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Dittersbacher veröffentlicht sein erstes Kinderbuch

Jürgen Scheibler ist Ingenieur mit Spaß am Schreiben. In seinem ersten Kinderbuch gibt es Schloss und Drachen, die Stadt der Zukunft und vier knifflige Aufgaben.

Jürgen Scheibler hat vor Kurzem das Kinderbuch "Das Rätsel des vierköpfigen Drachens" geschrieben. Es ist das dritte Buch des Dittersbachers.
Jürgen Scheibler hat vor Kurzem das Kinderbuch "Das Rätsel des vierköpfigen Drachens" geschrieben. Es ist das dritte Buch des Dittersbachers. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Seit Juli kann sich Jürgen Scheibler Kinderbuchautor nennen. "Hobby-Kinderbuchautor", ergänzt er mit Augenzwinkern. Dass er dieses Buch in den Händen hält, macht ihn schon stolz. Denn normalerweise hat der 62-Jährige, der in Dittersbach auf dem Eigen lebt, mit Schriftstellerei und Literatur wenig zu tun. Scheibler ist Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik, hat viele Jahre an der Hochschule Zittau/Görlitz selbst gelehrt und kümmert sich inzwischen in der Verwaltung ums Controlling. Wie aber kommt man da zum Bücherschreiben? Noch dazu für Kinder?

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Jürgen Scheibler schmunzelt. Das Buch "Das Rätsel des vierköpfigen Drachens" ist sein drittes. Zunächst beschrieb er die Geschichte seiner Großmutter, die mit sieben Kindern Vertreibung und Flucht erlebte und "die ich so außergewöhnlich fand, dass ich sie aufschreiben musste", erzählt er. Dieses Buch gab er 2010 im Selbstverlag heraus - genauso wie sein zweites Buch, das er für Studenten schrieb. Nun folgt also ein Kinderbuch.

Nichts schreiben, was schon überall im Regal steht

Die Schlüsselszene rund um die folgenden vier Geschichten mit den Teenagern Paula und Max sei ihm schon 2012 eingefallen. Es ist eine eher mythisch-rätselhafte Traumszene mit Schloss, Drachen, Schatztruhe und - einem besonderen Auftrag. Vier Aufgaben soll Max lösen, dann werde er den Ort finden, "an dem sich Himmel und Erde begegnen". "Die Szene habe ich damals sofort aufgeschrieben", sagt er. Danach ruhte die Idee aber jahrelang. "Ich wollte nichts schreiben, was es schon gibt und überall im Regal steht", erklärt er. Erst vier Jahre später schrieb er die ersten zwei Kapitel, 2019/20 die letzten zwei Abschnitte.

Das Besondere an dem Buch ist, dass der Leser selbst rätseln und rechnen soll: Pro Kapitel ist eine Aufgabe eingeklinkt - klassische Mathe-Sachaufgaben, wenn man so will. Für das von Jürgen Scheibler anvisierte Lesepublikum zwischen zehn und 14 Jahren sind die Aufgaben durchaus eine Herausforderung, wenn auch nicht unlösbar. "Mein Gedanke dabei ist ja auch, dass die ganze Familie mit knobelt - Eltern und Kinder gemeinsam", sagt der Vater eines erwachsenen Sohnes. Die Ergebnisse verrät er im Buch übrigens nicht direkt. Am Schluss kommt man aber auf ein Lösungswort, wenn man richtig liegt.

Selbst wenn man die Mathe-Aufgaben nicht löst, kann man die Geschichte der beiden 13-Jährigen problemlos lesen und verstehen. Die ersten beiden Kapitel spielen im Alltag der beiden Kinder: Sie fahren an einen See zum Baden oder gehen im Wald auf Entdeckungstour. "Ja, dabei habe ich ganz klar an das Leben auf dem Land gedacht", sagt Scheibler, der es um sein Dittersbacher Haus herrlich grün hat. Bei den anderen beiden Kapiteln verschlägt es die Hauptfiguren in die Zukunft. "Hier musste ich mir ein bisschen mehr ausdenken", schildert er. So fahren die beiden dann eben zum Beispiel in einem Lufttaxi.

Autor will Kinder neugierig machen

Dass Jürgen Scheiblers Buch keine reine Berieselung sein soll, gesteht er gern ein. "Klar will ich, dass die Kinder dabei etwas lernen oder vielleicht auch neugierig gemacht werden, sich mit einigen Dingen genauer zu beschäftigen", bestätigt er. So lässt er Paula und Max bei einem Sommergewitter einen Mini-Tornado beobachten, erklärt das Prinzip der elektronischen Schnitzeljagd - des Geocachings - oder fasst Goethes Faust in wenigen Sätzen zusammen, um dann gleich auf Hologramme überzuleiten. Einen belehrenden Ton macht sich Scheibler dabei nicht zu eigen.

Und wie kommt das Buch, das von einer Leipziger Studentin liebevoll illustriert wurde, nun an? Das interessiert auch den Dittersbacher selbst. Manchmal kommt ihm da der Zufall zu Hilfe. Als er in einer Görlitzer Buchhandlung nach Urlaubslektüre stöberte, beobachtete er eine Mutter, die für ihre drei Kinder ebenfalls Lesestoff suchte. Der etwa zehnjährige Junge schien ihm sehr aufgeweckt und Scheibler bot der Familie an, ihm sein Buch zu schenken, wenn er ihm dann eine Rezension schreibt. "Er hat mir wirklich eine lange Rezension geschrieben", erzählt Scheibler mit Begeisterung. Was drin stand? Abgesehen davon, dass es an echten Schurken im Buch mangelt, erhielt sein Werk vier von fünf Sternen.

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