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Will jemand in Löbau Hunde vergiften?

Vorfälle dieser Art gab es im Landkreis im vergangenen Jahr einige. Nun sorgt ein Post auf Facebook für Unruhe. Anzeige wurde aber nicht erstattet.

Symbolbild
Symbolbild © dpa

Wütende Reaktionen gab es auf einen Facebook-Eintrag in der Löbau-Gruppe. Da warnte vergangene Woche ein Nutzer: "Achtung, Hundeköder liegen auf dem Alten Friedhof Löbau herum." Ist etwa ein Hundehasser unterwegs? Auch Ramona Rude, der Bischdorfer Tierheimleiterin, ist der Beitrag aufgefallen. Man könne allerdings aus der Ferne nicht beurteilen, ob das auch so stimmt. Im Tierheim seien bisher keine entsprechenden Hinweise dazu eingegangen, sagt sie.

Bereits vor sechs Jahren sorgten mutmaßlich mit Reißzwecken und Rattengift gespickte Köder in der Stadt für Aufsehen. Hundebesitzer warnten damals mit selbst geschriebenen Handzetteln an Bäumen, wo in Löbau solche Köder entdeckt wurden. Betroffen gewesen sein sollen unter anderem die Herrmannwiese und der Eingang zum Landesgartenschau-Gelände.

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Auch Fische und ein Pferd wurden angegriffen

Grundsätzlich handele es sich bei derartigen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz keinerlei um ein Kavaliersdelikt, wie Polizeisprecher Kai Siebenäuger ausdrücklich betont. 2019 sind der Polizeidirektion Görlitz zwei und vergangenes Jahr sechs Sachverhalte bekannt geworden, die mit Giftködermeldungen beziehungsweise Anzeigen einhergegangen waren. "Die Vorfälle ereigneten sich in Löbau, Schöpstal, Bad Muskau, Boxberg, Görlitz, Hohendubrau und Krauschwitz", sagt Kai Siebenäuger. Bei den betroffenen Tieren handelt es sich vorwiegend um Hunde und Katzen, die offenbar durch präparierte Wurst- oder Fleischstücke vergiftet wurden. "Aber auch Hühner, Fische und ein Pferd wurden angegriffen", berichtet der Polizeisprecher.

Das Vorgehen solcher Täter beschreibt er so: Der Köder dient als Beute und soll die Tiere anlocken. In der Regel ist der Köder etwas Fressbares für Tiere. Dazu gehören präparierte "Leckerbissen", die mit Giftstoffen oder scharfkantigen gefährlichen Gegenständen verändert wurden. Vorzugsweise würden solche Präparate in Parkanlagen oder in der Nähe von Spielplätzen, Wäldern oder Seen abgelegt. Höchste Eile sei dann geboten, wenn der Verdacht besteht, dass das eigene Haustier einen Giftköder aufgenommen habe, so Kai Siebenäuger. "Dann keine Zeit verstreichen lassen und sofort den Tierarzt aufsuchen, für das Tier besteht Lebensgefahr." Er warnt außerdem: "Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr für unsere Kinder!"

Den Tätern drohen bis zu drei Jahre Knast

Im Tierschutzgesetz ist geregelt, mit welchen Strafen Täter rechnen müssen: Empfindliche Geldbußen bis 25.000 Euro und sogar Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren könnten verhängt werden.

Im Jahr 2021 gab es bisher keine Anzeigen bezüglich absichtlicher Tiervergiftungen im Landkreis Görlitz. Der Polizei ist auch der angebliche Hundeköder-Vorfall vom Löbauer Friedhof nicht zur Anzeige gebracht worden. Ob das also stimmt, dass da ein Täter sein Unwesen treibt, ist nur aufgrund einer Behauptung auf Facebook nicht zu sagen. So oder so rät Kai Siebenäuger zum Gang zur Polizei, wenn Tierhalter oder Spaziergänger Giftköder entdecken. "Der Tierinhaber steht in der Beweispflicht, daher sollten alle Beweise gesichert und mögliche Zeugen notiert werden", rät der Polizeisprecher.

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