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Der etwas andere Rückblick auf das Jahr

Lachen ist ansteckend - aber in diesem Fall kann man das riskieren. Denn die skurrilsten Geschichten schreibt immer noch der Alltag.

Sogar die Wappentiere von Ebersbach-Neugersdorf tragen DAS Accessoire des Jahres 2020. Der Nieskyer Cartoonist Kümmel entwarf das witzige Bild im Zusammenhang mit dem "Einkaufsabend im Feuerzauber" in Neugersdorf.
Sogar die Wappentiere von Ebersbach-Neugersdorf tragen DAS Accessoire des Jahres 2020. Der Nieskyer Cartoonist Kümmel entwarf das witzige Bild im Zusammenhang mit dem "Einkaufsabend im Feuerzauber" in Neugersdorf. © Kümmel Cartoon

Hand aufs Herz: Dieses Jahr war nicht gerade eines der leichtesten. Amüsement, Vergnügen, Komik - rar bis abwesend. Stattdessen ziemlich viel Verunsicherung, Wut, Angst und demütiges Dulden, aber auch Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Und gerade deshalb sollte man ein solches Jahr würdig beenden: Mit einem Lachen, einem Lächeln oder wenigstens ein bisschen Schadenfreude darüber, dass andere Menschen genauso in Fettnäpfchen tappen wie man selbst. Wir haben deshalb übers Jahr ein paar Dinge gesammelt, die vielleicht für das ein oder andere Kichern reichen:

Krone aus Licht

Aus Stephan Meyers Instagram-Account...
Aus Stephan Meyers Instagram-Account... © Screenshot: Anja Beutler

Er hat es in diesem Jahr offiziell gemacht: Der christdemokratische Landtagsabgeordneter Stephan Meyer will... äh... Papst werden? Ist das da schon zur Probe eine lichtumwobene Tiara, die sein Haupte umschwebt? Könnte man meinen. Aber Meyer hat seinen ... äh... Hut für ein anderes, vergleichsweise schnödes Amt in den Ring geworfen: Er will Landrat werden. Dabei kann er freilich himmlischen Beistand und Erleuchtung dringend gebrauchen.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Gespenstisches Virus

Gefunden auf sächsische.de
Gefunden auf sächsische.de © Screenshot: Anja Beutler

Erinnern Sie sich noch an das Frühjahr? Das war der Zeitpunkt, ab dem Sie im Supermarkt, auf Ämtern und in Geschäften nur noch hinter einer Plexiglasscheibe angelächelt wurden. Das in Verbindung mit dem Virus kam am Anfang wohl auch so manchem Journalisten gespenstisch vor und so hoffte der ein oder andere, die transparente Vorrichtung sei gleichwohl auch ein Spukschutz. Hat nicht ganz geklappt. Leider. Das Virus geistert noch immer durch die Welt - mit schauderhaften Auswirkungen.

Neues Naherholungsgebiet?

Gefunden auf sächsische.de
Gefunden auf sächsische.de © Screenshot: Mario Sefrin

Das ist wie ein Virus: Bertsdorf und Berzdorf gleichen sich zwar nicht wie ein Ei dem anderen - aber werden zumindest in der Schreibweise immer wieder verwechselt. Kein Wunder also, dass man auf der Tastatur schnell beim Bertsdorfer See landen kann, wenn man zuvor vom Olbersdorfer geschrieben und ans Zittauer Gebirge gedacht hat! Aber weder gibt es seit Neustem ein neues Erholungsgebiet im Gebirge, noch wurden irgendwo die Zufahrten zu einem Bertsdorfer See abgesperrt. Beim Berzdorfer sah es zu Ostern anders aus...

Rechtschreibung im Freudentaumel

Gefunden in Kemnitz
Gefunden in Kemnitz © Screenshot: Anja Beutler

Endlich wieder geöffnete Kitas und Schulen. Endlich wieder ein Stück mehr Normalität. Das fühlten viele Eltern, Kinder und auch Kita-Erzieher im Frühsommer. Und vor Freude über diese Wendung schrieb es die Kemnitzer Kita Bienenhäus'l ganz groß und bunt ans Haus. Ungünstigerweise summste bei so viel ungewohnter Freiheit gleich mal das zweite "s" beim das(s) einfach weg. Vom Komma ganz zu schweigen... Aber, mal ehrlich: Wir waren doch nach der Schul-Abstinenz alle ein bisschen aus der Übung, oder?

Für mehr Freiheit auf der Straße: FDP

Gefunden in der Pressemitteilung von Torsten Herbst
Gefunden in der Pressemitteilung von Torsten Herbst © Screenshot: Anja Beutler

Da haben die Freien Demokraten aber eine Spur zu dick aufgetragen! Die Autobahn zwischen Dresden und Bautzen soll sechsspurig werden! Ich glaub', mich streift ein Elefant! Bislang haben wir nur von einem sechsstreifigen Ausbau gehört - also drei Fahrbahnen in die eine und drei in die andere Richtung. Aber da kann man sich leicht vertun! Doch, da wir dieses Thema gerade streifen: Dass die Freien Demokraten offenbar sogar eine neue Autobahn bauen wollen, ist ebenfalls eine Spur verrückt! Die A6 durch die Oberlausitz! Wobei, so ganz abstreifen sollte man die Idee vielleicht gar nicht, jetzt, wo die Lücke in der B178 endlich geschlossen werden kann - endlich alles in die Spur kommt. Da kann man 14 Jahre Planung glatt mit einem Federstreif abtun...

