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Geheimniskrämerei um Grundstückskauf?

Lawalde hat den Kauf von zwei Flurstücken beschlossen - ohne schon zu sagen, wofür. Nun ist klar: Die Gemeinde hat eine wichtige Entscheidung im Visier.

Ist das der Platz, an dem Lawaldes zentrales Feuerwehr-Depot gebaut werden kann?
Ist das der Platz, an dem Lawaldes zentrales Feuerwehr-Depot gebaut werden kann? © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ellen Pochanke ist eine neugierige Frau. Wenn die Lawalderin die Gemeinderatssitzungen in ihrem Ort besucht, dann hat sie immer auch mindestens eine Frage. Das, was die Frau, die selbst schon für den Rat kandidiert hat, jüngst wissen wollte, war auch in der Tat interessant - und auf den ersten Blick etwas rätselhaft. Es ging um die Frage, wie es denn nun um das Zentraldepot der Feuerwehr stünde, ob es denn da nun endlich ein Grundstück gebe und wo das liege. Immerhin hatte die Gemeinde diesen Grundsatz - Aufgabe der drei Standorte und ein zentrales Depot - vor rund drei Jahren beschlossen.

Ellen Pochanke spielte damit auch auf eine Mitteilung im April-Amtsblatt an, in dem die Gemeinde bekannt gegeben hatte, zwei Flurstücke erstehen zu wollen - ohne dass ein Zweck angegeben war. Alles geheim? "Nein, es stand ja im Amtsblatt, welche Flurstücke es sind", konterte Bürgermeisterin Nadja Kneschke (parteilos). Dass die Sache dennoch nicht in aller Öffentlichkeit vorab besprochen und beraten wurde, habe Gründe gehabt. Man habe auf die Verkäufer und deren schützenswerte private Situation Rücksicht nehmen wollen und müssen. Informiert habe man dennoch so weit wie möglich, betont die Bürgermeisterin.

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Für die Bürger war diese Taktik am Ende nicht wirklich erhellend, denn es waren im Amtsblatt nur die Flurstücksnummern verzeichnet. Wo genau das sein sollte und dass die Flächen für den Bau des zentralen Feuerwehrdepots dienen sollen, war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sucht man sich aber anhand der Daten die Lage der Flurstücke heraus, dann ergibt sich folgendes Bild: Der Plan ist, zwischen Oppacher und Streitfelder Straße zu bauen. Schräg gegenüber des kreiseigenen Entsorgungsunternehmens EGLZ ist ein ungenutzter Lagerplatz. Beide Grundstücke ziehen sich um das bebaute Eckgrundstück herum, sodass es einen Zugang zur Streitfelder und zur Oppacher Straße gibt. Eine solche Lage sei von Anfang an der Wunsch der Gemeinde gewesen, betont Frau Kneschke aus Nachfrage. Und auch Gemeindewehrleiter André Jähne betont, dass die Lage optimal sei, weil an dieser Stelle alle Mitglieder aus den Ortswehren etwa den gleichen Anfahrtsweg haben.

Mit Grundstück kann Planung beginnen

Grob umrissen ist die Fläche, auf der das neue zentrale Feuerwehrdepot der Gemeinde Lawalde gebaut werden soll.
Grob umrissen ist die Fläche, auf der das neue zentrale Feuerwehrdepot der Gemeinde Lawalde gebaut werden soll. © Grafik: openstreetmap/Anja Beutler

Mehr als den Kauf beschlossen und die Vermessung des Landes angeschoben hat die Gemeinde bislang aber noch nicht. Sie geht ohnehin nicht davon aus, dass der Bau des Depots so schnell kommen wird: "Ohne Fördermittel geht das nicht, denn wir sprechen hier von Millionensummen." Nadja Kneschke weiß, wovon sie spricht, denn die Lawalder Bürgermeisterin arbeitet hauptberuflich im Bauamt der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf und das Neugersdorfer Feuerwehrdepot ist da gerade ein großes Thema.

Wann genau an dieser Stelle im Eck von Streitfelder und Oppacher Straße die Feuerwehr aus- und einfährt, kann derzeit also niemand genau sagen. Absehbar ist aber der nächste Schritt: "Da wir jetzt die Gegebenheiten kennen, müssen wir als Nächstes eine Planung beauftragen, damit wir für einen Fördermittelantrag etwas in der Hand haben", sagt die Bürgermeisterin. Zunächst aber steht die Lieferung des neuen Feuerwehrautos ins Haus, das laut Gemeindewehrleiter noch in diesem Monat ausgeliefert werden soll.

Darüber, wie der Stand der Dinge für das Hilfeleistungsfahrzeug, das genau auf die Bedingungen in der Gemeinde zugeschnitten ist, hatte der Wehrleiter nach der Ratssitzung - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - informiert, was bei einigen Gästen der Ratssitzung für Missstimmung sorgte. Eine unglückliche Situation, man habe nichts verheimlichen, aber eben zunächst erst einmal die Räte informieren wollen, erklärt Jähne seinen Auftritt und ergänzt: "Wir freuen uns ja, wenn es so großes Interesse an der Feuerwehr gibt".

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