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Trägerwechsel: Wird die Kita teurer?

In Lawalde übernimmt die Gemeinde mit dem Jahreswechsel die Einrichtung von der Awo. Jetzt stehen die Elternbeiträge fest - aber noch sind andere Fragen offen.

Bunt und kindgerecht - wie auf diesem Symbolbild - soll Kita sein. Das liegt bald in der Hand der Gemeinde Lawalde.
Bunt und kindgerecht - wie auf diesem Symbolbild - soll Kita sein. Das liegt bald in der Hand der Gemeinde Lawalde. ©  dpa (Symbolbild)

Mit dem neuen Jahr wird die Gemeinde Lawalde die Kita "Naseweis" wieder selbst betreiben - genauso wie den Hort in Kleindehsa. Bislang hatte das über Jahre die Arbeiterwohlfahrt (Awo) getan. Der Gemeinderat hatte sich aber mit der Hoffnung auf Einsparungen jüngst dazu entschlossen, dies wieder in Eigenregie zu übernehmen. Damit das auch reibungslos funktioniert, braucht Lawalde eine entsprechende Satzung für die dann zu erhebenden Gebühren.

Einige Eltern hatten deshalb den Weg in die jüngste Ratssitzung gefunden, um zu hören, was auf sie zukommen wird. Sie dürften allerdings beruhigt sein, gibt sich Bürgermeisterin Nadja Kneschke (parteilos) überzeugt, denn die Elternbeiträge werden weder steigen noch sinken: "Wir haben lediglich auf volle Euro gerundet, sonst aber keine generellen Änderungen vorgenommen", erklärt sie. Das sei auch mit Blick auf die Kostenstruktur nicht nötig gewesen. Jedes Jahr kontrollieren die Gemeinden, ob die Elternbeiträge im gesetzlich abgesteckten Rahmen liegen. Das sei in Lawalde weiterhin der Fall, betont die Bürgermeisterin, deshalb bestehe kein Grund zu Veränderungen.

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Stabile Kita-Beiträge seit 2003

Bei der Vorbereitung auf den Beschluss stellte Frau Kneschke zudem fest, dass die Kita-Gebühren bereits seit 2003 stabil seien. Die SZ hatte erst kürzlich über eine solche Konstanz bei Rosenbach berichtet. "Auch bei uns ist das so und wir liegen im Kreisvergleich ebenso günstig wie Rosenbach, sind nur bei der Krippe fünf Euro teurer", ordnet die Bürgermeisterin ein.

Dass sich die Gemeinde erst im September-Rat auch ausdrücklich zum Kita-Neubau bekannt hat, hat offiziell mit dem Trägerwechsel nichts zu tun. Mit Blick auf die Neubaupläne betont Awo-Geschäftsführer Dirk Reinke aber, dass sein Haus bereits seit zwei Jahren immer wieder einen Neubau "dringend empfohlen" habe, "da die alte Schule nie die Anforderungen an eine gute und moderne Kindertagesbetreuung erfüllen wird", erklärte Reinke der SZ. Allerdings sei dieses mehrfach vorgetragene Ansinnen von der Bürgermeisterin "bislang vehement abgelehnt worden".

Da der Neubau aber noch in einiger Entfernung liegt, investiert Lawalde nun doch noch in das alte Haus, um dem Brandschutz Genüge zu tun: etwa 320.000 Euro, davon über 173.000 Euro Fördermittel des Landes und des Landkreises, weiß Reinke. Hätte man früher einen Neubau anvisiert, wären diese Ausgaben nicht nötig gewesen, argumentiert der Awo-Chef: "Brandschutzauflagen gibt es für das Haus bereits seit 2015. 2018 hat der Landkreis sie noch verschärft und eine Konzeption eingefordert", schildert Reinke.

Viele Brandschutzmängel in altem Haus

Die Mängel in dem alten Schulhaus waren schon immer erheblich: So seien Wände und Decken nicht dick genug gewesen, um die nötige Feuerkonsistenz aufzuweisen, bis zum nun erfolgten Bau fehlte die Rettungstreppe. Die Rauchmelder waren nicht ausreichend vorhanden und nicht miteinander vernetzt, wie es eigentlich gefordert ist. All das musste behoben werden. Dass sich die Gemeinde nun, wo der Trägerwechsel beschlossene Sache ist, zu einem Neubau entscheidet, beobachtet Dirk Reinke mit Interesse.

Interessieren dürfte die Eltern der Kita-Kinder aber auch die Frage nach den Erzieherinnen. Die müssen sich jetzt nämlich entscheiden, ob sie zur Gemeinde wechseln, oder bei der Awo bleiben und anderswo arbeiten wollen: "Bei der Kita in Lauba haben mir bereits acht Mitarbeiter signalisiert, dass sie zur Gemeinde wechseln wollen, eine Kollegin wird bei uns bleiben und von zwei weiteren habe ich noch keine Rückmeldung", sagt Reinke. Im Hort gebe es zudem sechs Kollegen, die überwechseln und drei, die bei der Awo bleiben wollen. Die Frist zur Entscheidung läuft bis zum Wochenende. 

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