merken
PLUS Löbau

Wenn Tiere gequält werden

Immer wieder muss das Veterinäramt des Kreises einschreiten, auch wegen illegalem Handel. Allein 2020 in 178 Fällen. Doch die Behörde kann nicht jedes Leben retten.

Einer der jüngsten Fälle: Zwei angekettete Schafe mussten aus einem Wald bei Eibau befreit werden.
Einer der jüngsten Fälle: Zwei angekettete Schafe mussten aus einem Wald bei Eibau befreit werden. © Tierschutzverein

Die beiden in einem Wald bei Eibau angeketteten, ausgehungerten und kranken Schafe sind nicht die einzigen Nutztiere, für die das Veterinäramt des Landkreises eingreifen musste. Voriges Jahr waren das im Kreisgebiet insgesamt 178 Nutztiere gewesen – darunter Hühner, Gänse, Ziegen und 17 Pferde. Die Schafe hatten Glück, dass sie im Tierheim Asyl fanden.

"Bei Nutztieren ist es generell schwieriger, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden", teilt Franziska Glaubitz auf Nachfrage mit. Die Kreissprecherin sagt, möglich sei das oft nur in kleineren landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen, die diese artgerecht unterbringen und versorgen können. Das wird in der Regel auch versucht, ist jedoch nicht immer machbar. Schwierig wird es zum Beispiel dann, wenn es sich um eine größere Anzahl von Tieren handelt. "Bei Nutztieren ist auch die Zuführung zur Schlachtung möglich", sagt Franziska Glaubitz. Heißt, die Tiere werden dann getötet.

TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen

Was ist los in Sachsen und Umland? Wo gibt es was zu erleben? Unsere Top-Veranstaltungen der Woche!

So oder so stelle die Wegnahme von Tieren durch die Behörde "einen großen Eingriff in die Privatrechte des Menschen dar", wie Franziska Glaubitz erläutert. Behörden müssen bei der Beschlagnahmung von Tieren auf die Verhältnismäßigkeit achten. Die Ämter sind verpflichtet, die Kosten für den Verursacher so gering wie möglich zu halten. Deshalb wird jeder Fall einzeln geprüft. Weggenommen würden Nutztiere beispielsweise dann, wenn keine Versorgung mit Futter und Wasser stattfindet oder wenn lebensnotwendige Tierarztbehandlungen ausbleiben.

Steuerzahler kommt für Kosten auf

Doch wer bezahlt die Versorgung, die Tierarztkosten und alles, was damit zusammenhängt? "Dem Verursacher werden im Nachgang die Kosten in Rechnung gestellt", erklärt Franziska Glaubitz. Kann dieser jedoch nicht zahlen, bleibt der Landkreis – und damit letztendlich der Steuerzahler – auf diesen Kosten sitzen

Beschlagnahmt werden aber auch Haustiere wie Hunde, Katzen – manchmal sogar Amphibien und Papageien. "Aufgrund der Grenzlage des Landkreises kommt es immer wieder zu Aufgriffen von illegal eingeführten Tieren", so Franziska Glaubitz. Der Handel floriert offenbar. Die Behörden haben allein 2019 mehr als 1.000 Tiere aufgespürt. Zoll und Polizei entdecken die meist in Käfigen oder Kofferräumen zusammengepferchten Vierbeiner bei Kontrollen. Die letzten drei Fälle betrafen nach Kreisangaben insgesamt neun Hunde und fünf Katzen. Nach SZ-Informationen landete kürzlich ein Wurf Shiba Inu-Mix-Welpen im Bischdorfer Tierheim, die die Behörden zuvor sichergestellt hatten.

Für solche und andere geschmuggelte Tiere sollte ursprünglich 2020 eine Quarantänestation beim Tierheim für 780.000 Euro gebaut werden. Die Baumaßnahme hat noch nicht begonnen. "Das Geld dafür muss im Haushalt des Freistaats eingestellt werden", sagt Franziska Glaubitz. Die Haushaltsverhandlungen laufen. Offen ist also, wann und ob der Bau beginnen kann.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Mehr zum Thema Löbau