacobimarkt-Wochenende Premiere. In diesem Jahr fiel jedoch das "Schissn" coronabedingt aus – doch das neue Heft, mittlerweile die Nummer 36, erschien trotzdem. Seit einigen Wochen kann die Publikation in verschiedenen Geschäften der Stadt am Wasserturm für fünf Euro erworben werden.

Das Themenspektrum ist breitgefächert. Dabei orientieren sich die Autoren auch an aktuellen Ereignissen, konkret am unglaublichen Diebstahl des Grabdenkmals "Ruhender Leineweber" auf dem Neugersdorfer Friedhof, geschehen im Dezember 2019 bzw. Januar 2020. Detailliert wird die Geschichte des mit dem Denkmal verbundenen Betriebes H. W. Herzog und des verschwundenen Grabmals dargestellt. Eine weitere Abhandlung widmet sich der Frage, ob die Schlacht am Frenzelsberg im benachbarten Seifhennersdorf vor 590 Jahren Fiktion oder Realität ist. Ein Artikel ist dem 125. Geburtstag der Kemna-Schmiede, einem traditionsreichen Metallbaubetrieb in Neugersdorf, gewidmet. Die schwierige Zeit nach Kriegsende vor 75 Jahren erhellen Mitteilungen der Stadtverwaltung. Bereits in den Heften 34 und 35 war mit deren Veröffentlichung begonnen worden.

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Auch 2021 neues Heft geplant

Unter der Überschrift "Ein Gefängnis für Neu-Gersdorf" wird versucht, ein kaum beachtetes Kapitel aus dem Dunkel der Geschichte zu holen. Kaum zu glauben, wie schwer man sich im 18. und 19. Jahrhundert tat, um eine solche Einrichtung vorzuhalten. Weitere Beiträge widmen sich dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Stadt, den Hintergründen der Erzählung vom Pascherfriedel und dem Einbau neuer Fenster für die Kirche. Neben Nachrufen für verdienstvolle Vereinsmitglieder bzw. Freunde des Vereins fehlt am Schluss der Rückblick auf das Wetter des Vorjahres nicht. Seit dem ersten Heft hat diese statistische Erhebung ihren festen Platz, die die Leser nicht missen möchten.

Margret Hennig, der gemeinsam mit Rainer Riedel die Redaktion obliegt, ist froh, dass den Neugersdorfer Heften zur Ortsgeschichte ein weiteres hinzugefügt werden konnte. Möglich sei das einmal mehr durch das Engagement der Autoren, durch die Unterstützung von Sponsoren und durch die gute Zusammenarbeit mit der Großschönauer Druckerei Hanschur geworden. Auch 2021 soll wieder ein neues Heft aufgelegt werden. Ideen sind bereits vorhanden, die Beratungen darüber werden nicht lange auf sich warten lassen. Frau Hennig freut es, dass die Publikation auch bei vielen ehemaligen Neugersdorfern Interesse findet. Auf dem Postweg erreicht sie Empfänger in ganz Deutschland. Und sie weiß auch, dass die Hefte gesammelt werden. Manche Fans haben sie sich sogar binden lassen. Insofern ist Margret Hennig froh, dass sie noch mit einzelnen Exemplaren früherer Jahrgänge aufwarten kann. Lediglich die Hefte 1, 2 und 19 sind vergriffen. Und warum ausgerechnet Nummer 19? Kein Wunder, das war die Festschrift "275 Jahre Schützen & Jacobimarkt", erschienen 2003.

Heft 36 von "Neugersdorf – Beiträge zur Heimatgeschichte" ist unter anderem in diesen Neugersdorfer Geschäften zu haben: Buchhandlungen Fiedler und Haußig, Tabakbörse im Kaufhaus "Spreequelle", Bäckerei Dornfeld.

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