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Rätsel um mysteriösen Container

An der vielbefahrenen Staatsstraße in Großschweidnitz wollen zwei Männer mit einem Verkaufsstand durchstarten. Das wird erst mal nichts - es ist ein Schwarzbau.

Dieser Container steht in Großschweidnitz gegenüber der ehemaligen Gaststätte Schwimmer. Er ist illegal errichtet worden.
Dieser Container steht in Großschweidnitz gegenüber der ehemaligen Gaststätte Schwimmer. Er ist illegal errichtet worden. © Anja Beutler

Der anthrazitfarbene Container glänzt in der Sonne. Seit einigen Wochen steht der flache Bau in Großschweidnitz, direkt in der Senke gegenüber des ehemaligen Gasthauses Schwimmer. Tausende Autos fahren hier täglich vorbei. Und auch im Ort selbst ist man neugierig, was da gebaut wird: Kommt hier ein neuer Imbiss an die S148? Immerhin stand unweit des Containers auf einer Freifläche bereits einmal ein Imbisswagen.

Bürgermeister Jons Anders (parteilos) kennt des Rätsels Lösung nicht - hat allerdings eine Vermutung: "Ende voriges oder Anfang dieses Jahres waren zwei Männer im Gemeindeamt, die erwähnten, dass sie einen Container aufstellen wollen", erinnert er sich. Anders hat die beiden Herren damals an den Landkreis verwiesen, der für Bauanträge zuständig ist - denn einen Bauantrag müssten sie stellen, habe er ihnen erklärt.

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Bauamt: Keine Anfrage bekannt

Getan haben sie das aber offensichtlich nicht: Auf SZ-Anfrage, ob der Landkreis dort einen Bauantrag erhalten habe und was dort entstehen soll, musste das zuständige Fachamt zunächst vor Ort prüfen, worum es sich handelt. "Es war uns kein Vorgang bekannt", erklärt Pressesprecherin Julia Bjar und ergänzt: "Im Anschluss dessen steht nun fest, dass der Container offensichtlich baurechtswidrig aufgestellt wurde."

Grundstückseigentümer Friedrich Skumski, der nicht nur in Löbau, sondern auch in Großschweidnitz am Schwimmer Immobilien und Grundstücke besitzt, sieht das ein bisschen anders. Er habe die Fläche zwischen den beiden Gebäuden an einen Ukrainer und einen Türken vermietet, die sich gemeinsam eine Existenz aufbauen wollten und sich dafür von ihren Familien extra Geld geliehen haben, teilt er mit. Was genau die Männer verkaufen wollten und wie man sie erreichen kann, sagt er nicht.

Gibt es doch noch eine Lösung?

Das Vorhaben selbst sieht Skumski durch die Nachfrage und die Ermittlungen des Kreises nun in Gefahr. Die Behörde hatte sich wegen des Verfahrens an ihn gewandt, weil er der Grundstückseigentümer ist und die Errichter des Containers nicht bekannt waren. "Da ist nichts Illegales errichtet worden", erklärt Friedrich Skumski. Die Unterlagen werden nun nachgereicht, fügt er hinzu, man habe sich verständigt.

Allerdings lassen die Aussagen des Landkreises nicht darauf schließen, dass damit alles rasch geklärt sei: Der Container am derzeitigen Standort "verstößt gegen bauordnungsrechtliche Vorschriften und ist so nicht genehmigungsfähig", teilt die Pressesprecherin dazu explizit mit. Problematisch könnten beispielsweise der Abstand zur vielbefahrenen Staatsstraße und mangelnde Parkmöglichkeiten sein. Bürgermeister Jons Anders ist nun jedenfalls klar, warum die Gemeinde bislang noch nicht, wie in solchen Fällen erforderlich, vom Kreis um eine Stellungnahme zum Bauvorhaben gebeten wurde. Immerhin waren vor Ort zunächst Trinkwasserleitungen verlegt und dann der Container aufgestellt worden, berichtet er. Er habe vermutet, dass noch einzureichende Unterlagen die Anfrage der Baubehörde an die Gemeinde verzögert habe. Damit lag er in gewissem Sinne richtig.

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