Durch Lavalde laviert?

Gefunden in der Pressemitteilung von Vodafone
Gefunden in der Pressemitteilung von Vodafone © Screenshot: Anja Beutler

Es war einmal ein Dorf. Das wollte erst kein Mobilfunkriese aus der Funkstille wachküssen. Dann planten gleich zwei Mobilfunkriesen jeweils einen eigenen Turm. Beide wussten nichts voneinander. Und als es aufflog, war es dem Dorf zu viel Türmerei. Nun sind sie zusammengekommen - mit einem Funkmast, den beide nutzen. Happy End, oder? Allerdings war es bis dahin ein schwieriges Lavieren. Da ist dann sozusagen der Name Programm bei Vodavone, in Lavalde... So tiev im Osten...

Vorsicht, Kunde nadelt!

Gefunden auf sächsische.de
Gefunden auf sächsische.de © Screenshot: Mario Sefrin

Wie war das doch gleich mit den unklaren Objekt-Subjekt-Beziehungen? Ziemlich spitzfindig-nadelig in diesem Fall. Denn, auch wenn Gottfried Leutsch aus Euldorf der Experte für alles Nadelige war, Nadelbäume haben bei ihm sicherlich nicht eingekauft. Oder vielleicht doch - und keiner hat's gemerkt? Vielleicht haben auf Leutschs Plantage nicht die Kunden ihren Baum ausgesucht, sondern die Bäume ihre Kunden? Und keiner hat's gemerkt? Klingt spitze!

Wer hat kein Archiv?

Gefunden auf sächsische.de
Gefunden auf sächsische.de © Screenshot: Anja Beutler
Gefunden auf sächsische.de
Gefunden auf sächsische.de © Screenshot: Anja Beutler

Was ist das für ein Tunnel? Das wollten wir von der SZ wissen, als in Zittau in der Herwigsdorfer Straße der Abrissbagger anrückte. Zu dumm nur, dass wir diese Frage selbst schon beantwortet haben, und zwar 2015... Aber, wie sagt man immer, wenn man einen Artikel schreibt und zum Verständnis die Vorgeschichte noch mal wiederholt? Genau: Der Leser hat kein Archiv! In dem Fall hatten aber auch die Redakteure dessen Existenz für einen entscheidenden Moment vergessen...

Vielweiberei? Massenehen?

Gefunden in der Sächsischen Corona-Schutzverordnung
Gefunden in der Sächsischen Corona-Schutzverordnung © Screenshot: Anja Beutler

Man musste sich in den vergangenen Monaten ja an so vieles gewöhnen - vor allem, an das Behördendeutsch aus den Verordnungen. Aber, dass man jetzt Eheschließungen mit bis zu zehn Personen begehen kann - das ist mal ein echtes Novum... Fragt sich bloß, ob es hier um Vielweiberei oder um Massenhochzeiten geht...

Bloß nix aus China!

Gefunden im WhatsApp-Status von Mario Kumpf
Gefunden im WhatsApp-Status von Mario Kumpf © Screenshot: Anja Beutler

Es ist aber auch mit allem ein Kreuz! Sogar mit dem Bundesverdienstkreuz! Das zumindest hat jetzt AfD-Landtagsabgeordneter Mario Kumpf eruiert: "Das Bundesverdienstkreuz kommt jahrelang aus China", ließ er dieses Jahr seiner Entrüstung freien Lauf. Ja, was kommt denn noch alles von dort? Und wieso jahrelang? Haben die Chinesen etwa auch noch bestimmt, wer den Orden an die Brust geheftet bekommt? Und was kommt noch von dort? Lauter einfache Dinge: Smartphones, Klimaanlagen, Kühlschränke, Staubsauger...

Ich bin hier der Leiter!

Gefunden bei einer Stadtratssitzung
Gefunden bei einer Stadtratssitzung © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Dass Löbaus OB ein Mann der Tat ist, wissen alle, die ihn kennen. AfD-Stadtrat Frank Richter war das offenbar nicht so klar - oder wollte er es auf spezielle Weise hervorheben? Beim Antrag der AfD-Fraktion auf Errichtung von Wohnmobilstellplätzen in Löbau lautete jedenfalls der Beschlussvorschlag: „Der OB wird beauftragt, mehrere Wohnmobilstellplätze zu errichten. (…)“ Darauf intervenierte Richter: „Das heißt, Sie machen das selbst? Dem kann ich nicht zustimmen, Herr Oberbürgermeister.“ Dietmar Buchholz erklärte daraufhin geduldig: „Das ist so formuliert, weil das die Sächsische Gemeindeordnung vorgibt. Die Stadtverwaltung kann nicht beauftragt werden. Ich bin ja der Behördenleiter.“

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