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Lahmt das schnelle Internet um Löbau?

Der Ausbau gehe zu langsam, monieren Anwohner. Dem widerspricht der Versorger - und benennt erste Anschlusstermine für Rosenbach und Löbau.

Glasfaserkabel werden derzeit fast überall dort gelegt, wohin es das schnelle Internet noch nicht geschafft hat.
Glasfaserkabel werden derzeit fast überall dort gelegt, wohin es das schnelle Internet noch nicht geschafft hat. © SZ/Uwe Soeder (Archiv)

Eberhard Nather ist verärgert. Seit Monaten werde in Rosenbach wegen des schnellen Internets überall gegraben - aber es gehe nicht vorwärts. Dabei sei schon im vergangenen Jahr der Gemeinde der Anschluss ans Breitbandnetz versprochen worden. "Man kann ja derzeit auch keine Angebote zu Vergünstigungen annehmen, weil man gar nicht weiß, wann der Anschluss kommt und man den Anbieter wechseln muss", kommentiert er mit Blick auf die Bindungsfristen, die in Verträgen enthalten sind. Nather hat inzwischen sogar ein weiteres Mal Post bekommen, weil er für Breitband-Arbeiten auch auf dem familiären Grundstück in Bellwitz den Zugang gewähren soll. Aber wann und wie da was komme, sei vage, sagt er. Läuft da also gehörig was schief - oder mindestens zu langsam?

Im Gegenteil: "Die Ausbauarbeiten gehen planmäßig voran", betont Viola Martin-Mönnich, die Sprecherin der SachsenNetze - dem Unternehmen, das bis vor Kurzem allgemein als Enso bekannt war und das neue Glasfasernetz in Rosenbach und Löbau ausbaut. Zwar haben Schnee und Kälte nun zu einer rund zweimonatigen Pause geführt. Alles in allem aber gehe man davon aus, dass gerade für Rosenbach das Breitbandangebot wie geplant im August zugeschaltet werden kann. Auch der Landkreis als Auftraggeber betont, dass alles so laufe wie abgesprochen.

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Das sogenannte Cluster 3 ist das blau umrandete Gebiet um Löbau inklusive Rosenbach. Die darin sichtbaren rot-grünen Flecken sind die unterversorgten "Flecken" in der Region. Um sie zu versorgen, legt in diesem Terrain SachsenNetze nun eine neue Glasfaser
Das sogenannte Cluster 3 ist das blau umrandete Gebiet um Löbau inklusive Rosenbach. Die darin sichtbaren rot-grünen Flecken sind die unterversorgten "Flecken" in der Region. Um sie zu versorgen, legt in diesem Terrain SachsenNetze nun eine neue Glasfaser © Digitalatlas Landkreis Görlitz/ Screenshot: Anja B

Ganz gut zu erkennen ist das an folgenden Zahlen: Insgesamt müssen laut SachsenNetze im Cluster 3, das vom Norden Löbau bis nach Herwigsdorf und von Bischdorf bis Oelsa reicht, 84 Kilometer Tiefbauarbeiten erledigt werden. Bis Dezember waren 60 Kilometer bereits gebaut. Dennoch könne man erst dann ein Ortsnetz zuschalten, wenn alle Leerrohre verlegt und mit Glasfaserkabeln versehen, die Übergabepunkte an den Häusern eingerichtet und die in den Gemeinden sichtbaren Technik-Schaltkästen aufgerüstet sind. Abgesehen von Herwigsdorf und Bischdorf ist das bislang im Norden Löbaus in einer Region so weit gediehen, dass es einen Termin gibt: "Aktuell sind in Glossen und Oppeln die Arbeiten soweit vorangeschritten, dass sich die Eigentümer der ausgebauten Adressen ab März auf das schnelle Internet freuen können", erklärt Sprecherin Viola Martin-Mönnich.

Sind die Leitungen doppelt gemoppelt?

An anderen Stellen im Löbauer Stadtgebiet fehlt es noch: In diesem Jahr werden Leerrohre in Dolgowitz, Rosenhain, Bellwitz, Kittlitz und in einem Teil der Löbauer Innenstadt gezogen. Gleichzeitig wird das bereits bestehende Umspannwerk in Löbau Nord komplett modernisiert. So wird es auch bei Eckart Nathers Bellwitzer Grundstück geschehen. Der Rosenbacher fragt sich aber gerade mit Blick auf das Löbauer Stadtgebiet, warum eigentlich doppelt gebaut wird, wo doch schon Telekom-Leitungen liegen. Ist das dann nicht doppelt gemoppelt?

Nicht unbedingt, betonen Kreis und SachsenNetze: "Sofern Infrastruktur vorhanden ist und sich aus wirtschaftlicher Sicht Synergien ergeben, werden diese mit genutzt", heißt es in einer Antwort der Landkreis-Pressestelle. Doch die Regel sieht anders aus, betont der Versorger SachsenNetze: "Wir bauen gigabitfähige Glasfasernetze in unterversorgten Gebieten, wo der Ausbau stattfindet, ist diese Infrastruktur nicht vorhanden", heißt es. Schaut man sich den Digitalatlas des Landkreises genauer an, ist auch gut zu erkennen, dass es sich um einzelne Randgebiete oder einzelne Straßenzüge handelt, die bislang nicht attraktiv genug für einen Breitband-Ausbau waren und nun dank der Fördergelder angeschlossen werden.

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