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Seifhennersdorfs "Schulrebellion" im Kino

Der Dokumentarfilm "Landretter" thematisiert die Aktion zur Rettung der Oberschule - und läuft jetzt auch in Seifhennersdorf.

Karin Berndt, Bürgermeisterin von Seifhennersdorf, bekam damals Ärger mit der Kultusbürokratie.
Karin Berndt, Bürgermeisterin von Seifhennersdorf, bekam damals Ärger mit der Kultusbürokratie. © Matthias Weber Archiv

Mit seiner "Schulrebellion" wurde Seifhennersdorf 2012 bundesweit bekannt. Als der Landkreis damals das Ende der dortigen Oberschule beschlossen hatte, widersetzten sich Lehrer und Eltern einfach diesem Beschluss und unterrichteten die Schüler der eigentlich nicht mehr vorgesehenen 5. Klasse nach Ansicht der Behörden illegal. Seifhennersdorf klagte für den Erhalt der Schule bis vors Bundesverfassungsgericht - und siegte. Jetzt läuft der Fall bundesweit in Programm- und Kulturkinos - auch in Seifhennersdorf.

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„Landretter“ heißt der Dokumentarfilm, der auch die Seifhennersdorfer Schulrebellion thematisiert. Am 17. Juli wird er um 21 Uhr im Karli-Haus, Rosa-Luxemburg-Straße 4 gezeigt. "Dank der Zusammenarbeit mit dem Kunstbauerkino e. V. kann die Regisseurin des Filmes Gesa Hollerbach begrüßt werden", teilt die Stadt Seifhennersdorf dazu mit. „Mit dem Film wird allen ‚Schulrebellen‘ ein Denkmal gesetzt und gebührt der Dank der Stadt“, so die Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS). Weitere Aufführungstermine in der Region sind der 18. Juli im Großhennersdorfer Kunstbauerkino und der 22. September im Filmtheater Ebersbach.

Die Schulrebellion ist nur eine Episode des Films. Zum Filminhalt: Die letzte Schule ist geschlossen, jedes zweite Haus steht leer, weit und breit nur Rapsfelder. Und die Menschen stehen irgendwann vor der Entscheidung – bleiben oder gehen? „Landretter“ spürt unterschiedlichen gesellschaftlichen Phänomenen nach, die der Strukturwandel auf dem Land mit sich bringt und folgt über den Zeitraum von mehreren Jahren vier Menschen, die dem Landleben ungewöhnliche Impulse geben: Die Bürgermeisterin im sächsischen Seifhennersdorf gerät zwischen die Fronten, als Eltern durch illegalen Protestunterricht die Schließung der örtlichen Mittelschule verhindern wollen. Eine Bäuerin aus dem Allgäu geht in die Politik und versucht im Europäischen Parlament Druck zu machen gegen Landkonzentration in Europa. Und ein Astronom aus Österreich kämpft für den Schutz des Naturhimmels, indem er gemeinsam mit einem Gastwirt ein kleines, unbekanntes Dorf zum Weltkulturerbe erklären lassen will. Alle vier haben völlig verschiedene Hintergründe, sie verbindet jedoch der feste Glaube an die Kraft des Einzelnen und die Courage, mit ihrem Handeln Neuland zu betreten. Der Film taucht ein in ihren persönlichen Mikrokosmos und zeigt, was dem Niedergang auf dem Land entgegengesetzt werden kann. Dabei erzählt er eine zutiefst europäische Geschichte - denn in ganz Europa stehen die Menschen auf dem Land vor vergleichbaren Herausforderungen.

Änderungshinweis 14. Juli, 14.45 Uhr: In einer ursprünglichen Version dieses Textes hatte es geheißen, der Film würde Naturheilpark in der Gründelstraße 10 gezeigt. Aufgrund der Wetterprognose hat die Stadt Seifhennersdorf den Aufführungsort geändert.

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